Donnerstag, 13. Dezember 2012
In Kapadokien
Am Freitag dem 7.12. sind Ingo und ich in die Türkei geflogen. Eine Pauschalreise, die vom türkischen Staat gesponsert wurde und deshalb ganz billig ist. Kapadokien ist das Ziel.
Nach Mitternacht kamen wir im Hotel an, konnten aber am nächsten Tag ausschlafen, da kein Programm geplant war.
Nach einem langen Strandspaziergang,barfuß, leicht bekleidet und einem Imbiss in einem kleinen Lokal am Strand, entschlossen wir uns, mit dem Bus nach Side zu fahren.
Side ist einfach umwerfend, zwei Quadratkilometer Ruinen, meist aus dem zweiten Jahrhundert. Apollo Tempel, Dionysos Tempel,Theater, Basilika,
Aquädukt ,Läden vom Basar. Alles aus hellem Tuffstein , überall liegen Säulen und riesige Steine. Mauern, Tore und Säulen geben eine guten Eindruck davon, wie es einmal ausgesehen haben mag.

Am nächsten Tag sind wir schon um sieben Uhr aufgebrochen, haben unterwegs das Museum von Rumi, Mitglied des Suffiordens und der tanzenden Derwische, besucht und in einer Karawanserei einen Tee getrunken. Schon nach Einbruch der Dunkelheit haben wir eine unterirdische Stadt besichtigt, in die die Menschen sich zurückgezogen haben, wenn Gefahr drohte. Bis zu acht Stockwerke sind diese Städte in die Erde gegraben und und haben Platz für mehrere tausend Menschen. Nach 12 Stunden waren wir im Hotel in Kapadokien .
Kapadokien liegt auf ca 1000 m Höhe in Anatolien. Das ganz Besondere sind die geologischen Strukturen. In steil aufragende Felswände und Türme haben die Menschen Wohnungen und Kirchen gebaut. Die Kirchen winzig klein aber zum Teil mit sehr gut erhaltenen Fresken verziert. Es ist schon eigenartig, so im Bauch der Erde in einer Kirche zu sein. Allerdings war ein Trubel, wie auf einem Jahrmarkt, da ein Reisebus nach dem anderen ankam. Jede Gruppe dürfte nicht länger als 3 Minuten in einem Raum sein, dann musste sie für die folgende Gruppe Platz machen.
Da wir die Besichtigungen nicht als Paket mit der Reisegruppe gebucht hatten, sondern unseren Eintritt selber bezahlt haben und auf die Führungen verzichtet haben, bestand die Möglichkeit, länger an einem Ort zu verweilen.
Aber meditative Ruhe kam in keiner Kirche auf.
Nur als ich in einem kleinen Nebenraum saß und das Holztor zugezogen hatte ,(die meisten Räume hatten keine Türen) kam das Bewusstsein , dass man in der Erde ist, zum Tragen und es stellte sich eine innere Stille ein.
Anschließend sind wir in verschiedene Täler mit ungewöhnlichen Felsformationen gefahren, wo wir jeweils ein wenig Gelegenheit hatten, spazieren zu gehen. Ich hätte lieber nur ein Tal gesehen und dort stundenlang Zeit gehabt, aber das ist der Nachteil von Pauschalreisen. Das war mir ja auch schon vorher klar.
Dann, am späten Nachmittag kam der Höhepunkt der bisherigen Reise :

Der Tanz der Derwische.
In einen fast dunklen Saal kamen elf Derwische, vier nahmen auf ihren Plätzen als Musiker Platz, sechs verneigten sich im Gebet und der Meister sang.
Sang mit einer Inbrunst und Intensität, wie ich sie noch nie gehört hatte. Am ehesten kommen Gregorianische Gesänge dem Nahe, allerdings in einer ganz anderen Musikalität, teilweise mit Obertönen durchsetzt.
Danach spielte die Flöte ein Solostück und die tanzenden Derwische nahmen ihre Plätze ein. Danach begann der Tanz. Mit einer Leichtigkeit und Harmonie drehen die Derwische, als würden ihre Füße den Boden nicht einmal berühren .
Die rechte Hand ist gen Himmel gestreckt, ganz auf Empfang gerichtet, die linke Handfläche weist zur Erde. Das Göttliche auf die Erde herableiten ist der Gedanke der alles lenkt.
Ales dreht sich, ob man an das Atom oder die Gestirne denkt, und so bringen sich die Derwische mit ihrem Tanz in das Geschehen der Schöpfung ein.
Ich war auf Folklore eingestellt. Stattdessen erlebte ich eine spirituelle Dichte, wie sie mir noch nirgends begegnet ist.
Etwa dreihundert Menschen folgten dem Geschehen in völliger Stille.
Nicht alle haben das so intensiv erlebt wie ich, so erfuhr ich von Teilnehmern unserer Reisegruppe, die dabei gewesen waren, aber niemand hat gestört.
Alle hatten so viel Takt, nicht zu applaudieren.
Erst nach Ende der Veranstaltung tanzten noch einmal zwei Derwische und gaben den Anwesenden Gelegenheit, Fotos zu machen.

Der letzte Tag vor unserer Abreise war von den Besuchen von Schmuck und Ledermanufakturen geprägt. Das war der Preis, den wir für die billige Reise zahlen mussten. Wir haben zwar versucht, uns abzusetzen und die Sonne zu genießen, aber der Reiseleiter hat darauf richtig sauer reagiert. Gekauft haben wir natürlich nichts, aber wir sollten unbedingt dabei sein.
Nachmittags sind wir dann auf eigene Faust ein wenig an der Felsenküste von Antalya herumgeklettert und haben in einer kleinen Imbissbude etwas gegessen.
Morgen geht es gegen Mittag zum Flughafen. Sowohl Ingo, als auch ich freuen uns auf zu Hause.


Mittwoch, 24. Oktober 2012
In der Reha
Ihr Lieben,
heute möchte ich berichten möchte, wie ich es in der Reha angetroffen habe.

Kurz zur Chronologie: Am 4.9. bin ich an der Kompostkiste gefallen und habe mir die Schulter ausgekugelt. Dabei wurde ein Nerv so stark gequetscht, dass die linke Hand partiell gelähmt war. 10 Tage musste ich im Krankenhaus bleiben. Die beantragte Reha wurde von der Krankenkasse abgelehnt, ich habe Widerspruch eingelegt, und so bin ich gestern nach Malchow in der Mecklenburger Seenplatte gefahren.
Es gefällt mir hier sehr gut, das Zimmer ist groß und hat einen Balkon, ich bewohne es allein, so dass ich ständig frische Luft habe. Das Essen ist phantastisch, ganz viel frische Salate auf einem Büfett , morgens Müsli, Yoghurt, Obst. Ich genieße das sehr.
Die Ärztin hat sich 45 Minuten für die Eingangsuntersuchung Zeit genommen, sie ist, wie ich, der Meinung, dass Schulter und Hand inzwischen so gut geworden sind, dass ich da wenig Unterstützung brauche. Aber mein Rücken hat in der Zeit, in der ich nicht trainieren konnte stark abgebaut.
So bekomme ich Massage, Stromtherapie, Wassergymnastik, Krafttraining, Quigong und Nordic Walking. Ich glaube über Langeweile brauche ich mich nicht zu beklagen.
Außerdem ist eine Sauna im Haus, die ich fleißig nutzen werde.
So richtig Aktivurlaub mit Verwöhnprogramm.
Zum Wald komme ich , indem ich einen kleinen Park durchquere, in den Ort muss ich 20 Minuten gehen.
Bis zum 9.11. darf ich hier sein, dann plane ich eine Woche zu Hause zu sein u d dann will ich endlich ins Rheinland fahren. Ich habe meine Kinder und Freunde fast ein Jahr lang nicht gesehen. Am 7. Dezember fliege ich mit Ingo für 10 Tage in die Türkei. Dieses Jahr war wirklich so ausgefüllt!
Aber jetzt genieße ich erst einmal den Herbst mit seiner Farbenpracht, seinem Leuchten oder den ganz stillen Momenten, wenn der Tau mit ganz leisem Knistern von den Bäumen fällt.
Die Wildgänse, Kraniche, Kiebitze, Bergfinken ziehen nach Süden und sogar Stare habe ich noch gesehen. Ich glaube sie kommen aus Nordeuropa, denn unsere sind schon lange weg.

Mein IPad liebe ich und freue mich über einen kurzen Gruss, falls es Euch keinen Stress macht. Telefon habe ich nicht, das ist mir zu Teuer. Im Notfall bin ich über Handy erreichbar.
Liebe Grüsse
Heide


Montag, 15. Oktober 2012
Ich koche Unmengen von Apfelmus ein
Nach länger Zeit melde ich mich mal wieder. Ich hatte den Eindruck, dass niemand mehr auf meinen Blog schaut, weil es jetzt ja nicht mehr so viel besonderes zu berichten gibt.
Mit Erstaunen habe ich gesehen, dass 187 Menschen das Gedicht angeschaut haben, und der ein oder andere schickt eine Mail um zu fragen, wie es Yukon geht.
Der Hund ist soooo viel agiler, als in den letzten Jahren, so dass ich schon fast bedauert habe, nach seiner OP nicht doch noch einmal los gewandert zu sein.
Andererseits hat er jetzt eine hervorragende Ernährung, viel rohes Fleisch und rohes Gemüse, wenig Kohlehydrate und täglich kolloidales Silber ins Futter.
Wenig Kohlehydrate und Silber soll gut gegen Tumorerkrankungen sein.
Das lässt sich natürlich auf einer Wanderung nicht so machen.

Ich habe mir am 4.9. die Schulter ausgekugelt, als ich an der Kompostkiste gefallen bin. Dabei wurde ein Nerv verletzt, so dass die Linke Hand partiell gelähmt ist. 10 Tage musste ich im Krankenhaus liegen, dann wurde die Reha abgelehnt und, nachdem ich Einspruch erhoben habe, doch bewilligt.
Am 22.10. fahre ich nach Malchow in der Mecklenburgischen Seenplatte.
Die Prognose für die Hand ist recht gut, täglich mache ich Fortschritte, so dass ich schon fast gedacht habe, die Reha sei nicht mehr nötig. Aber sowohl mein Arzt, als auch die Physiotherapeutin meinen, ich solle fahren. Da mir meine Gesundheit so wichtig ist, werde ich diese Möglichkeit wahrnehmen.

Wenn ich während der Wanderung in meinen Blog geschrieben habe, hat es mir immer etwas leid getan, dass ich die tiefen Naturerlebnisse nicht in Worte fassen konnte, denn sie waren das Wichtigste auf diesem Weg u d haben mich, so hoffe ich, nicht nur kurzfristig verändert.
Was auf jeden Fall- bis jetzt- geblieben ist: ich finde, wenn ich raus komme, sofort den Zugang zur Natur auf einer tieferen Ebene.
Das hat früher immer etwa 1 1/2 Stunden gedauert. Jetzt ist es wie in einer guten Freundschaft, in der man, auch wenn man sich lange nicht gesehen hat, ganz vertraut miteinander sein kann.

Viel von dem, was ich empfunden habe, ist mir jetzt in dem Buch von Rachel Joyce "die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" begegnet.
Es ist so zart und einfühlsam beschrieben, das ich fast den Eindruck hatte, sie sei schon mal lange gewandert. Allerdings habe ich keine Phasen von absoluter Erschöpfung gehabt, aber der Fuß hat mir oft mehr zu schaffen gemacht, als ich zugeben wollte. Harold Fry ist nur Strasse gewandert, und dennoch sind die Beschreibungen des Weges so differenziert und sensibel. Wie sie über die unterschiedlichen Grüntöne, die Wolken, die ziehenden Vögel schreibt, das ist bemerkenswert.
Ich bin so froh, dass ich mitten in der freien Landschaft wohnen darf, in einem Raum, der nach Osten, Süden und Westen Fenster hat, so dass ich von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang Himmel, Wolken und Landschaft miterleben kann. Ich dusche morgens mit kaltem Wasser im Freien, da ich keine Nachbarn habe. Dabei begrüße ich die vier Himmelsrichtungen, und stelle mich bewusst in den Kreis des Lebens und Vergehens.
Ich glaube, ich könnte nicht mehr in der Stadt leben.
Vielleicht bitte ich meine Schwiegertochter, dass sie in den nächsten Tagen mal ein paar Fotos von meinem Häuschen ( 25 qm) und der Umgebung in den Blog setzt, das habe ich nämlich noch immer nicht gelernt.
Ich koche in jeder freien Minute Apfelmus ein, es gibt in diesem Jahr eine so reiche Ernte u d ich kann nicht mit ansehen, wenn das Obst vergammelt.
Aber allmählich gehen mir die Gläser aus und in der Gefriertruhe ist auch kein Platz mehr.
Es wäre schön, wenn ich ein Feedback bekommen würde, ob noch Interesse besteht, dass ich den Blog sporadisch fortführe. Wer nicht im Blog kommentieren mag, kann mir eine kurze Mail schicken an : heidehamann@gmx.de

Euch allen, die ihr diese Zeilen lest, einen wunderschönen Herbst mit diesem klaren,kühlen Licht und den Farben, die so vielfältig sind, dass mir das Herz aufgeht.
Eure Heide


Sonntag, 5. August 2012
Über die Erde musst du barfuß gehn !
Heute möchte ich Euch eines meiner liebsten Gedichte aufschreiben.
Ich habe es ganz vielen Schulklassen nahe gebracht, im Rahmen meiner Arbeit bei Fritz Roth.

Über die Erde musst du barfuß geh'n,
zieh die Schuhe aus, Schuhe machen dich blind.
Du kannst doch den Weg auch mit den Zehen sehen,
auch das Wasser und den Wind.

Sollst mit deinen Sohlen die Steine berühren, mit ganz nackter Haut.
Dann wirst du bald spüren, dass Dir die Erde vertraut.

Soür das nasse Gras unter Deinen Füssen
Und den trockenen Staub.
Lass dir vom Moos die Sohlen streicheln und küssen
Und fühl das Knistern im Laub.

Steig hinein, steig hinein in den Bach
Und Lauf aufwärts, dem Wasser entgegen.
Halt dein Gesicht unter den Wasserfall.
Und dann sollst Du dich in die Sonne legen.

Leg deine Wange an die Erde, riech ihren Duft und spür,
wie aufsteigt aus ihr eine ganz grosse Ruh'.
Dann ist die Erde ganz nah bei Dir, und du weißt:
Du bist ein Teil von Allem und du gehörst dazu.
( Martin Auer)

Was noch fehlt, ist der Geschmack und die Kühle des Quellwassers, aber sonst sagt dieses Gedicht sehr viel von dem, was und wie ich die Wanderung erlebt habe.
Eine schöne Woche mit viel Sommer und Kontakt zur Erde
Heide


Samstag, 4. August 2012
Ich bleibe vorerst zu Hause
Am Donnerstag war ich mit Yukon zum Fäden ziehen. Er hat sich gut erholt, nach der O.P. Herz u d Lunge sind gesund.
Das bösartige Sarkom kann in sechs Wochen oder erst in zwei Jahren wieder ausbrechen, sagte mir die Tierärztin.
Auf meine Frage, ob ich mit Yukon wieder weiter wandern dürfe, meinte sie, wenn es dem Hund Spass macht , JA.
Ich war glücklich und dachte, 14 Tage gebe ich ihm noch, um sich ganz zu erholen, und dann geht es wieder los.
Aber dann habe ich ganz tief in mich hineingehorcht, ob es sich richtig anfühlt. (das habe ich auf der Wanderung gelernt, in mich hinein zu horchen)
Dabei bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich zwar wahnsinnig gern weiter wandern würde, dass es für Yukon aber besser ist, regelmäßig sein Futter zu bekommen, gutes Futter, mit viel Frischfleisch, es immer warm und trocken zu haben und mit mir hier weite Spaziergänge zu machen. Auch Schmerz und Herztherapie kann ich schneller und gezielter von hier aus veranlassen.
Jetzt, an seinem Lebensende, muss Yukon im Vordergrund stehen. Er hat mich nie in meinem Leben eingeschränkt, hat alles mitgemacht, sogar mit dem Tumor im Bauch ist er mit mir gekommen. Jetzt ist es an mir, Rücksicht zu nehmen. Ich bin nicht überzeugt, dass das Wandern für ihn die bessere Alternative wäre.
Zum Glück habe ich es hier ja sehr, sehr schön, lebe Mitte in der Natur und freue mich über all die Dinge, die ich auf der Wanderung entbehren musste.
Euch allen einen schönen Sonntag
Heide


Samstag, 28. Juli 2012
Uroma ist 1000 km gewandert !
Ich habe heute mal zusammengerechnet,  rund 1050 km bin ich gewandert. Keine große Leistung, für die lange Zeit, die ich  unterwegs war. Die Entzündung im Fußgelenk und das Alter  haben mir immer wieder Pausen aufgezwungen. Aber es kommt ja auch nicht auf die km Zahl an, sondern auf die Stille, die Begegnung mit der Natur, die  in der schweigenden Einsamkeit, in der ich unterwegs war, eine ganz große Tiefe  erreicht hat. 
Eine wichtige Erfahrung war, dass für mich gesorgt wurde. Zum Einen durch liebe Menschen, die mir auf meinem Weg weiter geholfen haben, zum Anderen durch die Natur, die die schönsten Schlafplätze und immer wieder frisches Wasser bereit gehalten  hat.
Wenn man so allein unterwegs ist, schweigend im eigenen Rhythmus wandert, erschließt sich mir die Natur auf eine besondere Weise. Ich bin nicht mehr Betrachter, sondern ein Teil von Mutter Erde. Das lässt sich nicht mit Worten erklären, am ehesten trifft der Begriff "verwunschen" zu.  Es ist möglich, dass man Ähnliches unter  Drogen erlebt,  wo ja angeblich auch alle Eindrücke intensiver sein sollen.
Nun, da die Sorge um Yukon vorbei ist, bin ich schon traurig, dass ich die Wanderung so plötzlich abbrechen musste. 
Obgleich ich mein Zuhause genieße,  das Zusammensein mit der Familie, den Garten, in dem ich erst einmal tüchtig Unkraut gejätet habe, das viele Obst und Gemüse, das breite bequeme Bett,  zieht es mich hinaus, die Wanderung fortzusetzen. 
Aber zur Zeit ist daran nicht zu denken. Wenn Yukon die Operation auch erstaunlich gut überstanden hat, er braucht zunächst noch Schonung.

Entgegen meiner ursprünglichen Absicht, werde ich den Blog noch nicht beenden, sondern sporadisch  Eintragungen machen. 
Durch die Wanderung habe ich so viele Menschen kennen gelernt, die sich freuen würden, ab und zu von mir zu hören.
Wer bei dem Sponsoring mitmachen möchte, ich hatte ja vorgeschlagen, 1 Cent pro km für die Bono Direkthilfe zu  spenden,  möge bitte 10.-€ 
Spende schicken an: 
Bono Direkthilfe
Kreissparkasse Köln BLZ 37050299
                                             Konto 373002353
Stichwort Wanderheide
Information unter www Bono- Direkthilfe. De
Diejenigen, die sich bei mir gemeldet haben und mir mitgeteilt haben, dass sie sich an der Aktion beteiligen wollen, kontaktiere ich noch persönlich, da ich nicht davon ausgehen kann, dass jeder meinen Blog regelmäßig verfolgt.
Allen Unterstützern danke ich schon jetzt ganz herzlich.
Heide


Montag, 23. Juli 2012
Operation überstanden
Ihr Lieben,
Dank für die guten Wünsche und Gedanken, die Yukon und mich begleitet haben.
Es ist alles zufriedenstellend gelaufen. Yukon ist müde und schlapp aber hat die OP ansonsten gut überstanden.
Ich bin völlig fertig, die letzten Tage waren anstrengend, da habe ich wenig Schlaf bekommen.
Deshalb für heute nur ein kurzer Gruss
Heide


Samstag, 21. Juli 2012
Operation am Montag zwischen 14 und 19 Uhr
Über Internet habe ich heute Nacht noch eine Tierklinik rausgesucht.
Nachdem es hieß, vor Donnerstag sei kein OP Termin frei, habe ich gesagt, dass ich dann weiter suchen würde. So lange wollte ich nicht warten.
Nun musß ich am Montag um 14 Uhr in Greifswald sein, es kann aber sein, dass ich bis 19 Uhr warten muss, bis Yukon operiert wird.
Ich habe bei der Klinik ein gutes Gefühl,auch wenn sie viel teurer sind, als eine OP in Polen.
Schönen Sonntag, Eure Heide


Freitag, 20. Juli 2012
Heimreise Yukon braucht schnellstens OP
Morgen holt mein Sohn Ingo mich ab. Yukon darf nicht mehr mit der Bahn fahren, weil die Gefahr eines Milzrisses und innerer Verblutung besteht. 
Aber der Reihe nach: Wegen der Leberwerte sollte heute noch einmal Blut abgenommen werden. 
Dabei stellte sich heraus, dass die Leukozyten, die mit 16000 am Montag schon viel zu hoch waren, auf  33000 gestiegen waren. 
Frau Just, die Gattin des Tierarztes hat noch einmal vier Stunden geopfert, um Yukon nach Bayreuth in die Klinik zu fahren. 
Beim Ultraschall stellte der untersuchende Arzt einen Tumor in der Milz fest, der so groß ist, wie eine Männerfaust. Der Tumor hat die Milzkapsel nicht durchbrochen, also nicht gestreut. 
Yukon muss schnellstens operiert werden.
Ich mache mir so Sorgen um Yukon, dass die Traurigkeit nicht weiter wandern zu können dagegen verblasst.
Und da ich ein Mensch bin, der immer nach vorn schaut, freue ich mich auf meine Familie,Sohn, Schwiegertochter und Enkelkinder, mein Häuschen, mein Bett mit Stufenlagerung, meinen Garten, einen schön gesteckten Feldblumenstrauss, und eine gepflegte Mahlzeit mit einem Getränk aus einem schönen Glas. Die unkultivierten Mahlzeiten, bei denen ich aus einem großen Titanbecher trinken müsste, haben mich immer gestört.
Ich werde den Blog noch so lange schreiben, bis Yukon wieder gesund ist, wenn auch nicht mehr täglich. Ich rechne nicht, dass ich in diesem Jahr noch die 
Wanderung fortsetzen kann, und ob Yukon das im nächsten Jahr schafft ist wohl sehr fraglich. 
Ich habe die Maxime, mit dem Leben zu fließen und zu horchen, was das Leben erfordert. 
Jetzt soll ich ganz und gar für Yukon da sein. Und das will ich auch.
Ich weiß, das viele von Euch mit mir traurig sein werden.
Aber ihr sollt wissen, dass ich froh bin, dass die Tumorerkrankung noch rechtzeitig erkannt wurde. Da zwei Tierärzte der Meinung sind, Yukon könne noch eine schöne Lebenserwartung haben,  möchte ich die Operation trotz seines Alters machen lassen.
habt ein schönes Wochenende
Heide


Donnerstag, 19. Juli 2012
Yukons Herz ist gesund!
Heute waren wir in der Tierklinik. Yukons Brustkorb und Bauchraum ist geröntgt worden. 
Das Herz ist wieder völlig in Ordnung, die Lunge gesund. 
Die Leber ist leicht vergrößert, zwei Leberwerte nicht in Ordnung. 
Nun soll morgen noch einmal Blut abgenommen werden. Falls sich die Werte gebessert haben, kann ich am Samstag weiter wandern, falls nicht, muss ich morgen Nachmittag noch einmal mit Yukon  in die Klinik zum Ultraschall.
Das konnte heute nicht gemacht werden, weil Yukon nicht nüchtern war.
Im Moment habe ich die große Hoffnung, dass ich die Wanderung nicht abzubrechen brauche.
Die Behandlung mit den Herzmedikamenten hat Yukon aber gut getan. Er ist munterer, als vor einem halben Jahr.
Der Arzt in der Klinik meint, vom Herzen her spricht nichts dagegen, dass wir unsere Wanderung fortsetzen.
Ich habe, dank Alfons, einen App. Mit Vogelstimmen geladen, an dem man ein Quiz spielen kann, um die Vögel zu lernen. Das und der Polnischkurs bilden meine Beschäftigung, vor allem, wenn ich wegen des Wetters den ganzen Tag in der Hütte bleiben muss.
Ela und ihre Familie sind unglaublich freundlich. Ich werde behandelt, wie ein Gast und ganz oft zum Essen eingeladen. 
Ich bin müde und will heute früh zu Bett gehen.
Heide


Mittwoch, 18. Juli 2012
Yukon muss morgen in die Tierklinik
Morgen muss ich mit Yukon in die Tierklinik nach Bayreuth, damit sein Herz gründlich untersucht werden kann.
Im Moment sieht es so aus, als müsste ich die Wanderung abbrechen.
Allerdings erscheint mir mein Hund wieder so munter, wie in der Vergangenheit. Aber ich will sicher gehen und nicht auf Yukons Kosten etwas durchziehen, was ihm vielleicht nicht gut tut.
In mir ist Hoffnung und Enttäuschung im Wechsel. Es wäre so schade, wenn ich  jetzt abbrechen müsste. 
Die Familie Gracz  ist unglaublich nett und hilfsbereit. Ganz oft werde ich zum Essen eingeladen und mit den beiden Jugendlichen, Lea und Julius verstehe ich mich ganz prima.  Es ist schön diesen Menschen begegnet zu sein. 
Morgen fährt mich die Frau des Tierarztes nach Bayreuth, wartet dort und nimmt mich dann wieder mit zurück.
Hilfsbereitschaft auf der ganzen Linie!
Drückt bitte die Daumen, dass es Yukon so gut geht, dass wir wieder wandern können.
Heide


Dienstag, 17. Juli 2012
Noch vier Tage Pause
Heute hat Yukon wieder normal gefressen. auch seine Bewegungen sind wieder munterer. Morgens war das Herz sehr gut. Wenn ich mich zu ihm lege und mein Ohr auf seinen Brustkorb halte, kann ich den Herzschlag hören. 
Nachmittags, als wir beim Tierarzt waren, war das Herz wieder deutlich schwächer. 
Das Blutbild zeigt , dass Yukon einen bakteriellen und anschließend noch einen  viralen  Infekt hatte. Er hat noch einmal Antibiotikum bekommen und ein homöopathisches  Herzmittel.
Die Leber- und Nierenwerte bekomme ich erst morgen.
Vier Tage braucht Yukon noch Ruhe, meint der Tierarzt. Zum Glück kann ich so lange im Gartenhäuschen bleiben. Frau Gracz, die Besitzerin hat mich heute mit zum Tierarzt genommen und auch beim Supermarkt vorbeigefahren, so dass ich einkaufen konnte. Ganz viel Obst und Gemüse, da geht es mir richtig gut. Außerdem wurde ich heute zum Frühstück und mittags zum Pfannekuchen eingeladen.
Ich lerne polnisch, da ich die Bücher auf dem iPad alle schon mehrfach gelesen habe. Auch einen App. mit Vogelstimmen konnte ich laden,  aber leider singen die Vögel ja um diese Jahreszeit nicht mehr, bis auf eine Goldammer, die es sich nicht nehmen lässt den Sommer zu beschwören.
Jetzt führe ich Yukon gleich an den Bach, da trinkt er am liebsten.
Morgen früh will der Tierarzt vorbei kommen.
Für heute alles Gute
Heide


Montag, 16. Juli 2012
Yukon frisst wieder
Yukon hat heute Abend  fast eine Dose Futter gefressen und auch wieder etwas getrunken. 
Der Tierarzt hat folgende Theorie: durch einen Magen-Darminfekt hat  Yukon zu wenig gefressen, dadurch war er unterzuckert, was zu den Herzproblemen geführt haben kann.  Mit homöopathischen Mitteln, die alle paar Stunden gespritzt wurden, ist das Herz jetzt deutlich besser. Seine Bewegungen sind wieder etwas lebhafter. Morgen bekommen wir die Laborergebnisse, dann kann man Genaueres  sagen. Auf jeden Fall wird Yukon eine Zeit der Erholung brauchen. Falls ich mit ihm weiter wandern darf ( ich mache nichts, was der Tierarzt nicht erlaubt) werde ich zu Anfang die km Zahl deutlich reduzieren und nur langsam steigern. Yukon hat drei kg abgenommen. Gut, dass ich immer darauf geachtet habe, dass er während der Wanderung leichtes Übergewicht hatte.
Ich sitze  nun im Gartenhaus einer Mitarbeiterin des Tierarztes, lese noch einmal die Kurzgeschichten von Siegfried Lenz und lerne ein wenig polnisch.
Es ist so beglückend, dass es immer wieder Menschen gibt, die mir weiterhelfen.
Ich hoffe, dass ich morgen gute Nachrichten habe.
Heide


Beim Tierarzt, mit schlechter Prognose
Seit gestern habe ich viel Regen, nachmittags und abends schwere Gewitter. Das erste Gewitter, was ich im Zelt überstanden habe. Es ging ganz gut. 
Heute wollte ich mit dem Taxi zum Tierarzt fahren, weil es Yukon gar nicht gut geht. Das Taxi hätte 45 Min. gebraucht, um anzufahren, da hat mich ein netter Mensch gefahren und vorher den Tierarzt angerufen.
Yukon geht es schlecht, er fiebert leicht, hat Herzprobleme und soll heute zur Beobachtung in der Praxis bleiben. Zum Glück kann ich bei ihm bleiben. 
Auch um eine Unterkunft hat sich der Tierarzt gekümmert. Ich kann im Gartenhaus seiner Mitarbeiterin bleiben. Ich muss mich darauf einstellen, dass es länger dauert, eventuell muss ich die Wanderung abbrechen.
Ich habe aber bei dem Tierarzt ein ganz gutes Gefühl. Er macht Blutuntersuchungen auf Niere und Leber, Blutbild wegen Entzündungen und hat Herzmedikamente gespritzt. Noch geht es nicht wesentlich besser, obgleich die Behandlung schon zwei Stunden her ist.
Ich mache mir ziemliche Sorgen. 
Heide


Yukon geht es schlechter
Noch immer frisst Yukon nicht und heute Abend habe ich den Eindruck, dass er fiebert. 
Morgen kommen wir gegen Mittag  nach Heiligenstadt, dort gibt es einen Tierarzt. Eventuell muss ich mit dem Taxi dort hin fahren, wenn es Yukon zu schlecht geht.
Es hat den ganzen Tag viel geregnet, gegen Abend gab es ein schweres Gewitter. Da es keine gute Gelegenheit gab sich unter zu stellen sind wir weiter gewandert. Als es aufhörte und die Sonne durch kam, trafen wir auf eine Quelle, die so viel Wasser hatte, wie ich es bei einer Quelle noch nie erlebt habe. Ich füllte unsere Wasserflaschen und suchte einen guten Zeltplatz.
Die letzte Stunde hatte uns durch ein romantisches Trockental geführt, mit karstigen Hängen und Wiesen, die nach dem vielen Regen gar nicht mehr trocken waren.
Unter einigen Haselbüschen, neben einer Esche, die als Blitzableiter dienen kann, richteten wir uns zur Nacht ein. Gerade, als alles im Zelt verstaut war, gab es das nächste Gewitter. Glücklicher Weise  hatte ich Yukons Hundedecke vorher in den Bach gelegt und mit Steinen beschwert, so dass sie gründlich durchgespült wurde. Nachdem das Gewitter vorbei war, habe ich sie über einen Ast gehängt, aber da es bis jetzt pausenlos regnet, wird sie wohl nicht abtrocknen.
Ich Wünsche Euch allen eine gute Woche
Heide
PS ich hatte gesternAbend kein Netz, deshalb kommt der Beitrag heute.


Sonntag, 15. Juli 2012
Yukon ist krank
Yukon wollte heute sehr ungern laufen, was ich so von ihm gar nicht kenne. Wir mussten aber Lebensmittel und Wasser bekommen, deshalb sind wir bis Scheßlitz gegangen. Als ich Yukon nach dem Einkaufen füttern wollte, hat er nicht gefressen. 
Ob er schlechtes Wasser getrunken hat oder unterwegs etwas gefressen, was ihm nicht bekommen ist, weiß ich nicht. 
In Scheßlitz hat ihm ein Wirt Käse gegeben, aus der Toskana. Ich durfte auch probieren. Es war der beste Käse, den ich je gegessen habe. Zum Glück hat Yukon ihn auch gefressen.
Oberhalb von Scheßlitz liegt eine Burg und eine Wallfahrtskirche. Dort steht unser Zelt im Wald, ganz eben, so dass ich bestimmt gut schlafen kann. Der Tag war kühl und sehr windig. Immer wieder gab es kräftige Regenschauer.
In mir ist wieder Stille eingekehrt. Das Gehen im eigenen Rhythmus und die Wälder, die so verwunschen erscheinen, sind Nahrung für meine Seele.
Ich wünsche mir, dass es Yukon morgen besser geht, sonst müsste ich schon wieder pausieren.
Einen schönen Sonntag Wünsche ich Euch
Eure Heide 
Nachtrag:ich hatte gestern Abend kein Netz, deshalb stelle ich den Beitrag heute rein. Yukon hat abends noch ganz wenig gefressen, heute Morgen nichts. Zum Glück erreichen wir morgen einen Tierarzt.