Sonntag, 3. Juni 2012
Gipfelwanderung mit Imke
Wir hatten Glück, als Imke kam, war das Wetter schön und wir sind auf 900 m ins Erzgebirge hochgewandert, mit wunderschönen Ausblicken, rauschenden Bächen, blühenden Wiesen, da die Vegetation etwa drei bis vier Wochen später ist, als in der Ebene. Dort ist schon alles abgeheut.
Übernachtet haben wir in einer Schutzhütte, die so groß war, dass wir unser Zelt darin aufbauen konnten. Von unten warm, da Holz, windgeschützt, so haben wir in der recht kalten Nacht kein bisschen gefroren.
Auf halber Höhe ging es heute verhältnismässig eben weiter. Flott sind wir gewandert, um den Bahnhof rechtzeitig zu erreichen. Ein köstliches Mahl war der Abschluss, bevor Imke jetzt nach Bremen zurück gefahren ist.
Wir waren kaum im Gasthaus, begann es zu regnen. Wenigstens hatten wir gemeinsam schönes Wetter. Ich nehme den Regen gern in Kauf. In der nächsten Woche soll es sehr viel Regen geben. Aber ich wandere auf einem gut ausgezeichneten Weg, so dass ich weder auf iPad, noch auf die Karte zu sehen brauche. Es war wunderschön und ganz intensiv mit Imke.
Nun muss ich den Abschiedsschmerz überwinden, um mich dann wieder ganz auf den Weg einzulassen.
Da ich nicht weiß , ob ich heute abend Netz haben werde, schreibe ich schon jetzt.
Ich wünsche Euch allen eine schöne Woche
Heide


Samstag, 2. Juni 2012
Unterm Regencape
Ich erzähle Euch Übermorgen, wie es unterm Regencape war. Gestern hatte ich kein Netz, heute ist Imke gekommen, so dass ich heute den Abend mit ihr verbringen möchte. Übermorgen mehr.
Heide


Donnerstag, 31. Mai 2012
Ost Erzgebirge eine Entdeckung
Ich berichte zunächst einmal vom gestrigen Tag. Kurz nach acht bin ich in Hohnstein aufgebrochen. Das Wandern machte trotz Steigungen keine Schwierigkeiten und richtig Freude.
Ich bin noch einmal durch das wunderschöne Polenztal gewandert und habe zufällig Helga getroffen, so dass ich mich verabschieden konnte. Etwa neun Kilometer war ich gewandert, es war früher Mittag, da sprach mich eine Frau an, ob Yukon Wasser bräuchte, ob ich irgend etwas benötige und ob ich wohl Fisch mögen würde.
Ich wurde also zum Essen eingeladen. Forelle,ganz frisch aus dem nahen Bach, köstlicher Salat und Weißbrot,Erdbeeren mit Sahne, Apfelkuchen vom Biobäcker, Espresso, ein Schnaps u d zwischendurch Weissbier mit frisch gepresstem Grapefruit Saft.
Zwei Stunden dauerte die Mahlzeit, wir haben uns angeregt unterhalten und dann bin ich mit viel Schwung auf Königstein zugewandert.
Wanderkarten besorgen, einkaufen, Yukon zu fressen geben, zwei Stunden waren rasch vorbei, aber da ichnochLust und Kraft hatte, wollte ich noch ein Stück weiter, es war erst sechs Uhr.
Aber, ich habe nicht aufgepasst und bin zur Festung Königstein aufgestiegen, wo ich gar nicht hin wollte. Trinkwasser und einen Schlafplatz zu finden war schwierig, das Gelände war überall abschüssig.
Erst gegen neun habe ich das Zelt aufgebaut und bin dann sehr schnell eingeschlafen.

Heute fiel das Wandern schwer. Ich glaube ich habe mich gestern etwas übernommen. Wir mussten viele Pausen machen, sind aber doch bis ganz kurz vor Bad Gottleuba gewandert. Vormittags war die Landschaft etwas nichtssagend, nachmittags aufregend schön. Große Felsbrocken und Felsabbrüche sind in den Wäldern zu sehen, der Bach Gottleuba kann es mit jedem Gebirgsbach aufnehmen, er stürzt über Felsen, bildet ein enges Tal,in dem man beim Wandern über große Steine steigen muss und aufpassen, dass man auf den dicken Baumwurzeln nicht ausrutscht.



Nun haben wir das Zelt neben einer Quelle stehen, unter einem hohen Ahornbaum. Ich konnte noch vor dem Regen aufbauen, was mich besonders gefreut hat.
Morgen soll es regnen. Schön wäre, wenn es eine Regenlücke gäbe, wenn ich abbauen muss, ansonsten darf es regnen, die Erde braucht das ganz dringend.
Morgen will ich bis Altenberg, dort ist eine Bahnstation, an der am Samstag Imke ankommen wird. Wir wollen dann zwei Tage gemeinsam wandern, dann muss sie wieder nach Bremen zurück und arbeiten.
Ich freu mich sehr auf Imke.
Der Regen rauscht, so dass man die Quelle gar nicht mehr hört. Ich habe es warm und trocken und sage Euch allen gute Nacht
Heide


Essen, wie Gott in Frankreich
Gestern abend hatte ich keinen Netzempfang, deshalb konnte. Ich nicht schreiben. Heute möchte ich erst noch weiter wandern und erzähle Euch dann heute abend, was es mit dem guten Essen auf sich hat.
Ich wollte nur, dass sich niemand Sorgen macht, deshalb dieser kurze Eintrag.Ich wandere auf Bad Gottleuba zu.
Heide


Dienstag, 29. Mai 2012
Max Jacob und das Kasperhaus
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Puppenspieles.



Zuerst bin ich auf den Friedhof gegangen und habe die Gräber von Max und Mariechen Jacob und von "Tante Lieschen" besucht. Dann habe ich mich drei Stunden lang mit Herrn Mueller, der für den Umbau und die Renovierung des Puppenspielhauses und die anschließende Nutzung verantwortlich ist, unterhalten. Es war ein sehr konstruktives Gespräch. Voll Dankbarkeit blicke ich auf das, was der Traditionsverein Hohnsteiner Kasper e.V geleistet hat.
Sie haben bewirkt, dass Max Jacob in Hohnstein nicht völlig in Vergessenheit geraten ist, sie haben eine sehr schöne und informative Ausstellung in der Touristeninformation gestaltet, sie haben 90.000.-€ Eigenmittel eingeworben, so dass entsprechende Fördermittel aus grenzübergreifenden E.U Töpfen abgerufen werden konnten.
Herr Mueller ist ein erfahrener, weltoffener Mensch, ich habe den Eindruck, dass Hohnstein keine bessere Wahl hätte treffen können.
Ich war in der Burg und im Museum und habe von Hohnstein viele Fotos gemacht.



Ich werde sie nicht alle in den Blog stellen, wer sie haben möchte, kann sie von mir per Mail bekommen, sie interessieren wohl nur die Puppenspieler.
Leider hat es wieder mit dem Welan Anschluss nicht geklappt, so dass ich die Wanderkarten vom Erzgebirge nicht herunter laden konnte. Für zwei bis drei Tage habe ich noch Kartenmaterial.
Morgen geht es weiter, ich werde gegen Mittag bei Königstein die Elbe überqueren . Die Wanderung gestern mit starken Steigungen habe ich sehr gut geschafft. Mal sehen, wie das morgen mit dem schweren Rucksack geht.
So, jetzt werde ich meine Sachen zusammenpacken, damit ich morgen nicht zu spät loskomme.
Heide.



Dienstag, 29. Mai 2012
Wild romantisches Elbsandsteingebirge
Der Tag ist ganz anders gelaufen, als geplant. Ich wollte den Lehrpfad um Hohnstein gehen, auf den ich mich durch Lektüre schon vorbereitet hatte.
Bis zur Wolfsschlucht hat das auch geklappt. Sie ist ganz steil, stellenweise weniger als einen Meter breit, und dunkel, weil so wenig Licht hineinfällt.



Yukon habe ich unten angebunden, ich wollte ihm die vielen Eisenstufen nicht zumuten.



Daher kam ich aber vom Rundweg ab, weil ich ja wieder zurück zum Hund musste. Mein Versuch, den Lehrpfad durch einen Umweg zu erreichen schlug fehl. So bin ich durch den Urwald,in dem nichts forstwirtschaftliches getan wird, auf schmalem Wildpfad immer bergab gegangen, gestiegen, geklettert, bis ich wieder ins Polenztal kam. Lange habe ich an dem klaren Bach gesessen, dem Plaetschern des Wassers zugehört, die Sonnenreflexe in den Bäumen und auf dem Wasser verfolgt, einer Bergstelze bei ihrem emsigen Bemühen um Futtersuche zugeschaut und meinen Fuß ausgiebig gekühlt.
So ganz da sein, sich an einem Ort vertiefen und mit allen Sinnen einatmen, was so intensiv um einen herum sich dem Leben darbietet, ist mir wichtiger als " viel gesehen zu haben" trotzdem war es gut, dass ich mich vorbereitet hatte. So schaut man mit anderen Augen, versteht die Geologie, achtet auf die schwefelgelben Flechten, erkennt, wie die Bäume auf exponierter Lagen mit wenig Humusschicht ums überleben kämpfen .



Nach länger Zeit bin ich durch das Tal, vorüber an riesigen Felswänden , zu einer Mühle gewandert, wo ich eingekehrt bin. Dort habe ich Helga kennengelernt, die ihren Freund, den Inhaber bei der Arbeit unterstützt.
Helga ist genau so verrückt wie ich. Sie ist 62 Jahre alt, hatte eine Hüftoperation und läuft Maraton. Außerdem wandert sie viel und will im Sommer die Alpen überqueren (auf dem Europäischen Fernwanderweg 5 der so anspruchsvoll ist, dass ich dieses Vorhaben vor Jahren schon aufgegeben habe.)
Der Rückweg führte mich durch ein ganz enges, ständig ansteigendes Tal
mit riesigen Felswänden, Verwitterungen und Überhängen zurück nach Hohnstein. Es war schon Abend und kein Mensch ist mir begegnet. Es tat gut, so allein diesen märchenhaften Wald zu durchwandern. Es sind dort Energien anwesend, die auf mich etwas ganz beruhigendes haben. Es ist erstaunlich, wie anders sich Sandstein anfühlt, gegenüber Granit.
Granit gibt mir Kraft und Schwung, Sandstein eine ruhige Tiefe. Mag blöde klingen, ist auch nicht esoterisch gemeint, aber ich reagiere auf die unterschiedlichen Schwingungen, die ja jede Materie hat, empfindsam.
Wahrscheinlich tut das jeder Mensch, aber nicht jeder hat gelernt, das wahr zu nehmen. Abends habe ich noch in dem Buch von Max Jacob " mein Kasper und ich" gelesen. Für diejenigen, die es nicht wissen, Max Jacob ist ein ganz bekannter Puppenspieler, der in Hohnstein gelebt und gearbeitet hat,
und bei dem Rudolf Fischer, mein Lehrer, ausgebildet wurde.
So, für Euch beginnt morgen wieder die Arbeitswoche. Ixh wünsche Euch, dass Ihr Freude an Eurem Tun habt.
Heide



Montag, 28. Mai 2012
Wo der Himmel die Erde berührt.
Vor etwa25 Jahren haben wir mal eine Sandmännchen Serie gedreht, in der die Puppe Felix da ankommen wollte, wo der Himmel die Erde berührt.
Pfingsten ist das Fest im Jahreslauf, an dem der Himmel am nächsten ist, selbst wenn man es nicht christlich interpretiert.
Als ich auf Hohnstein zu wanderte, habe ich überlegt, wo für mich der Himmel die Erde berührt. Angelus Silesius sagt: " Oh Mensch, wo läufst Du hin, der Himmel ist in dir. Suchst Du Gott anderwo, fehlst Du ihn für und für."
Neben der intensiven Begegnung mit der Erde und all ihren Geschöpfen, ist dies wohl der zweite wichtige Aspekt meiner Wanderung:
So tief und still in mich hinein zu gehen, dass ich den Himmel in mir spüren kann. Für mich extrovertierten Menschen eine langanhaltende Aufgabe.
Heute morgen wurde ich, als ich um Wasser bat, zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Schon mittags war ich in Hohnstein und habe ausgerechnet bei Frau Pavlicek, die den Verein für Puppenspiel in Hohnstein gegründet hat, ein Zimmer gefunden.
Hohnstein ist wirklich zauberhaft!
Ich hatte mich so drauf gefreut, dass ich im Vorfeld ein wenig Sorge hatte, enttäuscht zu werden. Aber meine Erwartungen wurden übertroffen.
Die Stadt, die Burg, die Landschaft, Romantik pur!
Morgen will ich einen Rundweg von etwa 5 Stunden machen, dann die Gräber von Max und Marichen Jacob und von Theo Eggink besuchen und eventuell noch weitere Wanderkarten herunter Laden, was immer viel Zeit in Anspruch nimmt. Außerdem muss ich fotografieren. Die Landschaft ist so, wie man sich das Elbsandsteingebirge vorstellt. Und auch von der Burg werde ich Fotos machen. Eventuell kann ich auch das Kasperhaus besichtigen. Es soll, dank der Aktivität des Vereines für das Puppenspiel, renoviert werden, so dass jetzt die letzte Gelegenheit ist, es so anzutreffen, wie es zu Max Jacobs Zeiten war.
Es ist spät, ich bin so erfüllt, dass ich noch gar nicht alles verarbeitet habe. Deshalb gute Nacht und einen schönen Pfingstmontag.
Heide







Samstag, 26. Mai 2012
Sächsische Schweiz Osterzgebirge
So heißt der Landkreis, durch den ich heute gewandert bin. Ich wusste gar nicht, dass ich schon so weit bin, sogar die Bergkette, wo Hohnstein liegt, konnte ich sehen. Morgen, am späten Nachmittag werde ich wohl da sein.
(Inschallah)
Sachsen gefällt mir sehr, sehr gut. Es ist ein Land, wie aus dem Bilderbuch. Kleine, freundliche Dörfer, sprudelnde Bäche, Hügel, Wälder, Felder und Wiesen, die sich abwechseln. Die Menschen grüssen einander, auch wenn sie sich nicht kennen. Die Atmosphä kenne ich so nur aus Bayern oder Baden Würtenberg.
In Kamenz ist Lessing geboren worden, eine Tageswanderung weiter Fichte.
Ich bin glücklich , dass ich die neuen Bundesländer kennen lernen darf.
Mein Zelt habe ich in einem kleinen Wäldchen aufgebaut, ich hoffe, da wird es nicht ganz so kalt heute Nacht. In der letzten Nacht habe ich etwas gefroren, es war sehr kalt. Außerdem habe ich so viel Freude am Vogelgesang, der im Wald morgens und abends besonders intensiv ist. Es ist, als würden die kleinen Wesen erzählen.
Ob ich Pfingsten in Hohnstein eine Unterkunft finde? Aber irgendetwas wird sich schon ergeben.
Gute Nacht
Heide


Samstag, 26. Mai 2012
Oberlausitz, Elstra Bichofswerda
Heute ging es in die Oberlausitz, mit Hügeln, die hier Bergland genannt werden. Es war eine Lust zu wandern, besonders ueber den Steinberg. Große Granitsteine liegen über den ganzen Waldboden verstreut. Ich liebe große Steine. Sie strahlen eine Energie aus, die mir Schwung und Kraft gibt.
Ich respektiere jeden Stein als Individium und bewundere seine Schönheit .
Um 6.30 Uhr sind wir losgewandert und dann so durch den Tag gebummelt. Wir sind langsam gegangen, haben immer wieder Pausen gemacht, und doch sind wir viel weiter gewandert, als ich vor hatte. Nun haben wir das Zelt auf einer gemähten Wiese unter einer riesigen Linde an einem kleinen Bach aufgebaut. ( bis 21 Uhr sind wir gewandert.)
In einem Lied heißt es: " was kann das Leben schöneres geben, wir wollen Wandervögel sein"
Ich bin an vielen Sommerblumen vorbei gekommen. Der Holunder und die Heckenrosen duften um die Wette.
So, es wird kalt, ich muss in den Schlafsack kriechen.
Euch allen frohe Pfingsten
Heide


Freitag, 25. Mai 2012
Auf Richtung Hohnstein
Morgen will ich weiter wandern. Der Fuß ist zwar noch dick und die Egelbisse sind innerhalb des Schuhes, aber wenn ich es gut verbinde, müsste es gehen. Hohnstein ruft und ich halte es nicht länger aus, obgleich ich das Buch noch nicht ganz durch gelesen habe. Es ist nicht mehr so heiß, ich freu mich auf morgen.
Gute Nacht
Heide


Mittwoch, 23. Mai 2012
Der Fuß muss sich erholen
Ich muss noch ein oder zwei Tage in Elstra bleiben, da mein Fuß nach den Blutegeln dick angeschwollen ist. Das ist aber normal und kein Grund zur Sorge. Ich mache Arnika, Quark und Kohlumschläge, immer im Wechsel.
Außerdem nehme ich ein homoeopatisches Mittel und Enzyme gegen Entzündungen ein.
Da die Egel direkt am Fuß gesetzt wurden, scheuert der Schuh. Es wäre unklug so weiter zu wandern.
Aber ich habe Strom und kann endlich meine Polnischkenntnisse auffrischen, was bisher nur sehr selten möglich war, weil das iPad immer sehr wenig Strom hatte.
Außerdem gibt es hier ein Buch von Erwin Strittmatter, in den östlichen Bundesländern ein bekannter Schriftsteller, das ich mit großem Vergnügen lese. Mich so richtig einspinne in die Stimmungen und Gedankengänge.
Ich liege im Garten und lese. So kann man das gut aushalten, zumal die Unterkunft so billig ist.
Yukon darf so viel fressen, wie er mag, er hat immer etwas stehen. Ein bisschen auf Vorrat fressen kann nicht schaden.
Gute Nacht
Heide


Mittwoch, 23. Mai 2012
Anders als gedacht
Heute war ein Tag, der Überraschungen.alles lief anders, als gedacht.
Nachdem ich etwa 3 km nach Bernsdorf hineingewandert bin und eingekauft habe, musste ich auf der Landstraße, glücklicherweise mit Fahrradweg, weiterwandern. Im nächsten Dorf sagte mir jemand, dass es eine Möglichkeit gibt, durch den Wald zu gehen. Ich hatte der Karte nicht getraut wegen der Braunkohlefolgelandschaft.
Natürlich habe ich den Waldweg genommen, auch wann er statt 9 km Stasse 14 km lang war. Aber bevor ich weiterwanderte, habe ich Erika getroffen. Sie war am Blumen wässern im Garten und hat mich sofort eingeladen, ein Bad in ihrem Swimmingpool zu nehmen, sie hat mir einen Kaffee gemacht und vier Scheiben Toast mit Marmelade. Ich bin ja ein Marmeladen Fan, aber auf der Wanderung kann man die ja nicht mitnehmen. Wir haben uns sehr gut verstanden und noch ein wenig unterhalten.Inzwischen war es Mittag geworden. Bis zum Wald waren noch 2 km durch schattenlose Hitze zu laufen.
Mir macht das erstaunlich wenig aus, aber Yukon war es zu warm. Er brauchte eine lange Pause. Nach weiteren 2 km war die nächste lange Pause fällig.
Ich habe ihm Zeit gelassen, er durfte heute die Wanderzeiten bestimmen und auch die Pausen. Endlich ging es wieder durch Laub-und Mischwald.
Meine Seele blüht auf. Die Kiefernwälder duften zwar bei der Hitze ganz köstlich, aber sie sind heiß, bieten nur Halbschatten und sind doch etwas monoton.
Als wir die dritte Pause am See machten, kam ich mit Sylke aus Kamenz ins Gespräch. Ich erwähnte, dass ich mir in Hohnstein noch einmal Blutegel setzen wolle, da der Fuß immer noch nicht gut ist.
Daraufhin sagte Sylke, dass sie im Nachbarort eine Heilpraktikerin habe, die mit Blutegeln arbeitet. Sylke hat Frau Krause, die Heilpraktikerin gleich angerufen, ob ich kommen könne und mich dann dort hin gefahren. Ich habe ein ganz gutes Gefühl, da ich ausser den Egeln auch noch Medikamente bekommen habe. Und Frau Krause hat mir gleich eine Pension am Ort besorgt, wo ich für 25.-€ zwei Nächte bleiben kann.
Noch vor dem Gewitter kam ich dort an. Wieder mal nichts, als Glück gehabt. Gewitter und ein Dach überm Kopf.
Das Leben sorgt für mich. So viele liebe und hilfsbereite Menschen begegnen mir.
Bis jetzt habe ich jeden Tag der Wanderung genossen. Am Anfang war es oft körperlich eine Herausforderung. Das ist jetzt viel leichter geworden.
Ich bin gespannt, wie das sein wird, wenn ich ins Mittelgebirge komme. Die ersten Hügel sind von hier aus schon zu sehen.
Euch allen eine schöne Zeit
Heide


Montag, 21. Mai 2012
In Sachsen angekommen
Heute habe ich Brandenburg verlassen, ich weiß jetzt, wie groß dieses Bundesland ist und wie viele unterschiedlichen Landschaften und Stimmungen es gibt. Im Landkreis Bautzen bin ich jetzt unterwegs, kurz vor Bernsdorf.
Und was ich noch nie gemacht habe, ich habe geschaut, in wie vielen Tagen ich in Hohnstein, im Elbsandsteingebirge sein kann. Hohnstein zieht.
Das Wandern fällt uns beiden immer leichter, wir gehen problemlos auch schon mal 18 km. Heute sind wir um 6 Uhr aufgebrochen, das heißt 4.30 Uhr aufstehen. Die Mittagspausen von mindestens drei Stunden sind dann besonders schön. Essen, Dehnübungen, schlafen und eventuell noch etwas meditieren, danach kann es mit frischen Kräften weiter gehen.
Die Landschaft ist nicht mehr ganz so flach, aber immernoch sandig und trocken. Viele junge Kiefernwälder, allerdings mit wenigen Laubbäumen durchsetzt. Felder, Wiesen, parkartige Landstriche prägen das Landschaftsbild.
Kuckuck , Lerche und Pirol sind hier nicht zu Hause. Was mir auf der ganzen Wanderung schon fehlt, sind Schmetterlinge.
Ich bin so nah mit der Erde verbunden, dass ich mich ganz zu Hause fühle.
Was ich außer lieben Menschen vermisse, ist , aus einem SCHÖNEN Glas zu trinken. Metallbecher oder Plastikflasche, die Mahlzeiten haben trotz meiner Bemühungen keine Kultur.
So, für heute gute Nacht.
Heide


Sonntag, 20. Mai 2012
Keine Regel ohne Ausnahme
Von der Bahn und der Bundesstraße habe ich in der Nacht nichts gehört, aber die beiden Nachtigallen haben direkt neben mir ununterbrochen gesungen, was den Schlaf etwas beeinträchtigte. Sehr früh sind wir aufgebrochen, da es ja heiß werden sollte. Das Wandern hat Freude gemacht und wir sind gut vorangekommen. Bis wir an die " Braunkohle Folgelandschaft " kamen.
Die Wege, die in der Karte eingetragen waren, gab es nicht mehr, sondern die ganze Gegend war geflutet. Dadurch blieb uns nichts anderes übrig, als im Kreis zu laufen, immer in der Hoffnung, irgendwo einen Übergang zu finden.
8km Weg, und dann waren wir wieder genau an der Stelle, an der wir losgegangen waren. Nun müsste ich doch auf die Bundesstraße zu. Es war inzwischen heiß und 11 km lagen noch vor uns. Die Alternative wäre ins 6 km entfernte Dorf zu gehen, was aber ein großer Umweg für die Wanderung am nächsten Tag gewesen wäre . Als ich am Wegrand saß und meinen Fuß kühlte, kam ein Auto angeprescht, bremste, entschuldigte sich, er habe nicht mit Menschen gerechnet. (Er hatte viel Staub aufgewirbelt.)
Es stellte sich heraus, dass er, der Imker, genau dahin fuhr, wo wir hätten hinwandern wollen. Er bot uns an mitzufahren, und so haben wir die verlorenen km wieder aufgeholt und sogar noch 4 km mehr.
Wir sind auf einem Campingplatz in Gross Koschem, Wäsche waschen, duschen , iPad Laden und vor allem ausruhen. Die Hitze ist für Yukon auch ohne Bewegung anstrengend.
Zur Braunkohle Folgelandschaft ist zu sagen, dass seit 20 Jahren keine Kohle mehr abgebaut wird, aber die Gebiete fast überall streng gesperrt sind, bei Strafe und Lebensgefahr, weil man in Erdlöchern versacken kann oder Erdrutsche auslösen kann, sowohl am Land, als auch an den gefluteten Seen.
Vor nicht allzulanger Zeit wurde eine ganze Schafherde verschüttet, hat mir der Imker erzählt.
Für heute genug, morgen wollen wir noch früher weiter. Eine schöne Woche
Heide



Samstag, 19. Mai 2012
Zwischen Bundessrtasse und Bahndamm
Heute war ein wunderschöner Wandertag. Wir sind schon um 7 Uhr aufgebrochen, haben eine lange Mittagspause gemacht, weil es ziemlich warm war, und sind abends noch ein paar km gewandert.
Kurz vor Sedlitz zwängt sich alles auf engem Raum zusammen, da Strasse und Bahn über eine Enge zwischen zwei Seen führen. Deshalb wollte ich einige km vorher übernachten, aber da waren nur Felder und kein geeigneter Zeltplatz. Nun ja, dann muss ich heute Nacht weghören, im Moment kommt alle 30 Min. ein Zug.
Morgen will ich schon um 4.30 Uhr aufstehen, damit wir um 6 Uhr loswandern können. Es soll 27 Grad warm werden. Mir macht das nicht so viel aus, ich liebe Hitze, es ist als würden meine Batterien aufgeladen. Aber Yukon kann das gar nicht vertragen. Er ist halt ein Husky.
Ich habe wenig Strom im iPad, deshalb heute nur kurz.
Euch allen einen schönen Sonntag
Heide