Freitag, 7. November 2014
Macro




Begeistert, angerührt, betroffen von der Kraft der Plastiken
Morgens, wenn ich aufstehen muss, denke ich immer: in Konstanz mache ich Schluss und fahre nach Hause. Aber dann sind die Tage so schön, dass ich doch noch weiter wandern will.
Gegen halb neun war ich in Hoppetenzell und hatte eines meiner schönsten Erlebnisse: ich wanderte an einer Keramikwerkstatt vorbei und schaute mir durch Zaun und Hecke die Plastiken an, die im Garten ausgestellt waren.
Da wurde ich von einer freundlichen Stimme angesprochen, ob ich nicht herein kommen wolle. Ich bekam einen heißen Kaffee ( Gold wert, am Morgen, wenn man nur kaltes Wasser hat) und mir wurden die Plastiken gezeigt.
Ich war so begeistert, angerührt, betroffen von der Ausstrahlung dieser Kunstwerke, dass ich zum ersten Mal seit Yukons Tod meine Trauer vollkommen vergessen konnte.
Der ganze Garten war von so einer guten, kraftvollen Energie erfüllt, wie ich sie nur an wenigen Orten spüren konnte.
Martin Schubert, so heißt der Künstler, versteht nicht nur sein Handwerk und hat ein tiefes Gespür für Ästhetik, sondern es ist in jeder Plastik eine Aussage. Ich habe einige Arbeiten fotografiert, ich stelle sie in den Blogg, selbst wenn sie Kopf stehen. Ich will Alfons nicht schon wieder belästigen, er dreht mir die Fotos. Aber von diesem Erlebnis möchte ich euch doch einen kleinen Eindruck vermitteln.
Zwei Stunden hat Herr Schubert sich Zeit genommen, mir Techniken erklärt, wie Salzbrand funktioniert, zu welchem Anlass und zu welchem Thema die jeweiligenPlastiken entstanden sind. Zum Schluss habe ich noch einen Becher geschenkt bekommen und- völlig unlogisch, noch zwei Becher gekauft, die ich verschenken möchte. Nun schleppe ich drei zerbrechlichen Gegenstände durch die Gegend, wo ich sonst auf jedes Gramm Gewicht achte! Irgendwie ist mir, als könne ich dadurch etwas von der Stimmung mitnehmen, die mich so tief berührt hat.
Und als ich weiter gewandert bin, war sie plötzlich da, die Magie der Natur, der Formen und Farben, der Bäume und Gräser.
Wer meinen Blog vor zwei Jahren gelesen hat, erinnert vielleicht, dass nach etlichen Wochen eine veränderte Wahrnehmung auftrat.
Die Welt erschien verwunschen, viel intensiver, ich konnte wieder spüren, wo Naturgeister zu Hause sind, an diesen besonderen Orten.
Das war bisher auf meinem Weg nicht so.
In Stockach, einem Städtchen, in dessen Umgebung es 1000 Quellen gibt, habe ich gegessen und mein iPad aufgeladen und bin dann noch ein Stück Richtung Ludwigshafen gegangen.
Morgen Mittag werde ich in Ludwigshafen sein, am Überlinger See, den einen Zipfel des Bodensees.
Ob ich dann Richtung Schweiz weiter gehe oder den Rhein abwärts, hängt von meinem Freund Gereon ab. Er wohnt bei Thur( Bern) und ich muss fragen, ob er zu Hause ist und es ihm passt, dass ich komme. Ansonsten gehe ich evtl noch rheinabwärts, in der Hoffnung, dass dort das Wetter nicht so kalt ist.
Allerdings hält mein Zelt keinen Schnee aus, dann bricht es zusammen.
Inletten Zeit denke ich doch viel an zu Hause. In der Adventszeit werde ich auf jeden Fall daheim sein.
So, nun euch allen ein schönes Wochenende
Heide


Ein Loblied auf Alfons
Heute muss ich ein Loblied auf Alfons singen!
Aber der Reihe nach:
Das Aufstehen war schwer. Durch den Regen und die Geräusche der Stadt, habe ich nicht sehr gut geschlafen, schon gegen fünf habe ich meine Mails angeschaut und dann noch ein wenig geruht. Es regnete immer noch!
Als ich endlich aufgestanden bin, habe ich zum Glück noch mal in den Blog geschaut, da Alfons morgens meist einen Gruss schickt.
Und was für ein Gruss war das! ! !
Alfons hatte einen Wanderweg nach Konstanz für mich gefunden und gleich die Busverbindung dazu, denn der Weg geht nicht von Tuttlingen, sondern von Neuhausen.
Schnell habe Heute muss ich ein Loblied auf Alfons singen!
Aber der Reihe nach:
Das Aufstehen war schwer. Durch den Regen und die Geräusche der Stadt, habe ich nicht sehr gut geschlafen, schon gegen fünf habe ich meine Mails angeschaut und dann noch ein wenig geruht. Es regnete immer noch!
Als ich endlich aufgestanden bin, habe ich zum Glück noch mal in den Blog geschaut, da Alfons morgens meist einen Gruss schickt.
Und was für ein Gruss war das! ! !
Alfons hatte einen Wanderweg nach Konstanz für mich gefunden und gleich die Busverbindung dazu, denn der Weg geht nicht von Tuttlingen, sondern von Neuhausen aus.
Schnell habe ich zusammengepackt, mir am Bahnhof einen Kaffee geholt und bin dann mit dem Bus in die Stadt gefahren. Ich wollte noch eine passende Wanderkarte besorgen. Die Wanderkarten, die wir gestern gekauft hatten, reichten nicht so weit nach Osten, wie es der neue Weg erforderte.
Die Karte, die ich jetzt habe ist zwar nicht ideal, weil mein Wanderweg nicht eingezeichnet ist, aber ich komme damit klar.
Kurz nach 10 Uhr war ich in Neuhausen, 20 km östlich von Tuttlingen.
Da alle meine Sachen nass waren, hatte ich beschlossen, ein Zimmer zu nehmen um den Abschluss des Albweges und den Beginn des neuen Weges zu feiern, vor allem aber, um meine Sachen zu trocknen.
Aber die drei Pensionen und Gasthäuser hatten alle kein Zimmer oder waren gar nicht erreichbar.
Alfons hatte mir inzwischen gemailt, wie ich aus Neuhausen heraus wandern muss, um auf meinen Weg zu kommen.
Ihr könnt euch nicht denken, wie sehr ich mich gefreut habe, auf einem beschilderten Weg wandern zu können.
Ich habe mir die nächsten Orte, die für den Weg angezeigt waren, auf der Karte angestrichen, so komme ich gut zurecht, weil ich dann weiß, wo ich den Weg wiederfinde, falls ich mal falsch gegangen bin. Aber der Weg ist wirklich gut ausgeschildert und für Rollstuhlfahrer geeignet, wenigstens die ersten 12 km.
Es gibt kaum Steigungen und ich komme gut voran. Zum Glück finde ich auch einen Bach, in dem ich mich waschen kann.
Die Landschaft ist lieblich. Kleine Wälder, Felder, gelbe Lärchen zwischen dunklen Nadelbäumen ab und zu einzelne, imposante Buchen und Eichen. Blumen sehe ich keine mehr, nur ein paar Gänseblümchen, die zaghaft ihre weißen Köpfchen recken. Es sind keine Menschen unterwegs, ich genieße die ernste, ruhige Novemberstimmung. Die Erde dampft, sie atmet aus!
Während ich mittags mein Brot esse, lege ich alle nassen Sachen aus. Etwas sind sie abgetrocknet, aber die Sonne kommt nicht durch.
Dann wandere ich weiter, denn ich muss unbedingt Hoppetenzell erreichen, da ich nicht genügend Trinkwasser dabei habe.
Einen km vor dem Ort ist ein Bauernhof, an dem ich um Wasser bitte. Und was bekomme ich? Spagetti mit Sauce und Salat, Wasser, frischen Most, Brot, Käse, zwei Äpfel und eine Zwiebel für unterwegs.
Und 300 m weiter finde ich auch einen Platz zum Zelten.
Das Wetter soll trocken bleiben, ich freu mich auf die Tage, die vor mir liegen.
Jetzt muss ich in den Schlafsack, die Nächte sind doch recht frisch.
Liebe Grüsse Heide
PS ich hatte kein Netz, deshalb so spät


Mittwoch, 5. November 2014
Abschied von der Alb und von Imke
Bei Regen mussten wir heute Morgen die Zelte abbauen. Ich hatte Glück, denn ich habe alle Sachen in den Rucksack gepackt, dann den Rucksack in die Kirche gestellt und dann das Zelt abgebaut. Natürlich musste ich dann noch mal umpacken, denn das Zelt muss unter andere Sachen in den Rucksack, aber das konnte ich im Trocknen tun. Das Frühstück wär hervorragend! Wir haben es so sehr genossen, zumal klar war, dass wir vor Tuttlingen nicht mehr essen könnten, weil den ganzen Tag Regen angesagt war.
Der Himmel weint und ich bin auch in Abschiedsstimmung. Die letzten Stunden auf diesem wunderschönen Wanderweg. Und Imke muss auch von Tuttlingen aus fahren, weil dann der Streik ist und bis Montag keine Züge mehr fahren.
In vier Stunden sind wir die 12 km gewandert und kommen um zwei in Tuttlingen an. Das Ende meines Weges feiern wir mit einem Kaffee und einer Brezel, besorgen dann noch Wanderkarten, damit ich den weiteren Weg planen kann, und dann bringe ich Imke zum Zug.
Nachdem Imke kurz vor vier abgefahren ist, studiere ich in der Bahnhofshalle die Karte. Ich will zum Bodensee weiter, also immer nach Süden.
Nun weiß ich, wie ich die Stadt verlassen muss, genauer kann ich nicht planen, da ich einen Schlafplatz suchen muss.
Hinterm Bahnhof läuft der Donau Radweg, den muss ich kreuzen. Aber ich sehe mit einem Blick, dass ich in der Richtung, in die ich muss, keine ebene Fläche finden werde. Es geht steil bergan.
Hinterm Bahndamm aber gibt es eine Kleigartensiedlung und am Ende der Siedlung eine Wiese. Unter einer Buche, wo der Boden nicht matschig ist, baue ich, immer noch bei Regen, das Zelt auf.
Nun kommt die Rettungsdecke zum Einsatz, die Alfons mir geschenkt hat. Da der Zeltboden von innen nass ist, lege ich die Rettungsdecke hinein und kann so alle meine Sachen auf einer trockenen Unterlage ausbreiten. Nachdem ich gegessen habe und jetzt den Blog geschrieben, werde ich mich ausführlich mit den Wanderkarten beschäftigen. Ich hoffe so sehr, Wege zu finden, die ausgeschildert sind, damit ich nicht an jeder Ecke auf die Karte schauen muss.
Morgen und in den nächsten Tagen soll es nicht regnen!
Bei Regen wandern ist nicht schlimm, aber jetzt ist vieles nass: das Zelt, das Regencape, die Schuhe, die lange Hose, die Leggins. Es wäre schön, wenn ich morgen einiges trocknen könnte.
Mal sehen, was das Leben so bringt.
Möge es euch viel Gutes bringen
Heide


Dienstag, 4. November 2014
Die Alpen kommen in Sicht
Auf einem Grillplatz, oberhalb von Gosheim, haben wir übernachtet.
Um 8.15 Uhr sind wir aufgebrochen und haben dann im Ort lange gefrühstückt.
Danach begann wieder ein Aufstieg, aber da er nicht so steil war, fiel er nicht so schwer. Wunderschöne, weite Blicke ins Land waren der Dank für die Mühen.
Jetzt säumen de Weg vorwiegend Nadelbäume, die in reizvollem Kontrast zu den wenigen, oft gelben Laubbäumen stehen. Wir, Imke und ich, haben viele Gedanken ausgetauscht, von Erlebnissen der Gegenwart und Vergangenheit gesprochen und waren uns ganz nah. Imke kann ich jahrelang nicht gesehen haben, trotzdem ist nie etwas Fremdes zwischen uns.
Etwa 16 km sind wir heute gelaufen, was eine gute Leistung ist, weil wir nach dem langen Frühstück so spät aufgebrochen sind. Wir haben kaum Pausen gemacht und der Weg hatte im weiteren Verlauf keine großen Steigungen. Wir könnten zum ersten Mal die Alpen sehen.
Gehen fünf Uhr haben wir uns in Riesliberg einen Schlafplatz ausgesucht, Imke neben, ich vor einer winzig kleinen Kirche.
Dann sind wir essen gegangen und haben gegen halb neun unsere Zelte aufgebaut.
Das Gute ist, gleich neben der Kirche steht ein Behälter mit Wasser, so dass wir uns waschen können.
Morgen habe ich im Hotel Frühstück für uns bestellt. Wir wollen uns die paar Gemeinsamen Tage richtig schön machen.
Gesundheitlich geht es mir deutlich besser, seit heute Morgen nehme ich das Medikament und das hat wirklich gut angeschlagen, schon nach einem Tag.
So, jetzt will ich in den Schlafsack, meine Finger werden kalt.
Gute Nacht und einen schönen Tag morgen
Heide


Montag, 3. November 2014
Der höchste Punkt der Wanderung und ein Abend mit Imke
Die Nacht war erholsam und das Zelt unter der alten Linde trocken.
Frohgemut bin ich nach Deilingen gewandert, in der Hoffnung, dort etwas zu Essen zu bekommen. Ich hatte rein gar nichts mehr im Rucksack!
Welche Freude kann ein Lebensmittelgeschäft machen! Nun habe ich alles, was ich brauche.
Den Aufstieg zum Oberhöhenberg spare ich mir, indem ich den Berg auf halber Höhe umrunde. Ich finde den Weg gut,obwohl es viele Abzweigungen gibt. Mein Ortssinn und die Sonne, die die Himmelsrichtung bestimmen lässt, helfen mir.
Ich treffe wieder auf meinen Wanderweg und nehme den Aufstieg zum Lemberg. Mit 1015 m ist er der höchste Punkt auf meiner gesamten Wanderung. Und da der Berg bewaldet ist, erklimme ich auch noch den hohen Turm. Man könnte bis nach Stuttgart sehen und bis zu den Alpen. Aber heute ist die Sicht nicht so klar. Über dem Bodensee liegt Nebel.
Nun wandere ich nach Gosheim hinunter. Ich habe inzwischen eine SMS dass Imke, mit der ich mich heute treffen will, erst um 17.45 Uhr ankommt.
Also habe ich viel Zeit. Ich eruiere wo man essen könnte, suche eine Apotheke auf und bestelle das Medikament gegen meine Magen- Darm Probleme.
Vorher habe ich uns noch einen Schlafplatz ausgesucht, wieder an einem Grillplatz. Dort ist es eben und wir haben Tische und Bänke, um frühstücken zu können. Allerdings müssen wir fast zwei km zurück laufen.
Jetzt sitze ich in der tristesten Bäckerei, die ich je erlebt habe. Aber mein Handy und iPad lädt.
Nachher werde ich nicht weiter schreiben, weil ich den Abend Imke widmen möchte.
Alles Gute
Heide
PS es war ein wunderschöner Abend. Jetzt ist alles zur Nacht gerichtet. Die Lichter von Gosheim leuchten herüber. Es ist alles gut.


Sonntag, 2. November 2014
Das Wetter ist zu schön zum Wandern
Spät bin ich heute los gekommen, weil wir lange gefrühstückt haben.
Renate hat mich wieder zu meinem Wanderweg gefahren. Die Sonne strahlte, es machte Spaß zu laufen. Gesundheitlich geht es mir wieder besser und so schaffte ich den langen Aufstieg zum Plettenberg ohne große Probleme. Dort, wo ich gesessen habe, ich hatte einen kleinen Umweg auf dem Gipfel gemacht, waren kaum Menschen. Ich hatte einen herrlicher Ausblick, wieder weit ins Land und bis zum Schwarzwald hinüber. Die Sonne schien so warm, das ich im ärmellosen Top, mit einem dünnen Schal in der Sonne gesessen habe und nicht weiter wollte. Das Wetter war einfach zu schön zum Wandern.
So habe ich mich lange gesonnt und die vielleicht letzte Wärme des Jahres genossen. Beim Abstieg habe ich mich wieder vertan und einen weiten Umweg gemacht. Unterwegs war ein Weg wegen Holzeinschlag gesperrt. Ich habe es trotzdem versucht, aber das mache ich kein zweites Mal. Es war so mühsam, immer über die Stämme klettern zu müssen! Ich wollte nicht den Umweg über Sxhömberg machen, bin dann aber doch den Bögen Geläufen, da ich offenbar die Abzweigung verfehlt habe.
Jetzt liege ich kurz vor Deilingen am Waldrand. Es ist ziemlich windig geworden.
So weit wollte ich heute kommen, da ich hoffe, morgen in Deilingen einkaufen zu können.
In zwei bis drei Tagen bin ich in Tuttlingen, dem Ende des Weges. Mal sehen, ob ich dann noch zum Bodensee gehe, das kommt darauf an, ob ich einen Weg finde. Ich muss mich in Tuttlingen schlau machen.
Auch soll es ab Mittwoch kalt und regnerisch werden. Aber heute hatte ich richtig Lust, noch weiter zu wandern.
Einen schönen November und eine schöne Woche wünsche ich euch
Heide


Wieder mal ein Bett
Der Weg nach Laufen ging steil bergab. Gut, dass ich den Schlafplatz oben gewählt habe! In Laufen gab es keine Bäckerei, das Gasthaus hatte zu und das Hotel keine Gäste. Es war noch so früh, dass ich am Feiertag nirgends klingeln mochte, , um um Brot zu fragen. Dann flandrisch am Hintereingang des Hotels ein junges Mädchen, die aber kein deutsch verstand. Sie holte die Inhaberin, die, im Bademantel, mir ein Frühstück machte.
Der Aufstieg zum Hörnle war gewaltig. Die steilen Serpentinen, ganz schmal und daneben sofort steil abschüssig, das ging an die Substanz. Aber der Weg war schön und fast menschenleer. Wie erstaunt war ich, als ich auf dem Hörnle, es ist 956m hoch, mehr als 100 Menschen antraf. Sie waren mit dem Auto zum nahen Parkplatz gefahren.
Über die Höhe wanderte ich dann zur nahen Jugendherberge. Dort konnte ich duschen, Wäsche waschen und Wasser holen. Abendessen und übernachten wäre nur mit Herbergsausweis gegangen. Den wollte ich mir für die eine Nacht nicht besorgen, zumal es eine wunderbare Hütte gab, in die ich mein Zelt stellen konnte.
Der Herbergsvater spendierte mir noch eine Thermoskanne voll Tee.
Als ich gerade mein Zelt aufgebaut hatte, kam Renate, mit der ich vorher ein paar Worte gewechselt hatte, und lud mich zu sich nach Hause ein.
Also baute ich alles wieder ab.
Wir hatten einen schönen Abend miteinander, es gab etwas Leckeres zu essen und ein Bett. Jetzt frühstücken wir gleich zusammen und dann fährt mich Renate wieder an meinen Wanderweg zurück.
Gesundheitlich geht es mir deutlich besser, das Propolis hat gut geholfen.
Schönen Sonntag
Heide


Freitag, 31. Oktober 2014
Ein Ruhetag
Heute war das Aufstehen ganz leicht, weil ich so lange gewartet habe, bis sie Sonne mein Zelt getrocknet hat und es deutlich wärmer war, als früh morgens.
Der Sonnenaufgang war faszinierend. Von den ersten hellen Streifen am Horizont, über ganz zart türkis, rosa, violett, dunkle,zerzauste quer liegende Wolken dazwischen, die plötzlich purpurn zu leuchten anfingen! Erstaunt war ich, als ich feststellte, dass es doch erst neun war, als ich los kam.
Ich beschloss, heute einen Tag zum Ausruhen zu machen. Die Landschaft hat sich verändert: der Laubwald ist kaum noch vorhanden, dafür Mischwald mit hohen Nadelbäumen und niedrigeren Laubbäumen dazwischen. Alles sehr licht, also nicht so eng bepflanzt. Es freut mich sehr, zu sehen, dass die Douglasien und die Nordmanntannen alle gesund sind, auch die alten Bäume. Nur die Fichten sind alle krank! Zwei große Maschinen sind bei Holzarbeiten, schälen die Stämme und stapeln sie dann. Es tut weh, die Bäume so gemordet zu sehen. Es geht einfach zu schnell, da kommt kein Respekt mehr auf. Nicht, dass sie sterben müssen, sondern diese Serienarbeit bringt mich aus der Fassung.
Ich weiß, sie machen Platz, damit andere Bäume sich entwickeln können. Sterben, wenn die Lebensaufgabe erfüllt ist, das ist der Lauf der Dinge.
Ich könnte ganz viel schreiben, was mich die Bäume alles gelehrt haben. Ein Aspekt ist, dass sie sich gegenseitig halten und schützen. Die Wurzeln sind so ineinander verflochten, dass die Wurzeln des einen Baumes quer über denen des anderen Baumes liegen, so dass bei Sturm beide mehr Halt haben.
An einer Quelle verweile ich lange, Sonne mich und schaue in das liebliche Tal.
Dann wasche ich mich, meine Wäsche und..........sogar meine Haare!
Glaubt nicht, dass ich das reine Quellwasser beleidige! Ich schöpfe Wasser mit der Brotdose und schütte es auf den Boden, wenn es voll Seife ist. So spüle ich auch meine Haare über dem Erdreich aus. Da kann die Seife ausgefiltert werden.
In Burgfelden mache ich eine lange Pause,iPad und Handy müssen geladen werden. Ich versuche in Laufen eine Apotheke anzurufen,aber es gibt keine. Die zweite Apotheke, die 6 km entfernt ist, hat das Medikament nicht vorrätig und morgen ist hier Feiertag, Allerheiligen! So versuche ich es mit einem Underberg in einem Glas heißem Wasser und abends mit Propolis, auf Brot geträufelt.
Mein Schlafplatz ist nahe Burgfeldern, etwa drei km vor Laufen. Ein ebener, geschützter Platz. Heute bin ich nur etwa sieben bis acht km gewandert, ich musste Rücksicht auf meine Gesundheit nehmen.
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende
Heide


Donnerstag, 30. Oktober 2014
Schön ist es, auf dieser Welt zu sein
In der Friedhofskapelle konnte ich wunderbar schlafen, allerdings war ich wieder schon um vier Uhr wach und habe dann noch bis sechs geruht.
Im nahen Café gab es etwas Warmes zu trinken und dann begann ich den Aufstieg.
Psychisch ging es mir viel besser,als gestern, aber ich fühlte mich leicht fiebrig und hatte wieder Magenprobleme. So war ich heute Vormittag extrem langsam und habe viele Pausen gemacht. Der Weg ist aber auch zu schön! Man könnte überall bleiben. In den Laubwald mischen sich Nadelbäume im reizvollen Kontrast. Dadurch, dass schon so viel Laub von den Bäumen ist, kann man fast überall weit ins Land gucken. Bei klarer Sicht erkennt man sogar den Feldberg im Schwarzwald, etwa 90 km entfernt. Aber so klar ist es zur Zeit nicht.

Um die Burg Hohenzollern wandere ich im weiten qBogen herum, sie ist der Alb vorgelagert. Wie ein Märchenschloss liegt sie da und kündet von vergangenen Zeiten.
Ich treffe einen Wanderer, der mich fragt, ob ich die Pflanzen kenne. Ich antworte: "fast alle und beschreibe ihm zwei Pflanzen, die ich sonst noch nirgends gesehen habe. Der Wanderer kennt beide Pflanzen . Das eine ist Nieswurz (kommt das nicht bei Zwerg Nase vor? ) das andere Mandelblättrige Wolfsmilch. Beide sind noch dunkelgrün und sehen aus, als wollten sie jetzt noch wachsen.
Jetzt sitze ich im Nägelehaus, mit 956 m der höchste Punkt auf meiner bisherigen Wanderung.
Das Handy ist aufgeladen, das iPad braucht noch ein wenig, deshalb dehne ich die Pause länger aus, als notwendig.
So, jetzt ist Abend.
Ich bin nicht am Albrand weitergewandert, sondern habe den Weg verlassen, um durch ein wunderschönes Tal, vorbei an Wachholderhängen, vorbei an einer Wiese mit Herbstzeitlosen, nach Stich zu kommen. Dort die Enttäuschung: dasGasthaus hat zu und die anderen beiden Häuser sind unbewohnt. So kann ich kein Wasser zur Nacht besorgen. Na ja, ich habe noch einen dreiviertel Liter, das muss dann reichen.
Bis zum Einbruch der Dunkelheit bin ich gewandert, weil ich keinen guten Schlafplatz fand. Und dann die Überraschung: ein ganz ebener, trockener Platz, direkt am Waldrand. Der Mond scheint, der Bauer hat seine Feldarbeit beendet und es senkt sich Ruhe übers Land.
Ich lerne jetzt noch ein wenig polnisch. Die Nächte sind sooooo lang.


Mittwoch, 29. Oktober 2014
Der Tag heute in Moll
Sehr zeitig bin ich heute Morgen los gewandert, weil ich schon ab vier Uhr wach war.
Aber irgend etwas stimmte nicht. Ich war kraftlos, hatte Magenprobleme und hätte immer nur heulen können. Dabei schien die Sonne, der Weg war schön, es gab keinen Grund für meine Stimmung. Zum ersten Mal habe ich daran gedacht, nach Hause zu fahren. Alfons, du hast recht, der Weg führt laut Karte nicht über den Hirschkopf, aber die Beschilderung war anders, als in der Karte eingezeichnet.
Natürlich war der Anstieg anstrengend, aber das kenne ich doch und es macht mir normalerweise wenig aus. Heute hatte ich eine große Unsicherheit im leicht gelähmten rechten Bein, so dass die Trittsicherheit stark eingeschränkt war.
Der Weg war schön, aber ich konnte nicht in die Landschaft eintauchen. Ich blieb, wie ein Zuschauer, außen vor.
Die Kolkraben, die im Aufwind segelten, zogen meine Bewunderung und Liebe auf sich. Die Blümlein am Wegrand, die keinen warmen Schlafsack haben und doch noch immer so tapfer blühen, machten mir Mut, ans Leben zu glauben.
Ich habe den ganzen Tag kaum gegessen und nichts getrunken, weil ich nicht ausschließen konnte, dass das Quellwasser, das ich in meiner Flasche hatte, gut war.
Am Weg lagen weder Orte noch Gasthäuser. Aber dann entdeckte ich eine Abkürzung nach Jungingen, wo ich schon um vier eintraf.
Ich hätte gern im Zimmer übernachtet, aber die Vermieter der Ferienwohnung waren nicht da und das Gasthaus viel zu teuer.
Aber dann habe ich zwei gute Plätze zum Zelten entdeckt. Ich habe mich für die Friedhofskapelle entschieden, da sie überdacht ist und ganz eben. Da schläft man besonders gut.
Nur die Kirchenglocke, mit einem wunderschönen Klang läutet alle viertel Stunde.
Dann bin ich in einer Dönerbude eingekehrt, habe Telefon und iPad geladen, gegessen und getrunken, mich gewaschen und bin, nachdem es dunkel war, zum Friedhof gegangen.
Ein Brunnen plätschert, ich hoffe, ich kann gut schlafen und meine Stimmung ist morgen wieder heller.
Gute Nacht
Heide


Dienstag, 28. Oktober 2014
Heute Morgen gab es in Genkingen einen Kaffee und den dringend nötigen Einkauf. Bis auf Nescafé habe ich jetzt alles, so dass es mir richtig gut geht.
Der Wanderweg ist wunder, wunderschön. So viel Buchenwald hätte ich nicht vermutet.
Ohne größere Pausen, nur eine gründliche Wäsche im Bach hat meinen Weg unterbrochen, wanderte ich auf Talheim zu.
Mich im Bach zu waschen kostet übrigens gar keine Überwindung. Ganz im Gegenteil. Ich genieße das lebendige, kalte Wasser. Eigentlich hatte ich die Hoffnung bis zum Hirschkopf zu kommen, auf den Gipfeln ist es immer besonders schön. Außerdem gibt es dort eine Schutzhütte. Aber die Tage sind einfach zu kurz. 18 km bin ich heute gewandert, das ist für meine Verhältnisse ganz ordentlich.
Drei oder vier km unterhalb des Gipfels habe ich mein Zelt am Wegrand aufgebaut. Talheim ist noch recht nah, und so ist hier noch ziemlich viel Betrieb.
Gestern war es der Uhu, der mir eine gute Nacht gewünscht hat, heute ist es ein ganz eifriges Käutzchen. Käutzchen und Uhu rufen fast ausschließlich in der Dämmerung. Wenn es ganz dunkel ist, geben sie meist Ruhe.
So, zum Schluss noch ein Vers, der mir heute immer wieder durch den Kopf gegangen ist:
Oh Täler weit oh Höhen,
Oh schöner grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
ANDÄCHT'GER Aufenthalt.
Da draußen stets betrogen
Lärmt die geschäft'ge Welt
Schlag noch einmal den Bogen
Um mich du grünes Zelt.
Ich weiß nicht von wem der Text ist, es könnte Eichendorff sein.
Lust und Wehen, wie nah liegt das zuweilen beieinander.
Ich glaube, ich wäre ohne diese Wanderung mit Yukons Tod noch viel schwerer fertig geworden.
Heute habe ich mein Telefon nicht eingeschaltet, weil ich kaum noch Strom drauf habe.
Alles Gute
Heide
PS ältere Beiträge findet man unter Startseite. Die steht unter Navigation, rechts


Montag, 27. Oktober 2014
Allein im Bauch der Erde
Ich tippe im Liegen mit einem Finger, denn ich habe den Schlafsack ganz über mich gezogen. Die Finger werden sonst eisig kalt.
Zunächst will ich euch, besonders Gabriele, von der Achalm erzählen. Hap Grieshaber, ein bildender Künstler, der vorwiegend Holzschnitte machte, hat dort gelebt.
Die Achalm ist ein einzelner Berg bei Eningen. Sie sieht aus, wie ein Vulkankegel, ist aber ein sogenannter Zeugenberg, der aus dem Grundgestein besteht.
Die Eninger haben Grieshaber abgelehnt. " er ist ja auch nicht von hier. Und wie der aussah ! Außerdem war er Kommunist. Na ja, wenigstens kein Nazi. Erst als er Professor in Tübingen wurde, hat man ihn akzeptiert. Und auf seiner Beerdigung, da war was los, da sind sie alle gekommen. Ich habe sogar im Chor mitgesungen" so berichtete mir ein alter Mann, den ich nach der Achalm gefragt habe.

So, nun aber zum heutigen Tag: ich bin früh losgekommen. Zwar ohne Frühstück, aber ich hoffte, im nächsten Ort einkaufen zu können. Doch es gab kein Geschäft. Also fragte ich um Brot, Butter hatte ich noch. Da es aber neblig und kalt war, habe ich nicht erst Rast gemacht, sondern das Brot ohne alles verzehrt. Es schmeckte köstlich.
Böll hat in seiner Erzählung " das Brot der frühen Jahre" den Satz:" wir essen das, was ihr trockenes Brot nennt." Das hat mich sehr beeindruckt.
Ich kam gut vorwärts, immer durch meinen geliebten Buchenwald.es waren keine Menschen unterwegs, nur aus dem Tal hörte man den Lärm der Autos.
Vor eins war ich auf der Burg Lichtenstein, die ich besichtigt habe und wo ich auch Mittag essen konnte. Die Gaststätte war in der Wanderkarte nicht eingezeichnet, so war das eine besondere Freude. Und das Brot reichte noch zum Abendessen.
Dann wanderte ich weiter zur Nebelhöhle. Sie heißt so,weil es im Winter, wenn die Luft in der Höhle wärmer als die Aussenluft ist, aus einem Loch in der Höhlendecke dicke Nebelschwaden gibt.
Diese Höhle war ein Erlebnis. Man besucht sie ohne Führung. In der ersten Höhle bekommt man über Lautsprecher einige Informationen. Dann geht man in die weit verzweigten Gänge und Nebenhöhlen. Es waren kaum Menschen in der Höhle, so dass ich immer wieder lange Phasen hatte, in denen es vollkommen still war.
Ich lauschte der Musik der fallenden Wassertropfen, die ganz unterschiedliche Töne haben. Die Höhle war sehr geschickt beleuchtet, einige Partien mit kaltem, bläulichem Licht, andere mit warmem, rötlichem Licht.Wie sehr habe ich mir immer schon gewünscht, allein in einer Höhle zu sein, im Bauch der Erde zu spüren, wie lebendig Mutter Erde ist.
Sehr lange war ich in der Höhle, ich glaube fast zwei Stunden. So musste ich mich schon bald nach einem Schlafplatz umsehen. Da ich von der Strasse weg wollte, war es schon fast dunkel, als ich am Wegrand mein Zelt aufgebaut habe. Der Platz ist nicht toll, aber heute hatte ich keine Wahl.
Nachts ist es schön warm,der Schlafsack ist Klasse.Aber das Aufstehen morgens, kostet Überwindung.


Sonntag, 26. Oktober 2014
Im Segelflugzeug
Die Landschaft, durch die ich heute Vormittag wandere, ist lieblich. Wiesen, schöne Wälder mit altem und jungem Baumbestand, sehr naturnah. Es sind noch keine Menschen unterwegs und so habe ich meinen geliebten Wald in seiner Stille ganz für mich.
Im Wandererheim des Albvereines gehe ich frühstücken, denn ich habe nur noch wenig Proviant im Rucksack. Vor allem aber möchte ich duschen, denn gestern war der erste Tag auf meiner Wanderung, an dem ich mich nur mit Wasser aus der Trinkflasche waschen konnte.
Das Duschen kostete 5 in Worten fünf € . Dabei war weder Handtuch noch Seife..die brauchte ich aber auch nicht. Man kann sich nur wundern!
Gegen Mittag wird der Weg belebter.
An einem Segelflugplatz mache ich Mittagspause und beobachte die startenden und landenden Flugzeuge. Da sagt mir ein freundlicher Herr, dass man für 20.-€ mitfliegen kann.
Noch nie habe ich im Segelflugzeug gesessen. Das reizt
mich schon und da ich meinen Etat nur wenig überschritten habe, beschließe ich, mir dieses Erlebnis zu gönnen. Allerdings muss ich etwa zwei Stunden warten, bis ein Platz für mich da ist.
Die Thermik war gut und deshalb blieben die Flugzeuge lange in der Luft.
Nachdem ich den Fallschirm angezogen hatte, ging es los. Mit einem Seil, das von einem LKW ganz schnell aufgerollt wird, zieht man das Flugzeug in die Luft.
Man hört das Geräusch des Windes ganz stark. Zwischendrin Warnsignale, wenn andere Flugzeuge zu nahe kommen. Wir drehen viele Kurven, um in der Thermik zu bleiben. Um uns herum sechs andere Flieger. Das Landen und Aufsetzen ist erstaunlich sanft. Um eine Erfahrung reicher klettere ich aus dem Flugzeug und mache mich auf den Weg.
Wieder geht es durch alten Mischwald, es ist eine reine Freude in dieser Landschaft zu sein.
Nach einem langen Aufstieg komme ich an einen Aussichtspunkt. Eine Bank steht auf ebener Fläche. Es ist so selten, dass man einen ganz ebenen Platz findet.
Die Sonne geht gerade unter und der Blick geht nach Westen. Die Farben am Himmel sind berauschend!
Lange genieße ich die Stimmung, bevor ich mein Zelt aufbaue.
Ich freue mich an den Lichtern im Tal, und ich freue mich auf den morgigen Tag
Heide


Bild zu über den Wolken leider verkehrt rum
Name image32
Macro
erstellt von wanderheide
am Sonntag, 26. Oktober 2014, 19:08
Eigenschaften jpg, 501×375 pixels, 14 KB
Aktionen bearbeiten / löschen
V


Was für eine schöne Flechte

Weiß jemand den Namen?


Samstag, 25. Oktober 2014
Man schlunzt sich so durchs Ländle
Heute Morgen hat es geregnet, so dass ich erst spät mein Zelt abbauen konnte.
Der Weg nach Bad Urach war nicht mehr weit.der Buchenwald ist so zart geworden, weil schon so viele Blätter abgefallen sind. Wenn man es malen wollte, dann so, wie die Impressionisten gemalt haben. Bad Urach ist bald durchquert, aber ich merke, dass mich das Wandern heute sehr anstrengt und der Aufstieg ist sehr, sehr lang und steil.An der Jugendherberge frage ich, ob ich duschen könne. Ein Nein ist die Antwort. Ich frage ob ich Mittag essen könne. Ein unfreundliches Nein ist die Antwort. Ich bin froh, dass ich gestern im Wald geblieben bin. Eigentlich wollte ich zur Jugendherberge und dort mein Zelt aufbauen. Aber sicher wäre ein Nein die Antwort gewesen.
Zunächst führt der Weg zu einem Wasserfall. Es sind viele Menschen unterwegs, eine Gruppe von etwa 70 Pfadfindern, aber auch Familien mit Kindern. Die Herbstferien haben begonnen. Ich vermisse die Stille, die mich sonst umgibt, habe aber schöne Begegnungen mit Menschen. Ich falle schon auf, mit meinem riesigen Rucksack und werde oft angesprochen.
Als ich auf der Höhe bin, sehe ich an allen Bergen senkrecht aufragende Felswände. Es ist wild romantisch.
Gegen Abend kehre ich im Stutenstall ein, und esse ein paar Kartoffelpuffer.
Heute bin ich nur 10 km gewandert. Was solls, ich habe ja Zeit.
Nun liege ich auf einer ziemlich ebenen Fläche hinterm Forsthaus, wieder im Wald. Von fern höre ich die Strasse, aber das wird mich nicht stören.
Euch einen erholsamen Sonntag mit vielen schönen Erlebnissen
Heide


Über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos
Schon auf der Alb hat sich der Nebel gelichtet und ich hatte strahlenden Sonnenschein. Der Weg ist wunderbar ! Immer durch Buchenwald, auf schmalen Pfaden. Weite Blicke ins Tal, aber das Tal sieht man nicht, ich bin über den Wolken. Ich versuche, das Bild einzustellen, auch wenn es auf dem Kopf steht.
Meine Seele jubelt und tanzt, so schön ist die Welt. Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, singt Reinhardt May. Und das ist sie auch. Die ganze Welt liegt vor mir, und ich darf in sie hinein wandern.
Ich entschließe mich, einen Abstecher zur Burg Hohen Neuffen zu machen.
Noch immer schaut man von oben auf die Wolkendecke. Weiß, unendlich rein liegt die Welt unter mir.
Ich leiste mir ein frühes Mittagessen auf der Burg, weil der Ort so schön ist und wandere weiter.
Vor Bad Urach verlasse ich den Wanderweg, um eine Schutzhütte, die etwas abseits liegt zu suchen. Ich finde die Hütte auf Anhieb, aber es ist keine Schütz- sondern eine Jagdhütte.zum Übernachten ist sie gänzlich ungeeignet.
Kurz überlege ich, ob ich zur Jugendherberge in Bad Urach wandern soll, aber ich möchte doch lieber in diesem wunderbar zarten Buchenwald bleiben.
Nachdem ich eine besondere Flechte am Wegrand fotografiert habe ( weiß jemand wie die heißt?) suche ich einen Schlafplatz. Es ist sechs und wird gleich dunkel.
Der Platz ist zwar nicht ganz waagerecht, aber das versuche ich im Zelt auszugleichen, indem ich Sachen unter die Luftmatratze lege.
Bis auf ein Flugzeug, das leise brummt, hört man keine Geräusche aus der Zivilisation. Das Käutzchen ruft, der Wind säuselt leise in den Wipfeln. Es ist Abendstille, tiefer Friede. Von guten Mächten wunderbar geborgen, oder so ähnlich lautet ein Lied. Und so fühle ich mich auch.
Heute habe ich weder Handy noch Internet Empfang, so kann ich den Bericht erst morgen in den Blog setzen.
Ich wünsche, dass es euch ganz, ganz gut geht.
Heide


Freitag, 24. Oktober 2014
Wieder auf dem Weg,bei dichtem Nebel
Ich bin zeitig aufgestanden, habe aber wieder mal den falschen Weg genommen.
Ich glaube inzwischen, das liegt doch an mir, ich träume wohl zu viel. Andererseits ist mir das auf dem Frankenweg nie passiert. Da war deutlicher ausgeschildert und vor einer winzigen Abzweigung gab es schon vorher einen Hinweis. Hier ist es oft so, dass das Wanderzeichen nicht einmal an der Abzweigung ist, sondern erst ein Stück im Wald.
Wie dem auch sei, ich musste einen riesen Umweg laufen und kam erst am frühen Mittag in Owen an.
Aber dort würde ich gleich von einem netten Herrn zum Mittagessen eingeladen.
Er und seine Frau waren auch Wanderer und er sagte mir, dass mein Wanderweg auf Grund des Sturmes unpassierbar sei. So wählte ich eine alternative Route nach Neuffen, denn dort wollte ich mich mit Dietmar, einem Freund von Imke, treffen.
Wir hatten eine wunderbaren gemeinsamen Abend, mit gutem Essen und guten Gesprächen, mit einer ganzen Badewanne voll heißem Wasser, frisch gewaschener Wäsche und einem richtigen Bett. Heute Morgen hat Dietmar mich zum Bahnhof gefahren. Leider ist der Anschlussbus genau in dem Moment abgefahren, als der Zug einlief. Nun muss ich eine Stunde warten, bei drei Grad und keiner Kneipe in der Nähe, nicht besonders schön. Aber man muss das Leben nehmen, wie es kommt. Auf jeden Fall freue ich mich, bald wieder in der unberührten Stille des Wanderwegs zu gehen. Man wird so sensibel, Geräusche, Gerüche,Geschwindigkeit, alles nehme ich viel intensiver wahr.
Euch allen einen schönen Tag
Heide
Ach so, ich wollte ja noch erklären, warum Überraschungen: erst der falsche Weg, dann die Einladung zum Essen, dann ein anderer Wanderweg als geplant und zum Schluss noch das Treffen mit Dietmar.


Freitag, 24. Oktober 2014
Ein Tag voller Überraschungen
Ich will euch nur schnell sagen, dass es mir gut geht. Ich bin bei einem Freund von Imke und schlafe dort auch. Morgen mehr.
Gruss Heide
Wieso Überraschungen erkläre ich morgen