Mittwoch, 29. Juni 2016
Kein Internetanschluss!
Ihr Lieben,
Heide hat Probleme mit dem Internet und kann bis auf Weiteres keinen Blog schreiben... :-(
Damit Ihr Euch keine Sorgen macht, hat sie mich gebeten, Euch dies mitzuteilen.
Viele Grüße - Imke


Montag, 25. April 2016
Ich muss aufgeben!
In der letzten Nacht hatte ich heftige Rückenschmerzen und bin total zerschlagen aufgewacht. Ich führe das darauf zurück, dass ich nicht auf dem Rücken, in Stufenlagerung schlafen kann.
Als ich in der Nacht zuvor ein Zimmer genommen hatte und meinen gepackten Rucksack unter die Beine legen konnte, war alles wunderbar!
Da ich Sorge hatte, meiner Gesundheit langfristig zu schaden, beschloss ich, nach Hause zu fahren. Ich nahm das Schiff bis Koblenz und von dort die Bahn.
Ich genieße mein Bett, einen warmen Kaffee am Morgen und die vielen Blumen in meinem Garten.
Aber ich suche nach Alternativen, um trotz des Problems mit dem Schlafen weiter wandern gehen zu können.
So habe ich eben meine Luftmatratze aufgepustet und zu einer Rolle gewickelt.
Sie ist zwar etwas zu niedrig, aber ich werde einige Tage probeschlafen. Wenn es klappt, wäre es eine Möglichkeit, eine zweite Luftmatratze zu kaufen, um auf einer zu schlafen und die zweite unter die Beine zu legen.
Schade, dass ich nicht noch einige Tage weiter wandern konnte. So bin ich nur bis 5 km vor Rüdesheim gekommen. Dennoch bin ich dankbar, dass ich erfahren durfte, dass ich noch richtig mit Gepäck wandern kann ( am letzten Tag waren es sogar 17 km, da die Steigungen lang, aber nicht so steil waren)
Ich habe immer die Maxime, auf mich und meinen Körper zu hören und der hat mir ein deutliches Stopp signalisiert.
Euch allen, die ihr mich auf meinem Weg begleitet habt, einen herzlichen Dank.
Alles Gute auf eure m Lebensweg
Heide


Samstag, 23. April 2016
Ich wandere mit Klimaanlage für Mensch und Tier
Heute Morgen war Regenwetter, bis 9.30 Uhr stark, danach nur noch leicht.
Also bin ich erst 9.30 Uhr los gewandert. Dank Regenradar habe ich immer eine präzise Vorschau aufs Wetter.
Bei Nieselregen trage ich immer nur einen ganz leichten Wollponcho, der hält den Regen ab und trocknet schnell.
Aber irgendwann wurde der Kopf eisig kalt, zumal es auf den Höhen windig war.
Und nun kommt meine " Klimaanlage" ins Spiel. Ein rund gestrickter Schal, den mir meine Freundin Nanda gestrickt hat. Man kann ihn um Kopf und Hals schlingen, wenn es kalt ist.
Man kann ihn ganz leicht vom Kopf abstreifen, wenn es wärmer wird und man kann ihn als Schlinge vorm Bauch bummeln lassen, so dass er griffbereit ist, ohne zu wärmen.
Einfach super! So ist man bergauf, wenn man schwitzt,den Schal schnell los, hat ihn bei Wind immer zur Hand und außerdem lässt er den Regen kaum durch, weil er aus reiner Wolle ist. Man kann ihn auch um die Lenden tragen, was nachts manchmal günstig ist, wenn es sehr kalt ist.
Heute hat er auch Smilla gut getan. Sie ist kein Gebrauchshund, sie fror nach zwei Stunden Regenwetter so sehr, dass sie zitterte. Ich dachte, sie hat ja auch Wolle auf dem Leib und muss das abkönnen. Aber weit gefehlt. Also steckte ich sie in meine Klimaanlage, wickelte die doppelt, und oben drüber ihr Regencape. So war sie bald wieder warm.
Von Lorsch nach Assmannshausen bin ich fast ohne große Pause gewandert. Fast immer oben am Rhein entlang. Das Blätterdach ist noch nicht so dicht, so dass man den Strom immer sehen kann. Es gab lange Steigungen, die aber nicht sehr steil waren. Und dann natürlich lange Abstiege. Ich habe den Weg in knapp acht Stunden geschafft, 15 km, für mich eine gute Leistung.
Nachdem ich etwas gegessen hatte, begann ich den Aufstieg zum Niederwalddenkmal.
Und dann, welch Glück: Eine super gute Schutzhütte! Dort steht jetzt mein Zelt und wird nicht nass, wenn es heute Nacht regnet!
Für heute eine gute Nacht und einen schönen Sonntag
Heide


Smilla
Hier ein Bild von Smilla vor der Maksburg


Ein Ruhetag
Heute bin ich total deprimiert aufgewacht, ohne ersichtlichen Grund.
Ich hatte Ischiasschmerzen und fand das Leben todtraurig.
Außerdem mache ich mir Sorgen um eine Bekannte, die heute am offenen Herzen operiert wird.
Der Abstieg nach Kaub ging gut, dort habe ich mich in ein Rheinschiff gesetzt und bin bis Lorsch gefahren,anstatt zu wandern. Ich hatte weder Lust noch Kraft.
In Lorsch habe ich mir ein Zimmer genommen, ganz billig, und ab Mittag gelegen. Meinen gepackten Rucksack kann ich benutzen, um ihn unter die Beine zu legen und so in Stufenlagerung zu schlafen.
Meine Hüften machen mir doch sehr zu schaffen, wenn ich auf der Seite schlafen muss.
Abends bin ich essen gegangen.eine kleine Musikkneipe, sie heißt Troubadour.
Der Wirt ist Berufsmusiker gewesen. Es stehen eine Harfe,ein Klavier, ein Schlagzeug, etwa 10 Gitarren, 10 Mandolinen und noch einige andere Instrumente herum. Ab 10 Gästen macht der Wirt Musik.
Leider waren nicht genug Leute da, es war noch zu früh am Abend. Aber ein kleines Stück auf der Harfe hat er extra für mich gespielt. Es war ein schönes Erlebnis.
Mein Zimmer sieht aus, wie ich es aus meiner Kindheit kenne, modernisiert mit Sesseln aus den 50 ger Jahren, mit Plastikbezug. Fehlt nur der Nierentisch. Dafür gibt es jede Menge Plastikblumen. Aber die Wirtin ist herzlich und Geschmack ist nun mal unterschiedlich.
Immerhin, eine warme Dusche, alle Klamotten gewaschen und auf der Heizung getrocknet.
So denke ich, dass ich morgen weiter wandern kann.
Liebe Grüße
Heide


Donnerstag, 21. April 2016
Du bist ein Teil von Allem
Ich schlafe relativ gut,mit Baldriparan und friere auch bei Nachtfrost nicht.
Niemand hat mich in der Nacht gestört, obgleich ich direkt am Parkplatz der Loreley unter dem Dach eines Bistros aufgebaut hatte. Früh bin ich aufgestanden und habe mir die Loreley angesehen. So besonders beeindruckt war ich nicht. Der Rhein ist an der Stelle viel schmaler, aber das weiß man ja vorher.
Aber: Zum Frühstück bin ich ins Loreley Hotel gegangen. Ich wollte mir etwas Gutes gönnen.
So kam ich gut gut gestärkt um 8.30 Uhr los.
Welch ein Weg!
Diese Blütenpracht,das zarte Grün und die Weiten Ausblicke über den Hunsrück. Das Ganze bei strahlendem Sonnenschein.
Streckenweise ging es durch Weinberge, wo ich auf einem Lehrpfad viel über Weinbau erfahren habe.
Dann wurde das Gelände anstrengend, lange Aufstiege und steile Abstiege.
Ich habe öfter mal Pause gemacht, aber es ansonsten gut geschafft.
Am späten Nachmittag hatte ich den Eindruck, dass Smilla müde wird. Ich glaube nicht so sehr vom Wandern, sondern weil die Möglichkeiten zwischendurch zu schlafen sehr begrenzt sind.
So habe ich kurz vor Dörscheid eine längere Pause gemacht, bin dann mit ihr in den Ort gegangen, wo es für uns beide etwas zu Essen gab.
Ich will nur noch wenige km wandern, denn ich denke durch Kaub hindurch schaffen wir nicht und unmittelbar vor Kaub scheint mir das Gelände ungeeignet zum Zelten. So müssen wir im nahen Wald nächtigen. Das bedeutet, dass das Aussenzelt nass wird. Von oben durch den Reif, von innen durch das Schwitzwasser des Atems. Nicht zu ändern, Hauptsache der Schlafsack ist trocken.
Heute ging mir immer wieder der letzte Satz aus dem Gedicht von Martin Auer "über die Erde musst du barfuß gehen " durch den Kopf. Er lautet: leg dein Gesicht auf die Erde und dann spür, wie aufsteigt aus ihr ein ganz leiser Duft. Dann weißt du: DU BIST EIN TEIL VON ALLEM UND DU GEHÖRST DAZU.
euch alles Gute
Heide
PS ich will mal versuchen, ob ich das Foto von Smilla einbauen kann,für diejenigen, die sie noch nicht kennen. Ich habe es vor einigen Tagen gemacht.
Es ist mir leider nicht gelungen.


Mittwoch, 20. April 2016
"Ich bin blind"
Die Nacht war kalt, wir hatten leichten Frost, aber der Schlafplatz war prima!
Mein Schlafsack ist schön warm, so dass ich nicht gefroren habe, aber das Aufstehen fällt schwer! So kam ich erst um 6.30 Uhr aus den Federn und wanderte, nach einer Ehrenrunde durchs Dorf, um halb acht los. Die Sonne schien, die Lerchen jubilierten und meine Seele stimmte mit ein.
Im Rheintal lag dichter Nebel, aber die Hochebene bot weite Sicht bis in den Hunsrück.
Ich hatte den Rheinsteig verlassen, um einen etwas bequemeren, wenn auch nicht kürzeren Weg zu gehen.
Nach einer Stunde kam ich nach Prath, wo ich Herrn Schneider fragte, ob es eine Gaststätte gäbe. Er verneinte und ich meinte, das sei kein Problem, ich wolle Frühstücken und würde den Nescafé in kaltem Wasser auflösen. Herr Schneider bot sofort an, mir heißes Wasser zu machen. Wenig später brachte er eine große Kanne und stolperte fast über den Blumenkübel, der neben der Bank steht. Als ich ihn warnte, meinte er nur: ich habe nicht aufgepasst, ich bin nämlich blind." Drei Prozent Sehkraft hat er noch. Aber er macht alles selber, arbeitet im Garten, auf Knien, und fühlt, wo Unkraut ist. Den Rasen mäht er, indem er die Gelbe Tonne stellt und sich daran orientiert. Mit großer Begeisterung erklärte er mir, was es alles für Hilfsmittel für Blinde gibt.
Seine Fröhlichkeit, Güte und Zuversicht hat mich tief beeindruckt.
Nach einer Stunde, ich hatte gefrühstückt und viel warmes Wasser und Kaffee getrunken, wanderte ich weiter und kam mittags in Wellmich am Rhein an.
. In einer Gaststätte, die "zum Saustall " heißt, habe ich eine lange Rast gemacht, um Telefon und I Pad aufzuladen.
Zum Saustall heißt es, weil die Wirtin Schweinchen in jeder Form sammelt und damit die ganze Kneipe ausgestattet hat.
Ja, und dann habe ich gemogelt: ich bin nicht durch die Berge, auf dem Rheinsteig weiter gegangen, sondern am Rhein entlang. Ein schöner Weg, direkt am Wasser, wo der Rheinsteig nie lang führt. Außerdem war der Weg etwas kürzer und ohne Steigungen!
In St. Goarshausen bin ich wieder auf meinen Weg getroffen und zur Burg Katz und weiter hoch zum Ortsteil Heide gewandert. Von dort waren es nur noch zwei km bis zur Loreley. Dort sitze ich an einer Biertischgarnitur eines Bistros, das jetzt, um acht, geschlossen hat.
Unter dem Vordach werde ich gleich unser Zelt aufbauen. So brauche ich kein Überzelt, was durch das Schwitzwasser des Atems nass werden kann.
Zwei Wohnmobile stehen auf dem Parkplatz, ansonsten ist eine himmlische Ruhe.
Euch Liebe Grüße
Heide


Dienstag, 19. April 2016
"Kann ich nicht, heißt will ich nicht"
"Kann ich nicht, heißt will ich nicht" mit diesem Satz wurde ich in meiner Jugend oft konfrontiert. Ich finde ihn schrecklich ! Umgekehrt klingt das schon überzeugender:
Wenn ich etwas unbedingt will, verstärke ich die Möglichkeit, dass ich es auch kann.
So ging es mir heute!
Dadurch, dass ich nicht aufgegeben habe, auch wenn es am Anfang anstrengend bis zur Erschöpfung und frustrierend war, konnte ich heute erleben, dass ich allmählich Tritt fasse.
Ich bin gewandert, nicht nur von einer Bank zur anderen geschlichen und von einer Pause zur anderen gekrochen.
Von meinem Schlafplatz vor Filsen bis nach Lykershausen sind es zwar nur 13 km, aber die gingen, besonders am Nachmittag sehr flott ( für meine Verhältnisse) besonders am frühen Abend, nachdem ich auf der Burg Liebenstein einen Kaffee getrunken hatte, klappte ein langer, steiler Anstieg ohne jegliche Schwierigkeiten.
Schlafen kann ich jetzt ganz gut, ich nehme Baldriparan für die Nacht, dadurch merke ich die Beschwerden in den Hüften nicht so und schlafe schnell wieder ein, wenn ich mich nachts rollen muss.
Der Weg ging fast immer oberhalb des Rheins entlang, mit Blick auf den Strom.Er war schmal, aber nicht übermäßig schwierig. Dennoch habe ich es genossen, als die Strecke vom Rhein weg führte, denn im Frühlingswald ist es so ruhig und intensiv. Keine Züge, die im Tal vorbeidonnern, kein tuckern der Rheinschiffe und brummen der Autos auf der Talstrasse. Statt dessen Vogelgesang und das Plätschern der Bäche.
In Lykershausen, wo ich jetzt bin, gibt es eine Grillhütte, an der ich zelten wollte. Ich habe sie aber nicht gefunden, so steht unser Zelt jetzt unter dem Dach der Friedhofskapelle.
Ein schöner Schlafplatz, zumal ich morgen früh genügend Wasser habe!
Aber ich habe mir den Wecker auf sechs Uhr gestellt, falls doch jemand schon früh Blumen gießen kommt. Ich weiß nicht, ob es jeder so gut findet, dass ich hier schlafe.
Die Amsel freut sich ihres Lebens und singt mir ein Schlaflied.
Smilla schläft schon, sie schafft die Belastung problemlos, aber sie bekommt etwas wenig Schlaf.
Hoffentlich finde ich morgen Gelegenheit, mein I Pad aufzuladen, ansonsten gibt es nur einen ganz kurzen Bericht.
Eine gute Nacht und Dank allen, die mir eine Mail geschickt haben, es freut mich immer sehr, eure Grüße zu lesen.
Eure Heide


Montag, 18. April 2016
"Du willst nicht wahrhaben, wie alt du bist"
"Du willst nicht wahrhaben, wie alt du bist" sagte mir ein lieber Mensch, als ich vor drei Jahren auf die Wanderung gegangen bin. Ich antwortete:" nirgends merkt man so sehr, wie alt man ist, als beim Wandern"
Früher bin ich 30 km mit Gepäck gelaufen, am Tag. In den letzten Jahren meist 15 km und zur Zeit sind es nur knapp 10 km.
Aber heute bin ich nicht so frustriert, wie gestern. Erstens war das Gelände einfacher und zweitens habe ich beschlossen, den Tag zu genießen. Wenn ich Pause machen musste, habe ich mich nicht geärgert, sondern die Umgebung genossen. Ein Zweig gegen den blauen Himmel, ein Himmelsschlüsselchen am Wegrand, ja selbst die welken Blätter am Erdboden, alle in unterschiedlichen Farben und Formen,fanden meine Bewunderung.
Gestern Nacht habe ich viel besser geschlafen,obgleich das mit der Stufenlagerung nicht geklappt hat. Von halb zehn bis morgens um neun habe ich geschlafen!!!
Der Körper hat es anscheinend gebraucht!
So bin ich heute spät losgekommen, der Weg begann wieder mit einem langen, steilen Anstieg. Vogelgezwitscher, frühlingsgrüne Buchenwälder, plätschernde Bäche, das alles konnte ich heute von Herzen genießen. Alles blüht, die Kirschen,die Schlehen, die Felsenbirnen mit ihrem betörenden Duft. Buschwindröschen leuchten am Waldboden, Veilchen, Himmelsschlüssel, Hirtentäschelkraut, Vogel- und Sternmiere strecken ihre Köpfchen der Sonne entgegen. Gelb leuchten Forsytien, Löwenzahn und Kriechender Hahnenfuß .
Das Wunder des Lebens ist für mich nie so spürbar wie im Frühling oder bei der Geburt eines Kindes.
In Osterspai habe ich am späten Nachmittag etwas gegessen und bin am frühen Abend weiter gewandert.
Jetzt steht mein Zelt am Rande einer blühenden Obstwiese, etwas oberhalb von Filsen.
Das Wetter soll erst mal trocken bleiben, nur die Nächte sind und werden kalt, laut Wetter App. Gut dass ich so einen warmen Schlafsack habe. Nur gegen Morgen habe ich ein wenig gefröstelt, aber damit kann ich leben.
Ein Zusatz für Imke, die als Alternative den Rheinhöhenweg angesprochen hat: Er lief heute ein Stück parallel zum Rheinsteig und ich musste feststellen, dass er ganz schlecht ausgeschildert ist. So denke ich, in meinem Tempo den Rheinsteig weiter zu wandern.
Es ist neun, ich gehe schlafen, damit ich morgen früher aus den Federn komme.
Habt es gut,
Eure Heide


Sonntag, 17. April 2016
Noch gebe ich nicht auf!
Zunächst ist mir aufgefallen, dass ich gar nicht erzählt habe, worüber Smilla staunt.
Natürlich, dass ich ein Zelt aufbaue,in dem wir schlafen wollen. Sie hat mich immer wieder angeguckt, als wolle sie fragen, was das denn solle. Am meisten hat sie aber das Aufpusten der Luftmatratze beeindruckt. Ich puste mit dem Mund, das sieht komisch aus und macht ein Geräusch, das sie noch nicht kannte.
Dann die vielen ungewohnten Geräusche in der Nacht ! Sie ist zuerst vorm Zelt sitzen geblieben und hat in die Gegend geschaut,inzwischen legt sie sich auf ihre Decke und schläft, wenn das Zelt noch gar nicht ganz aufgebaut ist.
So und nun zum Aktuellen:
Nachdem ich gestern in einem Lokal saß und Blog geschrieben hatte( in dem der letzte Satz lautete" das Wetter ist besser, als versprochen") kam ich raus und es regnete.
So musste ich mir ganz schnell einen Zeltplatz suchen. An einer Weggabelung war die erste Möglichkeit, aber es war recht abschüssig, so dass ich viel unter meine Luftmatratze stecken musste, um den Unterschied auszugleichen.
Ich hasse es, bei Regen aufzubauen,aber es ließ sich ja nicht ändern, ich hatte nicht aufgepasst und nicht aufs Regenradar geschaut.
Die ganze Nacht über hat es geregnet. Ich konnte wegen meiner Hüfte schlecht schlafen und musste mehrfach raus, weil ich abends noch so viel getrunken habe. So war ich morgens schon angestrengt, bevor es los ging. Aber wenigstens war es trocken!
Der Weg heute war sehr, sehr anstrengend. Zuerst ging es so steil bergab, dass mir die Knie weh taten, dann eine lange Strecke steil bergauf. Alle paar Meter musste ich stehen bleiben und nach Luft schnappen. Dann kam ein Abstieg, wie im Hochgebirge. Zwar mit einem Tau gesichert, aber wenn ich gefallen wäre, ginge es seitlich etwa 50 m steil bergab. Ich kann solche Wege gehen, aber mit dem schweren Rucksack war das grenzwertig. Ich musste jeden Schritt genau planen und absichern, indem ich mit den Wanderstöcken festen Halt suchte.
Bis Brauweiler ging es nur bergauf und bergab. Ich war völlig fertig, als ich dort ankam.
Für die 4 km hatte ich drei Stunden gebraucht und dabei habe ich keine längeren Pausen gemacht, nur musste ich immer wieder stehen bleiben um den Atem zu beruhigen.
Nach einer kurzen Rast in einer Imbissbude ging es wieder steil hoch zur Marksburg.
Ich habe sie vor Jahren besichtigt, so wanderte ich heute gleich weiter.
Nach einem moderaten Abstieg kam ich am anderen Ende von Brauweiler raus und es ging wieder steil bergauf. Ein schöner Weg, immer mit Blick auf den Rhein, mit vielen Blumen und blühenden Bäumen am Wegesrand. Dennoch konnte ich mich nicht freuen, ich war einfach viel zu kaputt. Diesmal machte ich an jeder Bank eine lange Pause und überlegte, ob ich den Rheisteig wirklich weiter gehen solle. Das Höhenprofil zeigt nämlich, dass der Weg nicht leichter wird.
Imke hatte mich gewarnt,aber ich meinte, der Frankenwald und die Schwäbische Alb seien ja auch sehr anstrengend gewesen. Aber im Unterschied zum Rheinsteig gibt es dort auch mal eine ebene Strecke.
Aber als meine Motivation gerade auf dem Nullpunkt war, oh Wunder, ging es zwei km an einer Bergflanke entlang, ganz, ganz leicht abschüssig und ich konnte feststellen, dass ich durchaus noch in der Lage bin mit Gepäck zu wandern.
Nun habe ich mein Zelt am Sauerbrunnen aufgebaut. Der Boden ist ganz eben, nach allen Seiten, was eine Seltenheit ist. Das Wasser ist tatsächlich sauer, wie ich beim Zähneputzen bemerkt habe, und die Seife schäumt nicht.
Aber man kann das Wasser trinken, so dass ich morgen Vormittag keinen Durst zu leiden brauche.
Seit Fr. Nachmittag bin ich erst 24 km gewandert.
Im Moment denke ich, es lohnt den Versuch noch ein Stück weiter zu gehen, auch wenn ich es nicht bis Wiesbaden schaffe. So schnell gebe ich nicht auf! Aber wenn es zu anstrengend wird kehre ich vorher um.
Heute habe ich alle meine Sachen in den Schlafsackbeutel gepackt, so dass eine Rolle entstanden ist, die ich mir unter die Knie legen will. Vielleicht schlafe ich dann besser.
All denen, die mir eine Mail geschickt haben, vielen Dank!
Heute bin ich zu müde um sie zu beantworten. Aber in den nächsten Tagen bestimmt.
Eine gute Woche wünsche ich euch
Heide


Samstag, 16. April 2016
Smilla staunt
ihr Lieben,
die meisten von euch wissen schon, dass ich im September wieder ins Rheinland umgezogen bin und dass ich wieder einen Hund habe. Eigentlich ist es mehr ein Kuscheltier, sie heißt Smilla und ich habe sie sehr lieb.
Ein ähnlicher Hund wie Yukon wäre nicht möglich gewesen. Irgendwann stelle ich auch ein Bild in den Blog, falls ich das schaffe.
So sind wir beide jetzt auf dem Rheinsteig unterwegs. Smilla kann nicht so weit, weil sie noch so jung ist und ich, weil ich schon so alt bin.
Seit gestern sind wir unterwegs. Ich hätte nicht geglaubt, dass es so gut klappt. Wir laufen zwar noch nicht unsere 15 km, da wir es langsam angehen lassen wollen, aber die 12 km die wir heute gegangen sind, klappten ausgesprochen gut.Ich habe keine Rückensxhmerzen, kann den Rucksack tragen, nur die Kondition ist noch nicht so gut, zumal es vorwiegend bergauf und bergab geht. Von Koblenz sind wir gestern gegen 16 Uhr losgegangen, haben um20Uhr unser Zelt in einem lichten Buchen und Hainbuchenwald
gestellt. ( die Hainbuchen blühen in diesem Jahr so kräftig, wie Ich es noch nie erlebt habe.Allerdings sind die meisten Kätzchen schon abgefallen. Hainbuchen gehören zu den Birkengewächsen die Blüten sind ähnlich wie bei der Birke, aber viel kräftiger.)
Ich war sehr müde, aber Smilla fand alles spannend und hat sehr oft in der Nacht gebrummt, eine Vorstufe zum knurren. Ich nehme an, sie hat Wildschweine gerochen oder gehört. Dann hat ein Reh lange Zeit "gebellt"
ganz nah.
. Auf der Luftmatratze zu schlafen ist mühsam. Die Hüfte und die Schulter tut weh, wenn ich auf der Seite schlafe, auf dem Rücken geht auch nicht, weil ich keine Stufenlagerung machen kann, wie zu Hause. So war die Nacht anstrengend und unruhig.
Trotzdem hat es Freude gemacht, in den jungen Tag hinein zu wandern.
Was ich alles gesehen habe, schreibe ich morgen, jetzt muss ich weiter, sonst wird es dunkel und ich habe noch keinen Platz zum Schlafen.
Das Wetter ist viel besser als angesagt, das erleichtert manches.
Einen schönen Sonntag und viele Grüße
Heide


Freitag, 15. April 2016
Auf dem Rheinsteig
Ich wandere wieder und es geht mir gut. Es sieht so aus, als könnte ich die 160 km von Koblenz nach Wiesbaden schaffen.wie schnell wird sich zeigen, ich weiß nicht, wie Smilla den Weg schaffen kann und ich bin auch sehr angestrengt. Aber in dieser Jahreszeit unterwegs zu sein ,ist so beglückend.
Heute bin ich totmüde, so dass ich nicht ausführlich schreibe.
Kommentare auf dem Blog sind diesmal nicht möglich, wer mir schreiben will bitte per Mail heidehamann@ gmx.de
Schönes Wochenende
Heide


Dienstag, 14. April 2015
Das Ende der Wanderung und ein wundervoller Schlafplatz
So, ich fange mal am Sonntag an, denn ab da war mein Bericht ja nur ganz kurz.
Die Nacht im Sechsbettzimmer habe ich erstaunlich gut überstanden. Die Menschen waren rücksichtsvoll und ich hatte programmiert, dass mich nichts stört. Zum Glück lag ich am gekippten Fenster, denn die Luft war knapp und abgestanden. Von der Straße drangen laute Geräusche herein, so dass es mir schwer fiel einzuschlafen. Wie immer war ich sehr früh wach, aber ich hätte die anderen gestört, wenn ich aufgestanden wäre.
So ein Hostel ist prima, man hat eine Gemeinschaftsküche, so dass ich morgens heißen Kaffee machen konnte.
Dann bin ich losgegangen, um mir Trier anzusehen. Es ist eine großartige Stadt!
Die älteste Stadt Deutschlands, seit 16 vor Christus Hauptstadt des weströmischen Reiches.
Als erstes ging ich zur Basilika, einst Thronsaal Kaiser Konstantins. Die Basilika ist der größte noch existierende Einzelbau der Antike. Sie wird heute als evangelische Kirche genutzt. Die Klarheit der Architektur und die riesigen Ausmaße sind wirklich beeindruckend.
An die Basilika angebaut ist der Palast, den man nicht besichtigen kann. Aber der Palastgarten ist öffentlich. Ein Teil des Gartens entspricht dem Stil der griechisch-römischen Gärten.
Durch den Palastgarten führt der Weg zu den Kaiserthermen. Es sollte eine der größten Badeanlagen des römischen Reiches werden, ist aber nie fertig gestellt worden.
Oberirdisch sind gewaltige Mauerreste sichtbar, ein Fenster der Therme wurde später als Stadttor genutzt.
Allerdings haben mich die unterirdischen Teile stärker beeindruckt. Uraltes Gemäuer, in dem die Fußbodenheizung betrieben wurde und das Wasser angeheizt werden musste.
Lange, verzweigte, dunkle, feuchte Gänge ich war allein in einem abgelegenen Teil und konnte so der Magie dieses Ortes nachspüren. Vor 1700 Jahren haben Menschen hier gearbeitet und heute können wir dieses alte Gemäuer berühren!
Dann ging es zur Liebfrauenkirche.
Die Liebfrauenkirche, die direkt an den Dom angebaut ist, hat etwas sehr Sakrales.
Frühgotik mit schönen, bunten Glasfenstern. Ich habe mich lange dort aufgehalten.
Dann ging es in den Dom. Ein romanisches Gebäude, in dem sich durch Ergänzungen u d Renovierungen viele Jahrhunderte Architektur und Kunstgeschichte spiegeln. Mir wäre reine Romanik lieber gewesen! Der Barockaltar tat mir fast weh!
( mit dem Barock kann ich nichts anfangen, nur die Musik gefällt mir)
Durch die Porta Nigra machte ich mich dann auf den Weg Richtung Mosel, weil ich noch ein Stück Richtung Kordel wandern wollte. Senkrechte Sandsteinfelsen säumen das Moselufer. Der Weg ging steil bergauf, dann immer an der Mosel entlang. Es war schön, noch lange den Blick auf Trier zu haben.
Nach 5 km kam ich nach Biewer. Dort saßen Menschen vor einer Kneipe auf der Straße und luden mich auf eine Apfelschorle ein. Ich erfuhr, dass Biewer angeblich älter sei, als Trier, weil dort schon die Kelten gesiedelt hätten. Bewiesen sei das allerdings nicht.Auf Biewer zu musste ich steil bergab gehen. Klar, dass es dann wieder bergauf ging. Aber wie bergauf, darauf war ich nicht gefasst! Treppen, die kein Ende nehmen wollten!
Auch der Weg zu der Siedlung "Auf der Bausch" war noch leicht ansteigend. Aber dort, irgendwo am Waldrand, wollte ich mein Zelt aufstellen. An den Höhenlinien auf der Karte hatte ich gesehen, dass es die einzige Möglichkeit war. Das Gelände war auch, wie vermutet, ganz eben. Was die Karte mir nicht sagen konnte, der gante Wald war voller Totholz und Brombeerranken. Keine Chance auf einen Schlafplatz. Also weiter!
Am Wegrand, vor einer Bank, fand ich schließlich einen geeigneten Platz. Es wurde auch Zeit, es wurde schon dunkel.
Der Militärflughafen Ramstein ist ganz in der Nähe und so begleitete mich das tiefe Gebrumm der Transportflugzeuge in den Schlaf. Tagsüber donnern die Düsenjäger, oft alle Viertelstunde über die Landschaft hinweg. Aber nur bei schönem Wetter. Und das Wetter war schön, in dem letzten Tagen!
Heute Morgen habe ich mir Zeit gelassen. Es waren nur noch 13 km bis nach Kordel, die würde ich bequem schaffen, auch wenn ich von anderen Wanderern gehört hatte, dass die Strecke enorm anstrengend sein soll.
Zunächst habe ich mich verlaufen. War aber meine Schuld, ich hätte nicht aufgepasst und bin mal wieder einen Umweg gegangen. Aber immerhin, ich habe den Eifelsteig wieder gefunden.
Bis kurz vor der Genoveva Höhle lief alles normal. Es ging bergauf, bergab durch Wald.
Aber dann steile Treppen bergauf, wieder steil bergab, zur Klausenhöhle wieder steil bergauf, in engen Serpentinen, um dann langsam bergab, an einem römischen Kupferbergwerk und Steinbruch vorbei, aufs Butzerbach Tal zuzuwandern.
Ich glaube, es ist eines der schönsten Täler, die ich kenne. Ein enges Kerbtal, fast wie eine Klamm. Die Erosion in die Tiefe ist wesentlich erheblicher, als die in die Breite. Auf 3,3 km Länge des Baches sind 175 m Gefälle. Ein Wasserfall am anderen, steile Wege, Treppen, lange Hängebrücken machen es möglich, dieses schmale Tal zu durchwandern.
Obgleich ich bergab unterwegs war, stellte dieser Weg enorme Anforderungen an Trittsicherheit und Kondition. Aber es hat sich gelohnt.
Nun sitze ich drei km vor Kordel in der Silvesterhöhle. Eigentlich ist es keine richtige Höhle, sondern nur ein Felsüberhang, unter dem ein großer Tisch steht und ein paar Bänke links und rechts. Ich habe beschlossen, dieses Tal noch ein wenig zu genießen und hier, auf dem Tisch, zu schlafen. Alles Andere ist zu abschüssig. Ich werde also mein Aussenzelt über den Tisch decken, da der nicht ganz sauber ist. Darauf Luftmatratze und Schlafsack und oben drüber das Innenzelt, da mein Schlafsack so eklig orange rot ist und das so gar nicht in die Landschaft passt.
Die Buschwindröschen haben ihre Blüten geschlossen, die blauen Sterne des Immergrün leuchten noch und dazwischen ab und zu ein Scharbockskraut. Riesige, bemooste Sandsteinfelsen schauen aus dem steilen, bewaldeten Abhang hervor.
Der Bach plätschert, als hätte er es sehr eilig. Ein guter Platz für die letzte Nacht.
Es geht mir noch immer nicht gut, so dass es mir oft schwer fällt die ganze Schönheit um mich herum so tief zu empfinden, wie ich es sonst kann.
Morgen Mittag treffe ich mich mit Gundula und wir machen in einer Ferienwohnung noch ein paar Tage gemeinsamen Urlaub.
Euch allen, die ihr mich auf meiner Wanderung mit guten Gedanken, Kommentaren, Mails begleitet habt, sage ich Dank.
Hiermit schließe ich den Blog bis zur nächsten Wanderung. So Gott will im Sommer.
Habt eine gute Zeit und viel Freude am Leben
Heide


Sonntag, 12. April 2015
Zwischenbericht
Nur eine kurze Nachricht, da es kühl ist und ich in den Schlafsack will.
Ich bin wieder auf dem Eifelsteig unterwegs, diesmal von Trier Richtung Aachen. Ich habe einen Schlafplatz gefunden, was heute nicht so einfach war und sage euch gute Nacht.Morgen mehr.
Heide


Samstag, 11. April 2015
ImHostel in Trier
Ich bin nicht von der Matratze gekullert, ich habe zum ersten Mal durchgeschlafen und bin heute Morgen schon ziemlich früh los gewandert. Aber schon bald hatte ich wieder einen gesperrten Weg. Diesmal mit einer Beschilderung, die die Umleitung anzeigte. Bestimmt vier km, das heißt für mich zwei Stunden war der Weg weiter. Es ging hoch hinauf und auf der freien Fläche konnte ich die Pfälzer Berge schon ganz nah erkennen.
Gegen Mittag habe ich in Bruch den Eifelsteig verlassen, ich wollte zum nächsten Bahnhof gehen,um nach Trier zu fahren. In Dreis habe ich etwas gegessen und als ich nach dem Weg zum Bahnhof fragte, bot mir der Wirt an, mich eben zu fahren.ca acht km.
Am Bahnhof angekommen, lief gerade der Zug ein.
So hatte ich in Trier Zeit, mir eine billige Unterkunft zu suchen.
Ein Hostel, im Sechsbett- Zimmer, ich schlafe oben, aber nur 15.-€ die Nacht.
Morgen will ich mir Trier ansehen und am frühen Abend eine Etappe Eifelsteig in Richtung Aachen gehen. Mo.dann weiter, bis nach Kordel zum Bahnhof. Der Weg soll ganz besonders schön sein, mit vielen Felsen und Höhlen. Di werde ich zurück nach Daun fahren, um mit Gundula ein paar Tage Urlaub in einer Ferienwohnung zu machen. Bis auf 30 km habe ich den Eifelsteig geschafft, ohne über meine Grenzen zu gehen. Im Durchschnitt bin ich 15 km pro Tag gewandert.
Eine gute Woche wünsche ich euch
Heide


Freitag, 10. April 2015
Durchs wild romantische Liesertal
Ich sitze im Zelt, es ist fast neun Uhr und noch immer ziemlich warm.
Mein Zelt steht in einem Tannenwald, ich höre den nahen Bach rauschen.
Die Vögel singen ihr Abendlied.
Ich bin satt und etwas müde von dem anstrengenden Wandertag.
Gestern, da ich ja nur ganz kurz geschrieben habe, ging es durchs Liesertal.
Tal war untertrieben, denn es ging immer steil bergauf und dann wieder bergab.
Umgestürzte Bäume sperrten den Weg, sie mussten umgangen werden. Aber der Abhang war sehr, sehr steil, an einigen Stellen fast senkrecht. Mit dem schweren Rucksack eine echte Herausforderung. Einmal war der Weg ganz gesperrt und keine Umleitung angezeigt.
Aber die steilen Felshängen, dick bemoost, waren wohl der romantischste Teil der Wanderung.
In Himmerod, einem Kloster, hatte ich im Hotel ausgemacht, dass ich im Keller schlafen könne. Als ich dort ankam, war der Hausherr nicht einverstanden, weil der Keller nicht aufgeräumt sei. Sie versuchten, mich im Kloster unterzubringen, aber der Mönch, der das Abendessen betreute war mehr als unfreundlich.
Dann trafen wir den Abt Johannes, der mir erlaubte, das Zelt auf der Wiese hinzustellen.
iPad und Telefon konnte ich im Hotel laden und es heute Morgen abholen. Aber das Zelt war klitschnass vom Tau und alles wieder gefroren.
Heute ging es zunächst noch durchs Liesertal, dann durchs Salmtal.
Die Sonne malte helle Flecken ins tiefgründiges Moos, das Wasser glitzerte und eine Wasseramsel machte fröhliche Tauchversuche. Am Nachmittag lud mich ein freundlicher Mühlenbesitzer ein, bei ihm zu übernachten, er habe ein kostenloses Zimmer für mich. Aber es war noch zu früh. Sein Hund begleitete mich noch ein ganzes Stück des Weges und mir kam der Gedanke, dass es doch schön wäre, wieder so einen Kameraden zu haben. Ein Tier, warm,liebevoll und zu mir gehörig. Aber wenn ich dann denke, dass der neue Hund auf Yukons Platz schläft, kann ich es mir wieder so gar nicht vorstellen.
Allmählich wird es Frühling, auch hier in der Eifel. Holunder, Hasel, Weissdorn und einige junge Buchen, die geschützt stehen, treiben aus.Die Veilchen duften betörend und sogar zwei Löwenzahnblüten waren schon offen.
Es gab Stellen am Weg, an denen man sehen konnte, dass das Gestein in einem Winkel von 90 Grad zusammengeschoben worden ist.
Während ich in den letzten Tagen so traurig war, dass nichts Schönes zu meiner Seele durchdringen konnte, gab es heute etliche Momente, in denen ich " mit dem Herzen sehen konnte" in denen die Schönheit mich tief berührt hat.
Der Wald, in dem mein Zelt steht ist selbst im Tal noch etwas abschüssig. So habe ich die Luftmatratze mit allem Möglichen zur Hangseite hin unterpolstert. Mal sehen, ob ich schlafen kann oder von der Matratze kullere.
Euch eine gute Nacht.
Heide