Donnerstag, 9. April 2015
Kloster Himmerod
Heute war ein extrem anstrengender Weg,aber ich bin am Kloster angekommen. Dort zelte ich jetzt, kann aber über Nacht mein Handy und iPad aufladen.
Morgen schreibe ich mehr,heute bin ich müde und habe kaum noch Strom
Kommentare könnt ihr z. Zt nicht schreiben.
Nachrichten bitte per Mail. heidehamann@gmx.de
Liebe Grüße
Heide


Endlich sind die Nächte wärmer
Ich habe nicht gefroren heute Nacht.
Jetzt will ich weiter auf Himmerod zu.
Die Sonne scheint, Buschwindröschen, Huflattich, Veilchen, wilde Akkelei und Seidelbast blühen.
Die Vögel zwitschern, es könnte so schön sein.
Es ist schwer, den Kummer anzunehmen, aber da muss ich durch.
Deshalb für heute nur ein kurzer Gruß
Heide


Mittwoch, 8. April 2015
Heute nur kurz, weil es schon spät ist.
Gestern stand mein Zelt an einem Parkplatz hinter einer Sitzgruppe, aber nicht unter Tannen, sondern unter freiem Himmel.
In der Nacht hatten wir vier Grad minus. Mein Zelt war von innen und außen bereift,
Mein Schlafsack außen feucht,weil ich das Zelt nicht ganz geschlossen hatte.
Wenn ich das Zelt etwas offen lasse, beschlägt es fast nie von innen.
Gefroren habe ich nicht, aber ich bin spät losgekommen.
Die Dauner Maare, mit Wasser gefüllte Vulkantrichter, habe ich umwandert, etwas zu Mittag gegessen und dann bin ich aufs Liesertal zugewandert.
Dort bin ich jetzt, an einem kleinen Weiher, oben in den Bergen, in einer großen Schutzhütte.
Ich war so zeitig hier, dass ich Zelt und Schlafsack noch trocknen konnte. So habe ich es in dieser Nacht warm und trocken. Sogar Feuerholz habe ich schon gesucht, um mir morgen früh einen heißen Kaffee machen zu können.
Etwa 7 km bin ich vor Manderscheidt und die Weitere Strecke durchs Liesertal soll besonders schön sein. Die Sonne scheint, die ersten Buschwindröschen haben ihre weißen, unschuldigen Gesichtchen dem Licht zugewandt. Einzelne Huflattichblüten säumten den Weg. Der Weissdorn hat dicke Knospen und die Weidenkätzchen wechseln von Silber zu gelblich.vor allem aber: einige Laubbäume kleiden sich in einen ganz ganz zarten grünlichen Schimmer. Die Drosseln erzählen vom Frühling. Kurze, ständig wechselnde Melodien, die in meinen Ohren klingen, als wollten sie etwas mitteilen.
So, ich habe wieder mal kein Netz, aber morgen werde ich euch den Bericht senden.
Viele Grüße
Heide
PS ich bin jetzt an Manderscheid vorbei und suche die nächste Schutzhütte in zwei km auf. Es ist gegen halb sechs.


Montag, 6. April 2015
Zu den Dauner Maaren
An diesem Morgen fiel das Wandern wieder einmal sehr schwer. Hinunter nach Gerolsteiner dauerte es Stunden. Mittags wurde ich spontan zu einer Tasse Kaffee eingeladen, von Menschen, die dort ein Ferienhaus gemietet hatten. Auch zwei Ostereier bekam ich geschenkt. In Gerolstein habe ich mich lange aufgehalten, etwas gegessen und mich dann hoch zur Löwenburg geschleppt. Es ging steile Treppen rauf, aber der Weg hat sich gelohnt.
Die Reste der Burg sind aus dem 11. Jahrhundert und man hat einen wunderbaren Blick über den Ort.
Steile Basaltfelsen ragen empor, der Ort liegt in einem ziemlich engen Tal.
Und nachmittags ging das Wandern dann auf einmal ganz leicht. Die 12 km bis Neroth bin ich in knapp 4 Stunden gegangen. Es ging ausschließlich durch Wald, fast immer leicht bergauf. Allerdings hatte ich mir eine Umgehung des Eifelsteigs gesucht, von der ich annahm, dass der Weg besser befestigt war. Und diese Annahme war richtig.
Vor Neroth wollte ich die Schutzhütte erreichen, wurde dann aber von einer netten Familie eingeladen, auf ihrem Grundstück zu zelten. Wir saßen noch eine Stunde bei heißem Tee und Ostereiern beisammen, dann ging ich schlafen.

Da ich in meinem Blog nicht schönfärben will, muss ich gestehen, dass ich in den letzten Nächten immer wenig schlafe. Gegen vier wache ich auf, dann kommen die Gedanken und wenn ich aufstehe sind meine Augen dick verquollen vom vielen Weinen.
Auf meiner letzten Wanderung habe ich mich ganz intensiv mit meiner Ursprungsfamilie beschäftigt, dass war ein guter und heilsamer Prozess. Es ist so viel leichter anderen zu vergeben, als sich selber.
Zur Zeit ist das Thema meine Familie, d.h. meine Kinder und all die Fehler und Versäumnisse, die ich zu verantworten habe und unter denen meine Kinder heute noch leiden.
Die Tage sind leichter zu ertragen! Dann Summe ich ein heilendes Mantra, wende mich an alle guten Kräfte im Himmel und auf Erden und habe Momente der tiefen Ruhe.
Heute war ich allerdings total erschöpft, zumal der Aufstieg zum Rotherkopf extrem anstrengend war. Immer wieder musste ich ausruhen, jede Bank war willkommen und zuweilen habe ich mich auch einfach an den Wegesrand gesetzt. Aber dieser Zustand der Erschöpfung hilft auch, ich kann mir im Moment nichts besseres vorstellen, als zu wandern.
Allerdings habe ich den Eifelsteig wieder verlassen, weil ich die Hoffnung hatte, dadurch einige steile Aufstiege vermeiden zu können. Das traf auch zu, es ging immer sanft bergab, auf gut befestigtem Weg. So bin ich jetzt südlich von Daun in Gemünden ( nicht zu verwechseln mit Gemünd, durch dass ich vor Tagen gekommen bin)
Eben sitze ich in einem sehr gepflegten Restaurant und feiere Ostern. Gleich will ich an einem der Maare, an einem abgelegenen Parkplatz mein Zelt aufstellen.
Morgen geht es dann an den Maaren entlang, durchs Liesertal auf Manderscheid zu.
Das soll einer der schönsten Wege sein, auf dem ganzen Eifelsteig.
Viel Freude und Kraft für die kommende Woche wünsche ich euch.
Heide
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Zwischenbericht
Gestern Abend war ich bei einer Familie eingeladen, habe auf ihrem Grundstück gezeltet. Deshalb kam ich nicht dazu in den Blog zu schreiben.
Jetzt bin ich 10 km vor Daum und will weiter, deshalb nur der kurze Gruss.
Es ist kalt da kann ich nicht lange sitzen.
Schönen Tag
Heide


Samstag, 4. April 2015
Tief im Bauch der Erde
Am Morgen bin ich nach Hillesheim runter gelaufen, habe dort einen Kaffee getrunken, etwas eingekauft und mich dann wieder auf den Weg gemacht. Es schneite und regnete ununterbrochen. Das Laufen fiel mir schwer und ich musste mich auf jeder Bank ausruhen. So kam ich nur sehr langsam voran. Der Weg ging durch ein enges Tal, von dick bemoosten Felsen gesäumt. Und dann endlich etwas Blühendes: Märzenbecher, ein ganzer Hang voll von diesen entzückenden weißen Glöckchen über ihren frisch grünen Blättern.
Ansonsten blühen in den Gärten nur die niedrigen Narzissen. Am Wegesrand ab und zu ein paar Veilchen, der Huflattich hat inzwischen fest geschlossene, aber gelbe Knospen, er wartet auf Sonne. Auch bei den Forsythien ahnt man das Gelb. Die Weidenkätzchen schimmern silbern, die Erlen bekommen einen leisen Hauch von lila und grün.
Es ist Vorfrühling, aber immerhin hat eine Lerche gezwitschert.
Der Bach plätscherte fröhlich, ihn schien der Regen zu freuen.
Mittags habe ich lange in einem Lokal gesessen, das iPad musste geladen werden und ich brauchte die Ruhepause.
Am Nachmittag kam die Sonne raus. Die Erde dampfte, weiße Wattewolken zogen über den Himmel und in einer Blattrosette glitzerte ein riesiger Regentropfen wie ein Diamant.
Die Hütte vor Gerolstein, die ich angepeilt hatte, würde ich nicht mehr erreichen, aber sechs km davor gibt es noch eine Schutzhütte, dorthin wollte ich gehen. Der Weg führte durch den Wald, immer steil bergauf, völlig matschig, mit umgestürzten Bäumen, so dass das Wandern ziemlich anstrengend wurde.
Doch dann die Belohnung für die Mühe. Eine Höhle, die man begehen konnte. Sie führte tief in den Berg. Meinen Rucksack hatte ich draußen gelassen, nur die Kopflampe aufgesetzt.
Überall tropfte es und das Wasser an den Steinen glitzerte wie Silber, wenn das Licht darauf fiel. Kleine, ganz weiße Fledermäuse hingen in trockenen Felsspalten.
Auf Grund von Funden nimmt man an, dass Steinzeitmenschen in der Höhle gelebt haben. Wie, das ist mir schleierhaft, denn es tropfte überall und der Boden war ganz nass.
Ich liebe die Melodie der Wassertropfen. Jeder klingt anders, der Rhythmus ist nicht vorherzusehen. Ich habe mich auf einen Stein gesetzt, das Licht gelöscht und in die Dunkelheit hinein gehorcht. Geborgen im Bauch der Erde. Tiefe Ruhe. Ganz klein wird das eigene Sein, aller Kummer relativiert sich. Wie klein sind wir Menschen und wie schnell vergeht unsere Spur auf der Erde.
Als ich aus der Höhle heraus kam, war ich froh, dass mein Rucksack noch da stand.
Zur Hütte waren es nur noch wenige Meter.
Es ist eine große Hütte, so dass ich trocken u d windgeschützt bin. Von hier kann man weit ins Land sehen. 350 vulkanische Gipfel soll es in diesem Teil der Eifel geben.
Heute Abend haben die Vögel zum ersten Mal so richtig gesungen. Ich habe Ihnen lange zugehört und versucht, die einzelnen Stimmen heraus zu hören.
Dann müsste ich das Zelt aufbauen, essen, und jetzt in den Schlafsack kriechen, weil es ziemlich kalt wird.
Gute Nacht und einen schönen Ostersonntag wünsche ich euch.
Heide
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Samstag, 4. April 2015
Endlich gutes Wetter und eine Kutschfahrt
Heute bin ich sehr weit gewandert, ich habe aber noch nicht nachgerechnet, wie viele km.
Den ganzen Tag war gutes Wetter, Sonnenschein, leichte Wolken, kaum Wind.
Die Vögel haben sich darüber gefreut und waren deutlich munterer, als in der letzten Woche.
Sogar eine Lerche habe ich gehört.
Inzwischen bin ich in der Vulkaneifel angekommen. Aus der Landschaft heben sich überall die vulkanischen Gipfel hervor.
Geologisch ist es ein sehr interessantes Gebiet, da durch die Vulkane und die Gebirgsfaltungen Gestein aus vielen Erdgeschichtlichen Epochen an die Oberfläche getreten ist.
Der Kalkstein, der hier abgebaut wird, hat einen Reinheitsgrad von 98,7%
Hier ist das größte zusammenhängende Höhlengebiet im linksrheinischen.
Es gibt Fichten, die ihre Äste nach oben strecken und Bergfichten, die genetisch so verändert sind, dass ihre Zweige nach unten hängen, damit der Schnee besser abrutschen kann. Hier mischt es sich an manchen Stellen, obgleich Bergfichten eigentlich zwischen ein und zweitausend Metern wachsen.
Dies alles habe ich von einem alten Förster erfahren, der auch geologische Führungen macht.
Da ich zum Abend eine Schutzhütte erreichen wollte, habe ich an einer Stelle den Eifelsteig verlassen, um den bequemeren Weg über eine Nebenstraße zu nehmen. Da kam gerade eine Pferdekutsche, und ich konnte zwei km mitfahren.
In Berndorf sprach mich ein alter Herr an, der mir unbedingt die Kirche zeigen wollte. Er hatte ein schmiedeeisernes Kreuz restauriert und geholfen, den Hahn auf dem Turm neu anzubringen.
Eigentlich wollte ich lieber weiter, um noch bei Licht die Hütte zu erreichen, aber man soll das Leben nehmen wie es kommt und so habe ich mich auf den Umweg eingelassen. Und es hat sich gelohnt: eine frühromanische Wehrkirche in schlichter Schönheit, die zu Herzen geht. Dann wurde mir von der Kirche aus, die auf einem Berg liegt, der Weg zur Schwedenschanze erklärt. Dort ist die Hütte, die ich erreichen wollte. Ich war schon eine Viertelstunde gewandert, da stand der Herr immer noch vor der Kirche und verfolgte, ob ich auch den richtigen Weg gehe.
Um halb acht war ich an der Hütte, etwa einen km vor Hillesheim.
Es ist eine schöne Hütte, in der nun mein Zelt steht. Zelt aufbauen, einige Tel. Gespräche, einige Mails, Abendbrot essen und Blog schreiben, haben bis 22 Uhr gedauert.
Ich habe den Mantel angezogen, doppelte Wollsocken über die Füße gestreift, die Handschuhe so in der Leggins drapiert, dass sie auf der Hüfte liegen, damit es dort etwas weicher und wärmer ist. Ich denke, so werde ich auch bei den erwarteten drei Grad Minus nicht frieren.
Nun will ich schlafen, denn morgen will ich nicht so spät los.
Euch allen eine gute Nacht und frohe Ostertage
Heide


Nachtfrost
Heute Nacht habe ich wieder im Zimmer übernachtet.
Da es mir zur Zeit nicht so gut geht, ich habe Sorgen, schreibe ich heute nicht s weiter, habe den Kopf einfach nicht frei.
Nur eines, es ist ziemlicher Frost und ich habe, obgleich alles ausgebucht war, ein Zimmer bekommen.
Euch allen frohe Ostern
Heide


Mittwoch, 1. April 2015
Die schönste Schutzhütte, die ich kenne
Als ich heute Morgen aufwachte, war alles verschneit. Nicht dick, aber so dass es bis zum frühen Mittag liegen geblieben ist. Meine Kraft hat deutlich zugenommen und so strengt das Wandern mich nicht mehr so an. Dennoch schaffe ich nicht mehr als zwei km in der Stunde.
Wer langsam geht kommt auch ans Ziel! Gegen Zwei war ich in Blankenheim, habe mich dort in einem reizenden Bistro mit viel Kunst zwei Stunden ausgeruht und bin dann noch einmal zwei Stunden gewandert. Jetzt sitze ich in der schönsten Schutzhütte, der ich je begegnet bin. Gardinen sind vor dem Fenster, auch die Flügeltür hat oben Glas. Ein großer Tisch in der Mitte wird von einem Tischtuch und einem Osterstrauss geziert.
Mein Zelt kann ich nicht aufstellen, aber zwischen Tisch und Bank ist Platz für meine Luftmatratze.
Heute war es nur noch zeitweise windig, dann immer wieder Schneeschauer. Aber zwischendurch Sonnenschein.
Ich muss in den Schlafsack kriechen, mir wird kalt.
Alles Gute
Heide


Dienstag, 31. März 2015
Kleine Begebenheiten am Rande
Die Regenwürmer ertrinken, so ununterbrochen regnet es. Aber heute sind meine Schuhe trocken geblieben, denn ich habe die Gamaschen angehabt. Es gibt da ein Problem: mein Regencape ist kornblumenblau, die Gamaschen sind feuerrot.( es gab sie nicht anders)
Da ich nicht wie ein Papagei rumlaufen will, ziehe ich nach Möglichkeit entweder die Gamaschen oder das Cape an. Aber bei dem Wetter heute, musste beides getragen werden.
Es hat ununterbrochen geregnet und heftig gestürmt. Deshalb bin ich auch nur bis Nettersheim gegangen und habe mir dort ein Zimmer genommen.
Heute will ich euch vor allem von den Begebenheiten am Rande erzählen:
In den ersten Tagen waren es vor allem die beiden Weltkriege. Zunächst die Westwall Bunker, dann die Information, dass auf zwei ha Land stellenweise noch bis zu achthundert kg Granat- und Geschoßsplitter liegen. Eine Frau erzählte mir von jemandem, der mit einem Metallsuchgerät die Erkennungsmarke eines Amerikanischen. Soldaten gefunden hat. Er hat es tatsächlich geschafft, die Angehörigen in Amerika zu ermitteln. Daraus ist eine lag andauernde Freundschaft geworden.
Dann der alte Bauer, der mit einigen Weidenkätzchen in den Wald ging. Er wolle sie zu seinem Schild bringen. Dort, wo der Weg den Bach kreuzt, das Schild habe er aufgestellt. Ich solle darauf achten. Die Inschrift lautete: O Mensch bedenk die Zeit und habe darauf Acht, dass jede Viertelstund das Leben kürzer macht.
Unter dem Schild war eine Dose als Vase befestigt, die nun von den Kätzchen geschmückt wurde.
An einer Stelle hatten Anwohner eine Ergänzung zum Wanderweg geschrieben. Der Weg sei sehr matschig und schlecht ausgeschildert, man könne als Alternative ( und dann folgte die Wegbeschreibungen) Kleine Liebesdienste, die das Leben erfreuen.
Am Sonntag, als ich völlig erschöpft auf der Schmalseite einer Bank saß, den Rucksack noch auf dem Rücken(, da es umständlich ist, mit Regencape den Rucksack abzusetzen,)hörte ich eine sanfte Stimme( ich hatte die Augen geschlossen und der Regen prasselte mir ins Gesicht) " ist mit Ihnen alles in Ordnung?" Es war ein ganz junges Pärchen, die sich um mich sorgten. Ich musste mehrfach beteuern, dass ich mich nur ein wenig ausruhen müsse. Sie boten mir an, mit mir zu gehen, vergewisserten sich, dass ich ein Handy habe und glaubten mir schließlich, dass ich keine Hilfe benötigte.
Ja, und heute kam ich an einer Hütte vorbei, vor der zwei Jungen, Max und Jonas ( oder Jonatan? ) ein Feuer gemacht hatten. Ich fragte, ob ich mich einen Moment zu Ihnen setzen dürfte. Sofort bekam ich etwas zu trinken angeboten und sie machten mir eine Dose Erbsensuppe warm. Es waren Pfadfinder, die ein paar Tage in der Hütte kampierten.
Ich schenkte Ihnen einiges von dem, was ich in der Brotdose hatte und vor allem Kaffee.
Da ich in Nettersheim einkaufen kann, war das kein Problem.
Wir tauschten Wandererfahrungen aus und ich habe gelernt, dass es einen ganz kleinen und effektiven Wasserfilter gibt, so dass man aus jedem Bach das Wasser entnehmen kann.
Allerdings war die Hütte nah bei einer römischen Wasserleitung, in der noch immer frisches Quellwasser fließt. Die Leitung verlief ursprünglich bis nach Köln.
Ja, und jetzt sitze ich im Zimmer, will früh schlafen gehen. Für die nächsten Tage ist das Wetter mit Dauerregen und Schnee und Sturm angesagt. Aber meist kommt es besser als angekündigt. Das Wandern ist nicht schlimm, auch bei solchem Wetter. Nur nachts habe ich es dann doch gern trocken und warm.
Eigentlich wollte ich heute die 19 km bis zur nächsten Hütte gehen, aber ich hätte das zeitlich nicht mehr geschafft.
Ihr merkt also, ich kann auch vernünftig sein und vermeide es, dass mir nachts der Sturm einen Baum aufs Zelt kippt.
Bis Morgen, habt eine schöne Zeit
Heide


Dienstag, 31. März 2015
Sonntag Nachmittag und Mo zum Kloster Steinfeld
Den ganzen Tag hatte es ununterbrochen geregnet,bzw.geschneit. Ich war mittags vollkommen erschöpft. In Hammer hatte das eine Restaurant zu und das andere eine geschlossene Gesellschaft. Ich erklärte, ich sei am Ende meiner Kraft und bräuchte zu mindest heißes Wasser( Kaffee habe ich im Rucksack) und einen Platz, an dem es nicht regnet.
Mir wurde eine Holzhütte zugewiesen, nicht geheizt, aber immerhin trocken.
Anderthalb Stunden musste ich mich ausruhen, ich konnte einfach nicht mehr. Dann bin ich nach Einruhr weiter gewandert. Es ging viel besser, als am Vormittag ( ich glaube ich war unterzuckert) Aber als ich abends in der Pension ankam war ich fix und fertig. Aber immerhin habe ich an diesem Tag 16 km geschafft. Das aber nur, weil ich bis Einruhr kommen musste. Bei dem Wetter ein Zelt aufzubauen wäre noch unangenehmer gewesen.

So, jetzt der Bericht von heute, Montag.
Um halb elf ging mein Bus nach Gemündt ich musste dort ein Medikament abholen, was ich unbedingt brauche. Gegen halb zwölf bin ich in Gemündt los gewandert. Ich hatte das Kloster Steinfeld für die Übernachtung angepeilt, weil Ulrike mich eingeladen hat und mir eine Übernachtung schenken wollte. Aber das waren noch 17 km. Ob ich das bis zum Abend schaffen würde? Das Wetter war gnädig, nur kurze Schauer, der Weg ging durch Täler mit rauschenden Bächen, von Wiesen gesäumt und von Wäldern umgeben.
Ich kenne keine Gegend, in der es so viele Bäche gibt, wie in der Eifel, zu mindest was die bisherige Strecke betrifft.
Das Laufen war gar nicht schwer, ich hatte das Gefühl, sehr schnell zu sein. Auch bergauf war, anders als gestern, kein Problem. Dennoch, ich kam nur auf einen Schnitt von zwei km die Stunde. Aber um halb acht war ich in Steinfeld!
Gerade rechtzeitig, um an der Abendandacht teilzunehmen.nur. . . Anschließend war niemand mehr da, um mir ein Zimmer zu geben. Die Schwestern waren alle noch lange in der Kirche und mir wurde von anderen Gottesdienstbesuchern gesagt, wegen der Karwoche sei dort nichts mehr frei. Aber bei den Salvatorianern im Nachbarkloster vielleicht, die hätten mehr Zimmer. Auch dort niemand mehr am Empfang, alles zu und auf klingeln kam keine Reaktion. Eine nette Dame, die auch im Gottesdienst gewesen war, nahm mich unter ihre Fittiche und sprach eine andere Frau an, ob dies Rat wisse. Sie sagte sofort, ja, sie könne mit ihrem Sohn in ein Zimmer ziehen und ich könne das Zimmer des Sohnes haben.
So sitze ich nun hier, habe meine Klamotten gewaschen, die Schuhe, die gestern Nacht nicht trocken geworden waren, auf die Heizung gestellt, aus der Brotdose zu Abend gegessen und versuche jetzt, den Bericht in den Blog zu setzen. Mal sehen, ob es klappt. Das Netz ist schwach.
Gute Nacht und einen schönen Dienstag
Heide


Zwischenbericht kurz
Da gleich mein Bus nach Gemündet geht, nur kurz:
Gestern Abend habe ich in Einrühren eine Pension aufgesucht. Ich war völlig durchweicht und keine geeignete Schutzhütte in der Gegend.
Morgens war ich wohlgemut losgewandert, nachdem ich in der Nacht tief und fest geschlafen habe. Der Sturm tobte und das Plexiglas an der Hütte schepperte, als würden schwere Möbel gerückt. Ich habe das registriert und habe weiter geschlafen.
Der Weg führte über sieben km vorwiegend bergauf. Da ich nicht gefrühstückt hatte ( ich hatte kein Trinkwasser mehr) kam ich völlig erschöpft in Hammer an. Ich denke, ich habe für die 7 km etwa vier bis 5 Std gebraucht.
So, Fortsetzung folgt, ich muss zum Bus
Gruß Heide


Nichts Besonderes heute
Ich habe wieder kein Netz, und werde euch heute nur einen kurzen Bericht senden.
Obwohl mein Schlafplatz super war, weich und eben, konnte ich bis drei Uhr nachts nicht einschlafen. Ich habe geruht und mich entspannt und den Wecker von fünf auf sieben gestellt. Als ich endlich eingeschlafen bin, kam ich nicht in Tiefschlaf, sondern wälzte mich unruhig hin und her. Ich weiß nicht warum, eventuell war der Platz am Bach zu energiereich.
Aber morgens schien die Sonne und ließ alle Pflanzen leuchten.
Wohlgemut machte ich mich auf den Weg. Zunächst immer bergauf, an der Perlenbachtalsperre entlang, dann aufwärts durch den Wald nach Höfen.
Dort habe ich zu Mittag gegessen, mir die Infostelle des Nationalparks Eifel angesehen, an einer Bushaltestelle den gestrigen Blog veröffentlicht ( im Restaurant hatte ich weder Netz noch W LAN) und mich mit den Fotos rumgequält. Aber immerhin, ich habe es geschafft, sie in den Blog zu bekommen, wenn auch nicht in den Beitrag.
Und dann fing es an zu regnen. Drei Tage Dauerregen sagt mein Wetterbericht .
Zwischen hohen Buchenhecken, die für diesen Teil der Eifel typisch sind, denn sie verlieren ihre Blätter erst im Frühjahr und bieten somit einen guten Windschutz, ging es sanft bergab,
Über Wiesen, an kleinen und größeren Bächen entlang, durch Fichtenwälder zu einer alten Köhlerstelle mit Waldmuseum.
Es war erst vier, als ich da ankam, aber es gibt eine große, halb offene Hütte mit Tischen und Bänken.Es ist Platz genug mein Zelt hinein zu stellen. Es ist viel angenehmer als eine enge Schutzhütte. Da es in der Nacht regnen soll, will ich hier bleiben, auch wenn ich von der Strecke, die ich gewandert bin, sehr hinterher hinke. Wenn ich so weiter mache, werde ich den Eifelsteig nicht ganz schaffen. Aber jeder Tag soll sich richtig anfühlen. Das Wetter zwingt mich, wenn irgend möglich unter einem Dach zu übernachten und die Hütten sind nicht so dicht gesät.
Außerdem kann es sein, dass eine Hütte in der Karte eingezeichnet ist, die gar nicht existiert.
Ich werde jetzt noch ein wenig polnisch lernen und dann ganz früh schlafen gehen.
Einen schönen Sonntag mit besserem Wetter, als ich es hier habe, wünsche ich euch.
Heide
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Samstag, 28. März 2015
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Das rote Haus in Monschau


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Wald mit Sumpfgras am Rande des Venn


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Macro


durch das Venn und mehr
So, heute der Bericht von zwei Tagen, Donnerstag und Freitag, den ich allerdings er morgen senden kann, da ich wieder mal kein Netz habe.
Am Wasserturm bin ich mit eiskalten Füßen aufgewacht, aber früh aufgestanden und zeitig los gewandert .
An den Ruinen von zwei Westwallbunkern vorbei ging es durch Wiesen und Wald zum Belgischen Venn.
Vormittags war das Wetter noch gut, nachmittags stürmte und schneite es, so dass ich oft den Kopf tief gesenkt halten musste, weil der Wind mir so ins Gesicht pfiff.
Zum Glück war im Venn nur Regen, so dass ich da noch die Landschaft genießen konnte.
Leider konnte ich wegen des Regens keine Fotos machen, und so will ich versuchen, euch das Venn zu beschreiben:
In Deutschland gibt es keine vergleichbare Landschaft. Das Venn erinnert am ehesten an
Bilder, wie man sie aus der Tundra kennt.
Vorab: das Venn ist das größte noch lebende Hochmoor auf dem europäischen Festland.
Streckenweise verläuft der Eifelsteig durch Belgien. Dort wandert man auf einem breiten Damm durch das Moor, auf deutscher Seite sind es hölzerne Stege.
Jenachdem wie sumpfig das Moor an den einzelnen Stellen ist, wechselt die Vegetation.
Wo es nicht ganz so feucht ist, stehen Erlen, unter denen gelbes Sumpfgras leuchtet. (davon habe ich ein Foto gemacht,weil es noch nicht regnete. Und wenn ich Glück habe, bekomme ich es richtig rum in den Blog gestellt.) In feuchteren Gebieten wachsen vereinzelte Birken, deren Stämme aber so bemoost sind, dass man erst im Kronenbereich die Birke erkennen kann. Dazwischen dunkelgrüne Ginsterbüsche, schwarzbraunes Heidekraut und, als vorherrschende Pflanzen Gras und Moosbüschel, die mindestens 50 cm hoch sind. Das Gras wächst, stirbt im Winter ab, das junge Gras wächst durch das alte hindurch, so dass sich mit den Jahren kugelige Köpfe bilden. Oft ist dann das Moos schneller und überzieht den Grasbüschel, so dass zwischen dem Blond des Grases das dunkle Moos in reizvollen Kontrast leuchtet.
Abgestorbene,umgefallene dick bemooste Bäume liegen überall in der Gegend herum. Braune Wasserlachen, Tümpel und Rinnsale lassen erkennen, wie feucht es hier ist. Kein Zaun, keine Strom- oder Telefonleitung stören die Unberührtheit dieser Landschaft, die in diesiges Grau eingehüllt ist, das fast mit dem Himmel verschmilzt.
Es gibt fröhliche, erhabene,liebliche Landschaften. Das Venn ist von einem Ernst und einer Würde geprägt, wie ich sie an keiner anderen Stelle erlebt habe.
Noch knapp zwei Stunden ging es durch dunklen Fichtenwald, über Wiesen und Höhenzüge über denen der Wind pfiff und die Schneeflocken nur so stoben. Sie blieben aber nicht liegen. Trotzdem, wenn es in der Nacht kälter wird und es schneit, brauche ich ein Dach über dem Kopf. Mein Zelt bricht zusammen, wenn eine Schneelast auf ihm liegt. Entweder ich finde eine Schutzhütte oder ich muss mir ein Zimmer in Mützenich nehmen.
Aber, oh Glück, kurz vor Mützenich, an einer Felsengruppe, die sich Kaiser Karls Bettstatt nennt, steht eine Hütte, in die mein Zelt genau hinein passt.
Den Schlafsack habe ich im Fußteil abgebunden, dadurch hat man unten nicht so großen Wärmeverlust. Und richtig, in dieser Nacht bleiben meine Füße etwas wärmer.
Als ich aufwache stürmt es heftig und ich fröstele in meinem schönen dicken Schlafsack!
Keine Lust aufzustehen,obgleich ich weiß, dass einem warm wird, wenn man erst unterwegs ist. Aber Zelt abbauen und Sachen packen dauern ihre Zeit und da ist es eiskalt. Zum Glück habe ich das Stövchen mitgenommen, unter dem ich ein kleines Feuer machen kann, so dass das Kaffeewasser warm wird. Und dann geht es los. Nachdem ich in Mützenich noch etwas Proviant besorgt habe, mache ich mich auf den Weg nach Monschau.
Trotz des leichten Muskelkaters komme ich gut voran. Das Wetter ist trocken und der Wind hat sich fast gelegt.
In Monschau muss ich vor 12 Uhr zum Arzt, denn ich brauche ein Rezept. Der Arzt ist am äußersten Ende des Ortes, da muss ich mich sputen und schaffe es so gerade. Aber ich habe mich ziemlich verausgabt. So gehe ich erst einmal zu Mittag essen und sehe mir die wunderschöne Stadt an. Fachwerkhäuser, Schiefer gedeckt, stehen nicht nur um den Markt, sondern in allen Gassen. Auch viele Häuser aus Natursteinen sind erhalten geblieben.
Monschau duckt sich in ein enges Tal, in dem überall die Bäche plätschern. Geschäfte und Restaurants prägen das Stadtbild, und trotz der Jahreszeit sind überall Touristen unterwegs.
In weitem Bogen, stehst bergauf führt der Eifelsteig um den Ort herum.
Am Berghang zwischen bemoosten Felsen und dunklen Fichten hindurch, wandere ich auf die Perlenbachtalsperre zu.
Kurz vor der Talsperre finde ich unter hohen Fichten einen ebenen Platz, an dem ich mein Zelt aufgeschlagen habe. Ein Bach plätschert direkt neben mir und übertönt die Straße, die etwas oberhalb verläuft.
Es ist längst nicht so kalt wie gestern, ich hoffe, dass ich wunderbar schlafen kann.
Es ist schön, wieder direkt auf dem Bauch von Mutter Erde zu liegen. Für heute Nacht ist kein Regen angesagt, so dass ich keine Hütte brauche.
So,einen schönen Samstag wünsche ich euch.
Heide
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Freitag, 27. März 2015
Zwischenbericht
Damit sich niemand Sorgen macht hier in Stichworten den gestrigen Tag:
Mit eiskalten Füßen aufgewacht. Früh los. Durchs Hochmoor nach Mützenich.
In einer Schutzhütte übernachtet. Schneeregen am Nachmittag.
Heute spät los. Zügig nach Monachau, zum Arzt, um ein Rezept zu holen.
Jetzt eine Erbsensuppe gegessen und nun will ich weiter. Oft habe ich kein Netz, deshalb keine Sorgen machen, wenn ich nicht schreibe.
Zur nächsten Hütte werde ich es wohl nicht mehr schaffen. Mal sehen, was der Tag noch bringt.
Schönes Wochenende
Heide


Mittwoch, 25. März 2015
Übernachtung auf dem Wasserturm
Um halb neun hat mich mein Schwiegersohn heute Morgen zum Bahnhof gefahren.
Der Zug hatte eine halbe Stunde Verspätung und so habe ich in Aachen den Bus nicht mehr bekommen.Erst nach 12 konnte ich fahren, so dass ich kurz vor eins in Friesenrath auf dem Eifelsteig war.
Zunächst ging es in einem weiten Tal leicht bergan. Ein Bach plätscherte durch die Wiesen, die von hohem Fichtenwald gesäumt waren.
Auf einer Brücke bin ich stehen geblieben, habe die Augen geschlossen und lange dem Murmeln und Plätschern des Wassers gelauscht. So lange, bis das Wasser in mir war, mich durchflutete, über mich hinweg sprudelte, mich zum runden Kieselstein werden ließ.
Unbändige Freude und Tiefe Ruhe waren gleichzeitig in mir. Es gelingt nicht immer, so mit den Elementen, der Natur und der Welt zu verschmelzen.
Erstaunt war ich, wie sehr mich das Wandern anstrengt. Jeden km musste ich Pause machen und konnte nur sehr langsam gehen. Ich hoffe, das bessert sich, wenn ich mich ein wenig eingelaufen habe.
Den ganzen Nachmittag hat es genieselt, aber so leicht, dass ich kein Regencape brauchte.
Die Farben werden satter durch die Feuchtigkeit. Das Farnkraut leuchtet in frischen rotbraun, Das Gras bildet mit seinem hellen Blond einen reizvollen Kontrast. Die ersten Buschwindröschen ducken ihre kleinen Köpfchen vor dem Regen weg, der Huflattich hat seine Sternchen noch eng zusammengefaltet.
An Essbarem gibt es Löwenzahn, Scharbocksraut und die ersten Brennesseln. Aber ich habe mir nicht die Zeit genommen Kräuter zu sammeln.
Nachdem ich eine lange Strecke durch Wald, mit völlig aufgeweichten Wegen, matschig, schlammig und mit tiefen Pfützen,gewandert bin, kam ich an eine hoch gelegene moorige Heideflächen. Grünbraun die Heide und die Blaubeersträucher, verstreut junge Birken dazwischen und wieder, wie für Heide typisch, das abgestorbene blonde Gras.
Schwarze Tümpel spiegelten den Himmel, der in seinem monotonen Grau die Landschaft einhüllte. Einen tiefen Ernst und eine große Ruhe strahlte diese Umgebung aus.
Dann ging es wieder durch Wald und ich sah mit Sorge, dass es schwierig werden würde, einen Schlafplatz zu finden. Die Schutzhütte, die ich angepeilt hatte, war zu weit, das würde ich heute nicht mehr schaffen. Der Wald,sehr bucklig und voller Totholz, bot keinen einladenden Platz. Ob ich an der Dreilägerbach Talsperre etwas finden würde?
Nein, das Ufer ist eingezäunt und der Wald steigt steil an. Aber. . . . Da steht ein Gebäude am Ende der Staumauer. Aus Feldsteinen errichtet, sehr hoch, ich dachte zunächst, es sei eine Art Wasserturm, aber eine Schautafel belehrt mich, es sei ein Entnahmeturm, was immer das sein mag.Auf jeden Fall hat dieser Turm eine überdachte Terrasse, die groß genug ist, um mein Zelt darauf zu stellen. Eben und trocken! ! ! Morgen muss ich kein nasses Zelt einpacken. Der Himmel hat wieder einmal für mich gesorgt.
Es war noch früh, als das Zelt stand. Eigentlich hätte ich noch eine Stunde wandern wollen, aber so einen Platz darf ich mir nicht entgehen lassen.
Zunächst habe ich eine Stunde geschlafen, ich war sehr erschöpft, ja und jetzt werde ich ganz in den Schlafsack kriechen, er ist wunderbar warm und kuschelig.
Euch sage ich eine gute Nacht
Heide
P.S. 15 km habe ich längst nicht geschafft, nur die Hälfte. Auch gut !


Der Eifelsteig lockt.enlich wieder unterwegs!
Ihr Lieben, ich sitze im Zug nach Aachen, von dort geht es ein kurzes Stüxk mit dem Bus aus der Stadt heraus und dann bin ich wieder auf dem Weg!
Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich mich freue!
Wenn ich es schaffe nachher 15 km zu wandern, so habe ich Glück und kann hoffentlich in einer Schutzhütte übernachten. Das Wetter verspricht viel Regen und leichte Nachtfröste in der kommenden Woche.
Aber ich denke, damit komme ich klar.
Morgen geht es dann durchs Hohe Venn, das ich gut kenne und sehr, sehr liebe.
Es kann sein, dass ich heute Nacht auf belgischer Seite übernachte und deshalb nicht in den Blog schreiben kann, oder dass ich so müde bin, weil 15 km ohne vorheriges Training eine Herausforderung sind, zumal ich ja erst mittags loswandern kann.
Liebe Grüße
Heide


Samstag, 22. November 2014
Das Ende der Wanderung und die Heimkehr
So, nun bin ich schon seit knapp einer Woche wieder zu Hause.
Auf der Insel Mainau bin ich gewesen, es ist ungeheuer beeindruckend, wie viele alte Bäume es gibt. Am meisten hat mich die Mamutbaumallee beeindruckt.
Sie wirkte im Gegenlicht ganz zart, die Nadeln fallen im Herbst ab, sie waren in einem hellen beige Ton, der ein wenig ins rosa ging, gefärbt.
Im Schmetterlingshaus konnte ich beobachten, wie sichern Falter aus seiner Puppe heraus gearbeitet hat.
Im Sommer ist es auf der Insel wie auf einer Gartenschau, man konnte davon etwas ahnen. Ich hatte den Vorteil, dass ich ganz allein in dem weitläufigen Park war, da zu der frühen Stunde und dem bedeckten Wetter noch keine Besucher unterwegs waren.
Mit dem Bus bin ich dann nach Konstanz rein gefahren, weil der Weg nur durch bebautes Gebiet geführt hätte. In Konstanz habe ich mir ein Zimmer genommen und bin doch erst am Mittwoch nach Thun gefahren. Ich hatte ursprünglich vorgehabt, noch einen Tag in Thun zu wandern, aber meine Kleidung war nicht warm genug, um auf einen 2000 m hohen Berg zu klettern.
So habe ich mir Konstanz angeschaut und bin in einer Kunstausstellung über Berliner Impressionismus gewesen. Mehr hat mich allerdings ein zeitgenössischer Künstler beeindruckt, der im Keller ganz unterschiedliche Stelen ausgestellt hat.
Mi bin ich früh nach Thun gefahren, wo ich bis Do. Corinne und Gereon mit ihren beiden Kindern besucht habe. Von Do auf Freitag habe ich noch einmal in Konstanz geschlafen und bin am Freitag mit dem Bus nach Stuttgart gefahren, wo ich mich mit Kathrin und ihrer Familie getroffen habe.
So bin ich dann mit dem Bus nach Berlin, habe dort bei Freunden übernachtet und bin am Mo nach Hause gefahren.
Es war eine Freude, die Familie wieder zu sehen, Janosch hat in den ersten drei Nächten bei mir geschlafen, weil er sich so gefreut hat, dass ich wieder da bin.
Ansonsten habe ich es ruhig angehen lassen. Es war eine große Umstellung, ich habe erst einmal ganz viel Ruhe gebraucht. Dann musste ich unbedingt im Garten was tun. Es war alles verunkrautet und wird noch einige Zeit brauchen, bis alles wieder in Ordnung kommt.
Genossen habe ich vor allem mein Bett. Morgens nicht verlegen, mit Hüfte und Schulterschmerzen aufzuwachen Warenexport richtige Wohltat.
Auch Kerzen, Blumen und alles, was so anheimelnd ist, habe ich sehr genossen.
Vor allem aber möchte ich mich jetzt wieder einer Aufgabe zuwenden.
Die Wanderung war wunderschön, ich hatte fantastisches Wetter, habe viele schöne Begegnungen gehabt und einen der schönsten Wanderwege, den Schwäbisch Alb Nordweg erlebt.
Nun freue ich Michael den Advent und die stille Jahreszeit, bevor ich im Januar ins Rheinland fahre, um meine Anderen beiden Kinder, ihre Familien und meine Freunde zu besuchen.
Eine schöne Adventszeit und frohe Weihnachten wünscht euch
Heide


Sonntag, 9. November 2014
Die Wanderung nähert sich dem Ende

Blick von meinem Schlafplatz über den See
Was für ein wunderschöner Weg hat mich heute erwartet. Zwischen hohen Buchen, am Steilufer des Sees ging es entlang. Immer wieder kreuzten kleine Bäche, die oft tiefe Schluchten in das weiche Gestein gegraben haben. Das Gestein heißt Molasse und ist so weich, dass ich es mit dem Fingernagel einritzen konnte.
Teilweise ging es an senkrechten Felswänden vorbei. Vormittags, als es noch diesig bis neblig war, hatte ich den Wald ganz allein für mich. Diese Stille im goldenen Herbstwald ist Seelennahrung!
Nachmittags ging es durch Wiesen und bebautes Gebiet. Das Klima hier ist sehr mild, ich habe etliche Feigenbäume mit Früchten gesehen und sogar ein paar Palmen, die nicht in Kübeln, sondern im Freien standen.
Bis ganz kurz vor die Insel Mainau bin ich gegangen. Ich hoffte, dort im Wald einen Platz zu finden, aber das Gelände IST abschüssig. So habe ich mir unter riesigen Platanen, etwas unterhalb des Wanderweges einen Schlafplatz gesucht. Nachdem ich das Zelt aufgebaut hatte, raschelte es plötzlich ganz laut in den welken Blättern und eine Kuhherde beäugte mein Zelt. Jetzt haben sie sich wieder beruhigt und sind auf ihrer Wiese ein Stück weiter gezogen.
Morgen will ich Mainau besuchen, man kann zu Fuß hinüber gehen, es gibt einen Damm, den ich von hier aus sehen kann.
Dann wandere ich nach Konstanz und fahre spätestens Di früh nach Thun, um meine Freunde Gereon und Corinne zu besuchen. Am Di möchte ich möglichst aufs kurze Hörn, knapp 2000 m hoch. Es fährt eine Seilbahn und ich würde dann nur runter wandern. Mittwoch werde ich bei meinen Freunden sein und Donnerstag nach Konstanz zurück fahren. Dann nehme ich einen Bus nach Stuttgart, besuche Kathrin und vielleicht Roland und fahre von Stuttgart aus mit dem Bus nach Berlin, wo ich wahrscheinlich eine Nacht bleiben werde um dann am nächsten Tag nach Hause zu fahren.
Wenn ich in der Schweiz bin, werde ich keinen Blog schreiben, da es aus dem Ausland zu teuer wird. Ich melde mich täglich per SMS bei meiner Tochter, so dass ihr euch keine Sorgen zu machen braucht.
Eine schöne Woche wünsche ich euch
Heide


Samstag, 8. November 2014
Zu Fuß von Stettin zum Bodensee
Um Punkt acht bin ich los gewandert. Es war sehr neblig und alle Bäume schienen zu schweben. Eine zauberhafte Stimmung! Dann kam die Sonne heraus. Die Bäume hier sind noch viel stärker belaubt, alles leuchtete bunt und in den Plantagen wurden die Äpfel geerntet. Man sah und hörte niemanden, nur das dumpfe Plopp, wenn die Äpfel in die Kiste fielen. Und riesige Behälter, gefüllt mit Äpfeln, standen am Wegrand.
Um 10 Uhr kam ich am Bosensee, in Ludwigshafen an. Es ist zwar einer der beiden Zipfel und heißt Überlinger See, aber er geht ja nahtlos in den Bodensee über.
Ich war so stolz und glücklich, dass ich das geschafft habe! Stettin Bodensee zu Fuß, wenn auch mit einer Unterbrechung von zwei Jahren.
In einer Bäckerei habe ich mir zwei Croissants und zwei Kaffee gegönnt um das Ereignis zu feiern. Dann war ich über eine Stunde in einer Kirche, ich hatte allen Grund, dankbar zu sein, dafür, dass mir die Kraft geschenkt wurde und dafür, dass ich unterwegs immer wieder Hilfe bekommen habe.
Um 12 Uhr habe ich mich wieder auf den Weg gemacht .Um den See herum, immer am Ufer entlang, bin ich nach Bodman gegangen, wo ich im Seehotel, mit Blick aufs Wasser, zu Mittag gegessen habe. diesen Tag will und muss ich feiern!
Anschließend fand ich noch Gelegenheit, mich zu waschen und dann bin ich noch vier km weiter Richtung Konstanz gegangen. Obwohl ich so viele Pausen gemacht habe, bin ich 16 km gewandert. Bevor das Gelände hügelig würde, habe ich mir einen Schlafplatz gesucht. Unter hohen Buchen, direkt am See, mit Blick ans andere Ufer und die golden leuchtenden Lichter.
Den ganzen Tag über schien die Sonne, der See lag spiegelglatt da. Jetzt allerdings schlagen Wellen ans Ufer, ein Geräusch, an das ich mich erst einmal gewöhnen muss. Morgen will ich noch die Insel Mainau besuchen und dann bis kurz vor Konstanz gehen.
Schönen Sonntag und viel Freude wünscht euch Heide

Nachdem Alfons rausgefunden hat, wie ich meine Bilder richtig rum reinsetzen kann, schicke ich euch den Sonnenaufgang, den ich in der letzten Woche erlebt habe