Mittsommernacht
Es ist zwar noch Tag, ich sitze an einem Wiesenhang mit Blick in die Bachaue, in die weite Landschaft mit Feldern, Baumgruppen und kleinen Wäldern.
Es ist Nachmittag und ich brauche meine große Pause.
Heute Nacht habe ich wieder im Fichtenwald gezeltet. Das ist zwar nicht der romantischste Platz, aber der bequemste. Der Boden ist selbst nach Regen nie nass, das Wasser sickert sofort weg, der Untergrund ist weich, der Tau wird von den Bäumen abgehalten und wenn man dann noch eine ebene, waagerechte Fläche findet, ist alles perfekt.
Heute morgen war es leicht neblig und den ganzen Tag über warm und diesig. Es ist eine stille Stimmung, die alles ganz weich erscheinen lässt.
Zum Glück habe ich heute einen Bäckerladen gefunden, denn ich hatte seit Montag nicht mehr einkaufen können und auch keinen Gasthof auf dem Weg gehabt. So waren nur noch ein paar Nüsse und Rosinen im Rucksack.
Yukon bekommt unterwegs immer mal Katzenfutter geschenkt,aber ich bin froh,wenn ich ihm bald viel und eiweißreiche Kost zu fressen geben kann.
Ich wurde gefragt, wie ich auf die Idee gekommen bin, diese Wanderung zu machen. Da muss ich etwas weiter ausholen.
Solange ich zurückdenken kann, vermutlich so mit vier Jahren, hat mir die Erde und die Natur Geborgenheit und Sicherheit gegeben. Ich liebe die Erde, so dass ich zeitweise am liebsten wie ein Wildschwein mit der Nase im Acker wühlen würde. Bäume und Pflanzen sind mir Wesen, die jedes eine eigene Aussage haben. Ich kann das nicht mit Worten erklaeren, aber ich gehe in Resonanz zu den Geschöpfen oder zur Landschaft.
So bedeutete es für mich immer eine große Überwindung, im Frühjahr, wenn der letzte Schnee weggetaut war, nicht meinen Rucksack zu packen und in die weite Welt hinein zu wandern. Es ist ein wenig, wie " nach Hause gehen"
Pflichten haben mich immer abgehalten, und so habe ich, etwa mit 50 Jahren, beschlossen: mit 70 mache ich eine Fernwanderung.
Eigentlich wollte ich gern nach Griechenland wandern, aber man sollte nicht durch den Balkan laufen, raten alle Wanderführer.
So dachte ich: Stettin -Gibraltar das fühlt sich gut an.
Diesen Plan werde ich allerdings kaum verwirklichen, denn der Europäische Wanderweg E 10 ist so schlecht markiert, dass es sich nicht lohnte, diesen Weg zu gehen. Außerdem hätte das vorausgesetzt, dass ich jeden Tag 20 km wandere, ich schaffe aber nur 15 km und irgendwann will ich auch wieder nach Hause, die Enkelkinder werden groß in der Zwischenzeit.
Ich habe mir also meinen eigenen Weg zusammengestellt, bis zum Erzgebirge.
Dort laufe ich den Kammweg, der 280 km lang ist und dessen Endpunkt, Blankenstein, ich am Sa erreicht haben werde. In Blankenstein beginnt der Frankenweg, der 520 oder 560 km lang ist und zur Schwäbischen Alb führt. Danach geht es am Nordrand der Alb entlang zum Bodensee. Dort irgendwo führt der E 4 weiter durch die Schweiz und Frankreich.
Wie weit ich wandere, hängt davon ab, wie der E 4 ausgeschildert ist und wie lange ich Lust habe. Ich will mir und anderen nichts beweisen, wenn ich denke, dass es genug ist, kehre ich um.
Bis jetzt fühlt es sich richtig an, unterwegs zu sein und kostet im Prinzip keine Überwindung. Nur manchmal, wenn man nachmittags müde ist und der Berg sehr steil, muss ich mich aufraffen. Aber ich bin selber erstaunt,dass der Punkt, an dem man sich fragt, warum man das alles macht, noch nicht gekommen ist.
Und heute ist Mittsommer. Ich habe das Gefühl, ich sollte den Abend besonders gestalten, weiß aber noch gar nicht wie.
vor 11 Jahren habe ich in der Mittsommernacht mit Imke auf einer Burgruine in den Vogesen übernachtet und im ganzen Rheintal brannten die Feuer.
So gut werde ich es nicht haben, aber damals hatten wir nichts mehr zu essen und zu dritt( mit Yukon) nur noch einen halben Lieter Wasser. Das ist heute besser.
So, nun will ich weiter wandern, ich habe mich ausgeruht.
Liebe Grüße Heide
wanderheide am 21. Juni 12
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Es wird für mich gesorgt!
Gestern bin ich durch das schöne Vogtland gewandert. Die Höhen liegen zwischen 500 und 600 m und so ist die Vegetation schon viel weiter, als im Erzgebirge. Wald wechselt mit Wiesen und Feldern, man hat weite Blicke und das Wandern macht Spass.
Abends habe ich Katja und Steffen wieder getroffen, denen ich vor drei Tagen schon einmal begegnet bin. Ich wollte eigentlich noch ein Stück weiter gehen, aber die Beiden hatten ein Partyzelt organisiert, das heißt, sie haben gefragt, ob wir darin schlafen können und haben mich eingeladen, ebenfalls dort zu bleiben. Es war leichter Regen angesagt und ich dachte mir: " fein, dann brauche ich morgen kein nasses Zelt einpacken." Zum Abendessen hatten die zwei sogar eine Flasche Rotwein dabei. Wir haben erzählt, bis es dunkel war.
Deshalb habe ich gestern auch nicht mehr in den Blog geschrieben.
Und nun kommt' s: es gab keinen leichten Regen, sondern ein schweres Gewitter, Sturm, Blitz und krachender Donner. Und ich hatte wieder mal ein Dach über dem Kopf, ohne eigene Bemühungen. Heute habe ich einen See gehabt, in dem ich baden und Wäsche waschen konnte. Es war so warm, dass ich ein Teil der Wäsche gleich am Körper getrocknet habe.
Was schwierig ist, hier im Vogtland geht zwar der Kammweg Erzgebirge Vogtland durch, aber die Infrastruktur ist schwach, weil kaum jemand diesen Abschnitt wandert. So hat man keine Läden, Baeckereien, Gasthäuser und muss sehen, wo man etwas zu Essen her bekommt.
Yukon hat zwei mal Katzenfutter geschenkt bekommen, ohne dass ich darum zu fragen brauchte. Ich habe heute nach Trinkwasser gefragt und nach einer Gaststätte. Daraufhin wurde ich zu leckeren Wurstbroten eingeladen, so dass meine Vorräte wohl noch bis morgen nachmittag reichen.
Das Wandern fiel heute schwer. Ich sitze jetzt in einer Schutzhütte, in der ich mich ein Stündchen ausgeruht habe. Es ist kurz nach 17 Uhr und ich will jetzt noch ein bisschen weiter gehen.
Heute abend schreibe ich wohl nicht mehr in den Blog, sondern gehe früh schlafen.
Liebe Grüße allen Lesern
Heide
wanderheide am 20. Juni 12
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Heute Abend mehr
Es geht mir gut, ich will weiter wandern und schreibe später mehr
Heide
wanderheide am 20. Juni 12
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Im Vogtland angekommen.
Bei Schöneck endet das Erzgebirge und fällt steil ab.wir sind lange an der Bruchkante entlang gelaufen, die Landschaft ist lieblich, die Vegetation schon viel weiter als noch heute morgen.
Ich habe in Schöneck eingekauft und der Rucksack war so schwer, wie seit langem nicht mehr. Außerdem war es heiß und mittags gab es ein schweres Gewitter. Aber da wir noch im Ort waren, konnte wir uns unterstellen.
Nun habe ich das Zelt in einem Tannenwald aufgebaut, der Boden ist eben und weich.
Ich bin sehr müde und sage Euch gute Nacht.
Heide
wanderheide am 18. Juni 12
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Nichts Schön'res unter der Sonne....
Nichts Schön'res unter der Sonne, als unter der Sonne zu sein!
So endet ein Gedicht von Ingeborg Bachmann.
Nach vielen trüben Tagen wieder Sonne! Nicht zu warm, so dass das Wandern richtig Spass gemacht hat. Nach dem Ruhetag hatten wir viel Kraft und sind über 20 km gegangen. Das Erzgebirge haben wir fast hinter uns, der Boden glitzert nicht mehr, wir kommen ins Vogtland.
Yukon jault jedesmal, wenn ich stehen bleibe. Das zeigt mir, dass er noch Kraft und Lust hat.
Dann, an einer Talsperre kurz vor Schöneck, hat er mir ganz deutlich gezeigt, dass wir hier bleiben wollen. Er hat uns einen schönen Platz ausgesucht, mit Blick auf den See, Tisch und Bank. Er konnte allerdings nicht wissen, dass ich kein Trinkwasser mehr hatte.
Dennoch bin ich auf seinen Vorschlag eingegangen, habe Wasser aus der Trinkwassertalsperre geholt und abgekocht.
Es ist schon gleich 22 Uhr und morgen wollen wir früh los, weil es 28 Grad warm werden soll.
Eine schöne Woche wünsche ich Euch allen
Heide
wanderheide am 17. Juni 12
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Schön ist's auf der Welt zu sein!
Schön ist's die ganze Welt vor sich zu haben und hinein zu wandern ohne zeitliche Begrenzung. ( das heißt, Anfang Dezember will ich wieder zu Hause sein, glaube ich.)
Ich habe mich sehr gut erholtund ziehe jetzt weiter.
Euch allen einen schönen Sonntag
Heide
wanderheide am 17. Juni 12
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Ruhetag in Carlsfeld
Heute habe ich mich matt gefühlt und das Wandern fiel schwer.
Am frühen Nachmittag habe ich mir ein Zimmer genommen und werde bis
Sonntag früh hier bleiben. Ich glaube, mein Körper braucht mal einen ganzen Tag Ruhe. Ich genieße das warme Bett, in dem ich mich umdrehen kann, wie ich will. Im Schlafsack, mit Kaputze auf, wegen der Kälte , kann man sich nur mit dem Schlafsack drehen und das ist schwierig. In den letzten Nächten habe ich immer etwas gefröstelt und schlecht geschlafen. Heute morgen konnte man den Atem in der Luft sehen,so kalt war es.
So, für heute gute Nacht
Heide
wanderheide am 16. Juni 12
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Frustriert und beinahe wütend
Ganz kurz vor Johann Georgenstadt hatte ich übernachtet, bei Nieselregen das Zelt abgebaut und dann auf, in die Stadt, um einzukaufen und meine n Wanderstock reparieren zu lassen.Am Bahnhof musste ich den Wanderweg verlassen, da der um die Stadt herum führte. Und dann begann das Drama. Der Weg in die Stadt führte durch den Wald, das hatten mir die Leute gesagt. Aber, die Wege gabelten sich und nichts war ausgeschildert. Prompt machte ich einen riesen Umweg, kam dann aber zur Kirche und der Marktstrasse. Nur: nirgends ein Geschäft zu sehen, die Häuser, an denen ich fragen wollte , ohne Bewoher, ich suchte unterhalb der Kirche, ging zurück, suchte oberhalb, bis ich erfuhr, dass ich noch einmal zwei km laufen müsste, um in die Neustadt zu kommen, wo die Läden sind. Fast zwei Stunden habe ich vom Bahnhof bis zu den Geschäften gebraucht. Dann dauerte es über eine halbe Stunde, bis mein Wanderstock repariert war. Aber das war in Ordnung, geaärgert hat mich nur, dass in einem Kurort nichts ausgeschildert ist.
Zwei Päckchen habe ich für meine Enkelkinder gepackt, mit den Glizzersteinchen und noch Kleinigkeiten, Yukon hat zu fressen bekommen, im Supermarkt wurden die Vorräte aufgefüllt , ich habe gut und reichlich gegessen und dann galt es, den Wanderweg wieder zu finden. Inzwischen war es nach vier, aber kein Regen mehr und ich hatte Lust zu laufen.
Bis zum Auersberg, dem zweithöchsten Berg auf deutscher Seite bin ich gewandert. Er ist etwas über 1000 m hoch, aber die Steigung ist lang und flach, so dass es nicht schwierig war.
Unterwegs habe ich einen Mann getroffen, der vom Umweltamt aus die Wiesenblumen gezählt hat. Er macht das alle sechs Jahre, um Veränderungen registrieren zu können. Welche Sorten nehmen zu, welche ab, ist die Fragestellung. Ihr merkt also, nicht nur ich finde die Wiesen so besonders, sondern auch das Umweltamt.
Ja, und als ich. Vom Auersberg runter, ins drei km entfernte Dorf wanderte, fing es wieder an heftig zu regnen. An einem rauschenden Bach fanden wir eine Schutzhütte. Ganz winzig und an einigen Stellen undicht, aber ich glaube zum Schlafen bleibt ein trockener Platz. Trotz des Aufenthaltes in Georgenstadt, waren es am Ende des Tages 17 km die ich gewandert bin.
Ich freu mich auf morgen und Grüße Euch ganz lieb Heide
wanderheide am 14. Juni 12
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Die Himmelswiese
Heute war ein Regentag. Meine Schuhe sind durchweicht, aber sonst ist alles trocken. Ich habe sehr mit mir gekämpft , ob ich ein Zimmer nehmen soll, aber dann habe ich einen schönen Schlafplatz im Wald gefunden.
Morgen muss ich nach Johann Georgenstadt hinein wandern, da ich einkaufen muss und mein Wanderstock braucht auch eine Reparatur.
Himmelswiese heißt ein Ort hier, der als Naturschutzgebiet besonders hervor gehoben wird. Die Himmelswiese liegt auf einem Beresgipfel und ist schön.
Aber es gibt noch viel schönere und vielfältigere Wiesen, von denen ich Euch schon die ganze Zeit erzählen wollte. Da hier alles so spät ist und es viel geregnet hat, wurde noch kaum geheut. Blumenwiesen, wie ich sie seit Jahren nicht mehr gesehen habe, höchstens in den Alpen. Gelber kriechender Hahnenfuß, rosa Wiesenknöterich, Glockenblumen, magenta farbene Taglichtnelken, Sauerampfer, weißer, ganz zarter Bärwurz und Gräser, die, wenn sie noch nicht aufgeblüht sind schwarz- silbern glänzen. Es ist unvorstellbar zart und lebendig.
In den letzten Tagen bin ich durch Fichtenwald gewandert. Es sind vorwiegend alte, hohe Baeme, die etwas erhabenes ausstrahlen. Aber sie sind alle krank. Die Zweige hängen von der Mittelachse senkrecht herunter. Fahneneffekt nennt man das glaube ich und die Stämme sind bis in den Kronenbereich erkennbar. Den jüngeren Fichten geht es besser, die Luftverschmutzung hat in den letzten 20 Jahren deutlich abgenommen.
Um den Fichtelberg ist oben viel Moor mit Wollgras und kleineren Heideflächen. Der Blick ist berauschend, man schaut nach allen Richtungen.
Ansonsten ist der Kammweg eigentlich nicht richtig benannt, denn er führt nicht auf der Höhe entlang, da es gar keinen zusammenhängenden Kamm gibt. Man muss immer wieder hinunter ins Tal und dann wieder hoch auf die Gipfel.
Ich werde den Kammweg bis Blankenstein wandern, dort beginnt der Frankenweg 560 km ist der lang und führt direkt zur Schwäbischen Alb, die ich dann bis zum Bodensee lang wandern will. (Wenn ich so lange Lust habe)
Bis Gibraltar gehe ich auf gar keinen Fall, da habe ich mir zu viel vorgenommen. Einmal, weil ich die landschaftlich schönsten Wege wandere, die dann oft einen Umweg bedeuten, zum Anderen, weil ich so langsam bin.
Aber bis jetzt macht alles nur Freude. Auch mit dem Regen komme ich recht gut klar.
Viele Grüße Heide

wanderheide am 13. Juni 12
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Nicht schlapp machen !
Gestern hatte ich kein Netz, deshalb kommt heute ein Kurzbericht.
Nachdem ich im Zimmer übernachtet hatte, bin ich erst gegen 9 Uhr losgewandert, 2 km ins nächste Dorf, um einzukaufen. Dann galt es, den Wanderweg wieder zu finden, den ich verlassen hatte, weil er fast immer an den Dörfern vorbei führt. So war es fast Mittag, als ich endlich richtig los kam. Und schon nach 2 km meldete sich mein Fuß und verlangte Kühlung und Pause. Nach weiteren 2 km wurde ich so bleiern müde, dass ich dachte, ich suche mir die nächste Gelegenheit, um meinen Schlafsack auszupacken und eine Ründe zu schlafen. An einer Felsengruppe mit offener Schutzhütte war es dann soweit. Außerdem fing es ziemlich an zu regnen. Erst um 19 Uhr bin ich die restlichen 2 km ins Dorf gewandert. 8 km Tagesleistung, aber es ging nicht anders. Beim Zeltaufbau, am Rande des Dorfes, hat mich Xenia besucht, ein neun jähriges Mädchen. Und heute morgen lag ein Frühstückspaket und ein Brieflein von Xenia an meinem Zelt.
Jetzt sitze ich auf dem Fichtelberg, dem höchsten auf deutscher Seite. Das Wandern fällt wieder leichter, das Wetter ist durchwachsen.
Ich komme ins deutsche Netz, wenn ich das iPad auf manuell einstelle. Das hat mir die Wirtin hier verraten.
Da das Lokal schließt und ich noch ein wenig wandern will, sage ich auf Wiedersehen. Heide
wanderheide am 12. Juni 12
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Sponsorenwanderung
Liebe Leute,
rund 720 km bin ich jetzt schon gewandert. 48 Wandertage, plus 10 Tage Pause wegen meines Fußes ( einmal 6 und 2 mal 2 Tage) und zwei Tage im Spreewald, zwei Tage in Hohnstein Pause. Also 14 Tage Pause insgesamt.
Nun habe ich mir gedacht, es nehmen so viele Menschen an meiner Wanderung Anteil und es wäre schön, wenn wir gemeinsam etwas Sinnvolles mit dieser Wanderung verbinden könnten.
Wenn jeder pro km einen Cent aufbringen würde, eventuell noch andere Menschen motivieren, da mitzumachen, so könnte am Ende eine schöne Summe zusammenkommen.
Für jeden wären das etwa 4 .-€ im Monat, also keine sehr große Belastung.
Ich würde gern die Bono Direkthilfe unterstützen, die sich seit Jahren für Projekte in Nepal und Indien einsetzt. Es geht darum, zu verhindern, dass Mädchen, oft noch Kinder, in die Prostitution verschleppt werden, es werden in Indien, gemeinsam mit der Polizei, Befreiungsaktionen für Mädchen durchgeführt, die gegen ihren Willen zur Prostitution gezwungen wurden.
Diese Mädchen bekommen eine Berufsausbildung oder sie gehen mit Theateraktionen u d anderen Aktivitäten in die Dörfer, um die Bevölkerung aufzuklären. Es ist hier nicht möglich, alle Aktivitäten aufzuzählen, schaut einfach unter www.Bono-Direkthilfe.de
Diejenigen, die bei dieser Aktion mitmachen möchten, bitte ich, mir eine Mail an heidehamann@gmx.de zu senden.
Bis jetzt würde ein Betrag von 7,20€ anfallen, ich schlage vor, Ihr steckt das in einen Sparstrumpf und überweist den Gesamtbetrag am Ende meiner Wanderung direkt an Bono.
Nun aber zu meiner heutigen Wanderung. Ich bin früh losgewandert, wieder durch wunderschöne Landschaft. Die glitzernden Steine faszinieren mich dermaßen, dass ich immer wieder welche aufsammeln müsste, um sie zuirgendwelchen Gebilden zusammen zu legen. Kreise, Linien, Dreiecke, Gesichter sind so entstanden, am Wegrand oder auf großen Steinen oder großen Blättern. Manche Steine habe ich mitgenommen und an einer Blume oder einem Baum abgelegt. Ob es die Pflanze freut, weiß ich nicht, für mich bedeutete es eine besondere Aufmerksamkeit, bestimmte Pflanzen auszuwählen. Dies sinnlose Tun hat etwas ganz Leichtes, Spielerisches.
Am späten Nachmittag habe ich mir ein Zimmer genommen, es soll abends und auch am Morgen regnen. Alle Sachen sind gewaschen, ich freue mich auf ein weiches, breites Bett.
Euch allen wünsche ich eine schöne Woche
Heide

wanderheide am 10. Juni 12
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Die Erde glitzert
In der Vergangenheit musste ich aufpassen, dass ich nicht auf Ameisen ,Buchenschösslinge oder Blumen trete. Jetzt, im Erzgebirge glitzern die Wege silbern und golden. Ich mag kaum auf diese schönen Steinchen treten. Immer wieder sammle ich eines auf, die ganze Hosentasche ist schon voll. Abends wird dann aussortiert und es bleiben nur die allerschönsten übrig. Die will ich meinen Enkelkindern schicken.
Die Landschaft ist nach wie vor wunderschön, der Wanderweg macht oft Umwege...
um noch durch ein besonders schönes Tal zu führen.
In der Nacht konnte ich wieder in einer Schutzhütte schlafen. Und bin schon früh losgewandert. Da ich jetzt etwas von der tschechischen Grenze entfernt bin, komme ich wieder ins deutsche Netz.
Ich habe einige Fotos, aber die Verbindung zum eMail Server funktioniert nicht, deshalb kommen die später.
So, ich will weiterwandern, es ist erst Mittag.
Liebe Grüße Heide
wanderheide am 09. Juni 12
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Wohl auf in Gottes schöne Welt
Das Wetter ist wärmer, was vor allem nachts sehr angenehm ist. Der Regen hält sich in Grenzen und stört mich nicht, solange es nicht Zelt auf- oder Abbau betrifft. Die Landschaft ist wunderschön, der Weg gut ausgeschildert, es macht einfach nur Freude.
Gestern war ich in Olbernhau im Freilichtmuseum und habe mich über den Bergbau in der Region informiert. Seit 700 Jahren wird Erz abgebaut, seit 500 Jahren in Olbenhau verhüttet. Fünf mal muss das Erz oder Metall erhitzt werdenbis man zum Endprodukt Kupfer oder Silber kam. Die ganze Gegend ist von Stollen durchzogen.
Olbernhau liegt direkt an der Grenze zu Tschechien, so dass ich drüben gegessen habe. Ganz billig und sehr lecker. Erst nachmittags bin ich dann noch 10 km gewandert und habe das Zelt wieder neben einer Hütte,an einem Bach aufgebaut.So konnte ich dierestliche Wäsche waschen und selber ausgiebig Duschen. Es gibt nichts Schöneres, als mit so einem lebendigen Wasse Kontakt zu haben.
Jetzt sitze ich in Rübenau vor der Bäckerei, habe eingekauft und vor allem Yukon gefüttert.
Jetzt gehe ich weiter Richtung Jöhstadt, das ich heute aber nicht erreichen werde.
Bitte, macht Euch keine Sorgen, wenn ich mich nicht melde, ich habe häufig kein Netz, auch nicht fürs Handy.
Eure glückliche Heide

wanderheide am 08. Juni 12
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Auf Brettern geschlafen
Die zweite ungute Nacht! Die Hütte war zwar sehr schön, ich hatte sie auch auf Nägel untersucht, bevor ich meine Luftmatratze hingelegt habe, aber an der Fußleiste habe ich einen Nagel übersehen, und so lag ich gegen Mitternacht nicht mehr warm und weich auf der Matrtze, sondern kalt und hart auf dem Boden. Ich war unausgeschlafen und es war kalt, als ich aufgestanden bin. Als erstes habe ich die Luftmatratze geflickt.
Ein Jogger kam vorbei und wir haben kurz gesprochen. Als ich noch am einpacken war, kam ein Auto angefahren, der Jogger saß drin und hat mich zum Frühstück eingeladen. Er fuhr einen Landroover oder so was ähnliches, und während ich noch rasch die letzten Sachen einpackte, sagte er zu Yukon "Hopp" und Yukon sprang in den Kofferraum. Dieser Hund fährt also mit jedem mit, denn er konnte nicht wissen, dass ich gleich auch einsteigen würde. Mich erwartete ein wunderbares Frühstück , aber vorher ein heißes Fußbad und eine Tasse Holundertee. Dann wurde ich wieder zurück gefahren und konnte meine Wanderung fortsetzen. Der Kammweg ist sehr reizvoll. Ich bin nach Seiffen gewandert und habe mir dort die Schnitz- und Sägearbeiten angeschaut. Fast in jedem zweiten Haus werden diese Holzarbeiten angeboten. Nussknacker, Engel, Pyramieden, Fensterbilder, kleine und große Figuren. Vor einem Haus standen drei Meter hohe gedrechselte Figuren.
An einem anderen Haus konnte man lesen, dass die Familie schon in der sechsten Generation diese Schnitz-Säge- und Drechselarbeiten macht.
Dann bin ich weiter gewandert, Richtung Olbernhau. Ich wollte mir ein Zimmer nehmen, aber unterwegs war alles ausgebucht.
So habe ich doch wieder mein Zelt im Wald aufgebaut, an einem Bach, an dem ich mich in Ruhe waschen konnte (das ist heute morgen flach gefallen) auch Unterhosen und Strümpfe hängen zum trocknen in der Schutzhütte, neben der das Zelt steht. Zum Glück gibt es in 100 m Entfernung eine Quelle mit Trinkwasser, ich hatte nicht genug mitgenommen, da ich ja rechnete, ins Zimmer zu gehen.
Es ist auch nicht mehr so kalt. Aber hier ist alles sehr viel später, es blüht noch der Flieder. Der Winter dauert fünf Monate und der Schnee kann bis zur Dachrinne reichen.
Ich bedaure, dass ich mich nicht intensiver mit Vogelstimmen befasst habe, es wäre schön, die kleinen Sänger namentlich begrüssen zu können. Ich freu mich auf den morgigen Tag und hoffe, dass ich heute Nacht besser schlafen kann. Die Luftmatratze ist dicht, ich sitze schon seit einer Stunde darauf.
Es kann sein, dass ich hier demnächst das tschechiche Netz habe, dann kann ich keinen Blog schreiben, weil das zu teuer wird.
Ich würde dann Andrea anrufen, sagen, dass alles o.k. ist
und sie schreibt das in meinen Blog, damit sich niemand Sorgen machen muss.
Ich wünsche Euch, dass es euch genau so gut geht, wie mir. Bis jetzt ist der große Durchhaenger noch nicht gekommen.
Heide
wanderheide am 06. Juni 12
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Oh schaurig ist's morgens aufzustehn
Wenn der Regen prasselt aufs Zelte,
wenn die Kälte beißt und die Schuhe nass,
da möcht man nicht aus dem Schlafsack gehn.
Drei Grad und Regen, ich habe gestreikt. Ich dachte, ich bleibe einfach liegen, bis der Regen aufhört. Aber dann tun vom Liegen die Hüften weh, man hofft auf einen warmen Kaffee im nächsten Ort und rappelt sich dann doch auf.
"Heute Abend gehst du in eine Pension" denkt man dann.
Erst gegen neun bin ich aufgestanden, habe im nächsten Ort, in Rechenberg , tatsächlich einen Kaffee bekommen und dann hat das Wandern trotz Regens Spaß gemacht. Ich habe alle warmen Sachen angezogen, die ich dabei hatte, denn den ganzen Tag ist es nicht wärmer als sechs Grad geworden.
Aber der Weg, den ich jetzt wandere ist wunderschön. Immer wieder hat man schöne, weite Ausblicke, die Wälder sind abwechslungsreich und voller Vogelgesang. Ich habe eine gute Wanderkarte und im Internet unter Kammweg Erzgebirge genaue Beschreibungen. Der Weg ist sehr,sehr gut ausgeschildert, da macht wandern Spass.
Eigentlich wollte ich mir abends ein Zimmer nehmen, aber dann bin ich an einer Schutzhütte vorbei gekommen, mit Holzboden, Tich, Bank, zwei Fenstern und einer Tür, so dass es zumindest trocken ist, heute Nacht.
Ich hoffe, dass ich dann morgen etwas lieber aufstehen mag.
Yukon fühlt sich auch sehr wohl, er schafft die Tagesetappen immer besser.
Die Kälte macht ihm nichts aus, und auch der Regen geht nicht durchs Fell. Aber morgen muss ich ihm unbedingt was zu essen besorgen, er teilt zur Zeit mit mir die Butterbrote.
Ich wollte, ihr könntet die Vögel hören, die ihre Nachtlieder singen.
Gute Nacht, auch wenn Ihr den Beitrag erst morgen lest.
Heide
wanderheide am 05. Juni 12
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Der falsche Weg
Einen ganzen Tag umsonst gewandert, aber durch eine wunderschöne Gegend. Über sanfte Höhen mit Feldern, Gerste goldgrün , Roggen blaugrün, blühende Wiesen, weite Ausblicke. Dann durch denWald, mit ganz ungewöhnlich hohen Fichten und Laubbäumen und schroff abfallenden Hängen.
Dass ich falsch gelaufen bin, war reine Dummheit, ich habe mich auf das Wanderzeichen verlassen, obgleich ich wusste, dass es die falsche Richtung ist. Ich dachte, der Weg macht einen Abstecher.
Das Wanderzeichen existiert offenbar in einer Gegend doppelt.
Wie auch immer, ich fahre jetzt mit dem Bus zurück und versuche es morgen noch einmal. Ich ärgere mich nicht sehr, denn es war ein schöner Tag.
Nur das Aufstehen war schwer, sehr schwer sogar. Zelt, Schuhe und Hosenbeine nass! In nasse Schuhe zu steigen ist fürchterlich, aber nicht zu ändern. Wenn das Zelt nass ist, ist es mehr als ein Kilo schwerer, aber dafür habe ich kein Wasser mitgenommen. Yukon hatte unterwegs genug Pfützen und ich habe bis Frauenstein gewartet..
Heute hat es den ganzen Tag nicht geregnet und jetzt scheint sogar ein wenig die Sonne. Ich sitze in der Jugendherberge in Frauenstein und lade mein iPad auf. Außerdem kann ich hier Wanderkarten kaufen. Leider haben sie kein Welan, so dass ich nichts runter laden kann.
Das Wetter soll kalt und nass werden, nur 4 Grad nachts, aber wenigstens hat es nicht geregnet und war schön, als Imke hier war.
Wenn es sich ergibt, suche ich mir vielleicht noch ein Zimmer.
Viele liebe Grüße
Heide
wanderheide am 04. Juni 12
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